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Aktion 2015: Die Bekämpfung der Armut kommt zu kurz


10/2003
 

[ Bundesregierung in der Kritik ]

Aktion 2015:
Die Bekämpfung der Armut kommt zu kurz

Deutliche Kritik an der Entwicklungspolitik der Bundesregierung üben der frühere entwicklungspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Winfried Pinger, und der Gründer der Nothilfeorganisation „Cap Anamur“, Rupert Neudeck. In einer Pressemitteilung der von Pinger und Neudeck initiierten „Aktion 2015“, die am 4. September in Bonn vorgestellt wurde, heißt es, drei Jahre nach Verabschiedung der so genannten Millenniumsziele sei wenig geschehen, um bis zum Jahr 2015 die Zahl der Armen weltweit zu halbieren. Die Bundesregierung solle endlich einen Umsetzungsplan für ihr Aktionsprogramm 2015 vorlegen und die Ausgaben für Armutsbekämpfung deutlich auf 50 Prozent des BMZ-Etats erhöhen. „Die Zeit der Papiere und Programme, der schönen und frommen Reden ist vorbei.“ In einem „Aufruf zur Armutsbekämpfung“ sprechen die Initiatoren der Aktion sich dafür aus, unmittelbar mit den Armen und ihren Selbsthilfeorganisationen zusammenzuarbeiten. Die produktiven Kräfte der Armen müssten gestärkt werden, etwa durch die Vergabe von Kleinkrediten.

Aus der BMZ-Pressestelle hieß es auf Anfrage, die „Aktion 2015“ scheine sich in Sachen Armutsbekämpfung „aus der Mottenkiste zu bedienen“. Entscheidend für eine Reduzierung der Armut sei, die großen ökonomischen, politischen und kulturellen Hemmnisse aus dem Weg zu räumen. „Wie sie diese Aufgabe angehen wollen, geben Herr Neudeck und Herr Pinger leider nicht zu erkennen“, so das BMZ. Nachhaltige Armutsbekämpfung bedeute, globale Strukturen gerechter zu gestalten. Zur Frage nach dem Umsetzungsplan zum Aktionsprogramm 2015 hieß es aus dem BMZ, man wolle – statt ein einziges Papier vorzulegen – laufend über die Fortschritte berichten, so wie zuletzt im Zwischenbericht vom September 2002. (ell)






Im Internet: www.aktion-2015.de und www.aktionsprogramm2015.de