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Beiträge aus der Rubrik Neues von InWent
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ASEAN: Regionaler Handel und nachhaltige Entwicklung
InWEnt-Jahresbericht 2002
 10/2003
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[ Asian Business Forum in Vietnam ]
ASEAN: Regionaler Handel und nachhaltige Entwicklung
[ Von Hannelore Herlan und Demetrio Polo-Cheva ] Vom 20. bis 22. August fand in Ho Chi Minh City das Asian Business Forum statt. Das Treffen war das dritte seiner Art, nach Foren in Afrika (23. bis 25. Juni in Johannesburg) und in Lateinamerika (14. bis 16. Juli in San José, Costa Rica). Die drei Foren dienten der Diskussion regionaler Besonderheiten und Perspektiven bei der Wirtschaftsförderung und fanden im Vorfeld des 9. Internationalen Wirtschaftsforums statt, das InWEnt 2004 in Berlin ausrichten wird. Schwerpunkte der Gespräche in Ho Chi Minh City waren die Bedeutung regionaler Integration und die Rolle kleiner Unternehmen, Fragen nachhaltiger Entwicklung und die Perspektiven für den Verband südostasiatischer Staaten, ASEAN.
Viele kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sehen in der Globalisierung eine eher bedrohliche Entwicklung. Sie sorgen sich, dass die Wettbewerbsvorteile, auf die transnational aufgestellte Unternehmen zurückgreifen können, ihnen selbst den Marktzugang erschweren, wenn nicht gar ganz verstellen. Auch wenn dies nicht ganz von der Hand zu weisen ist, gibt es doch auch für KMU internationale Märkte, die zugänglich sind und in denen gerade die typischen Eigenschaften von KMU den Marktvorteil bringen: Es sind die Märkte, die hinter der Grenze zu Nachbarstaaten liegen.
In der Tat verbirgt sich hinter dem Begriff des internationalen Handels in einem weitaus größeren Maß als allgemein angenommen Handel zwischen Nachbarländern. Schon in der Geschichte blühte Handel immer da auf, wo sich die Grenzen zwischen Nachbarländern aufgetan haben Geschäfte lassen sich eben einfacher mit Nachbarn abwickeln als mit weit entfernten, anonymen Partnern. Auch in der Europäischen Union, als Beispiel, wird ein Großteil der internationalen Geschäfte zwischen Nachbarländern abgeschlossen, über Verbindungen von maximal 100 km. Solche handelspolitischen Erfahrungswerte haben dazu geführt, international tätige KMU auf einem regionalen Niveau zu fördern.
Wirtschaftwissenschaftler haben sich lange schwer damit getan, sich mit regionalen Handelsabkommen zu beschäftigen. Doch je mehr Geschäftsleute und auch Regierungen ihre Bedeutung entdecken, je mehr beschäftigt sich auch die Wirtschaftstheorie damit. Heute ist bekannt, dass in manchen Fällen die Förderung des regionalen Handels Gewinnspannen birgt, die diejenigen weit hinter sich lassen, die global erwartet werden dürfen. Und was noch interessiert: Die Gewinne sind auf große, mittlere und kleine Unternehmen verteilt.
Nachhaltige Entwicklung
Das Prinzip der nachhaltigen Entwicklung ist mittlerweile auf der ganzen Welt als Zukunftsmodell wirtschaftlichen Handelns anerkannt. Nachhaltigkeit umfasst den achtsamen Umgang mit der Umwelt, die Berücksichtigung lokaler Traditionen und den Respekt vor den Bedürfnissen der armen Bevölkerung. Es ist ein nicht ganz einfach zu definierendes Konzept, zumal wenn es in konkrete politische Maßnahmen und Verordnungen gefasst werden soll.
Nachhaltige Entwicklung schließt die Notwendigkeit ein, idealtypische Ziele an spezifische Gegebenheiten vor Ort anzupassen. Dabei sind die Achtung der Umwelt und die Maßnahmen zur Armutsminderung zwei Seiten derselben Medaille nachhaltiger Erfolg ist nur gegeben, wenn die Arbeitsprinzipien fest in den lokalen Umweltbedingungen und in den sozialen Voraussetzungen verwurzelt sind. So einleuchtend das klingt realiter ist es eine Quelle für Spannungen, Störungen und Herausforderungen zwischen nachhaltiger Entwicklung und internationaler Wirtschaftspolitik im allgemeinen, strukturellen Anpassungen und Handelsliberalisierungen im besonderen. Gerade bei letzterem werden üblicherweise Prinzipien bemüht, die nicht an lokale Bedingungen angepasst sind. So ist zum Beispiel einer der meistgenannten Kritikpunkte an der Reaktion des IWF auf die Asienkrise der, dass hier versucht wurde, auf eine völlig neue Situation eine Standardlösung anzuwenden, ohne die spezifisch-lokalen Konditionen in Betracht zu ziehen.
ASEAN die asiatische Perspektive
Enge Wirtschaftsbeziehungen und Handelsliberalisierungen unter regionalen Partnern auszubreiten um die Kooperation zu vergrößern, wird als Integration bezeichnet. Die Länder formulieren und koordinieren gemeinsam bestimmte Maßnahmen, um sicher zu stellen, dass die umweltrelevanten, sozialen und kulturellen Entwicklungen jedes einzelnen Landes respektiert werden und darüber hinaus auch die Bedürfnisse und Notwendigkeiten der Nachbarn im Blick bleiben.
Tatsächlich ist Asien eine Region, die in den vergangenen Jahren ihren Fokus auf die ökonomische Integration verstärkt hat. Der Verband südostasiatischer Staaten, ASEAN, hat sich auf die Fahne geschrieben, eine regionale Wirtschaftspolitik einzuführen und aufzubauen. Vereinbart wurde neben der Förderung der regionalen Kooperation auch die Stärkung der sozialen Stabilität, ferner Kooperationsprojekte im Rohstoff-, Nahrungsmittel- und Energiesektor. Durch die Gründung der Freihandelszone AFTA wurde ein Gegengewicht zu den regionalen Wirtschaftsräumen des Westens geschaffen.
Heute ist die Frage zu stellen, ob ASEAN erfolgreich sein und ob dies in Folge auch die politische Integration der Region begünstigen wird. Sein Fortbestand wird hauptsächlich durch außenpolitische Interessen bestimmt und durch die Frage, ob es eine politische Stabilisierung der Region geben wird. Pessimistische Stimmen sehen vor allem drei Hindernisse für eine rasche und umfangreiche ökonomische Integration: mangelnde innenpolitische Stabilisierung der ASEAN-Länder als Voraussetzung für Engagement in langfristigen regionalen Bindungen, unterschiedliche politische Kulturen und Interessen und Führungsschwäche innerhalb der ASEAN.
Tatsächlich gibt es fundamental divergierende politische Vermächtnisse, Kulturen und Visionen. ASEAN befindet sich in einem unbeständig-unsicheren politischen Umfeld. Südostasien ist ein bedeutender Schauplatz des Kriegs gegen den Terrorismus. Indonesien durchlebt eine unruhige Übergangszeit zur Demokratie. Ernsthafte Unstimmigkeiten und Streitereien unter den ASEAN-Mitgliedern haben zugenommen. Eine starke Führungskraft, die den Zusammenschluss beruhigen könnte, ist nicht in Sicht. Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass sich weder politisch noch organisatorisch pan-ASEAN Strukturen entwickelt haben, die ökonomisch integrativ wirken könnten.
Herausforderungen bleiben
Für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit, speziell auch für InWEnt, bleibt das Ziel der nachhaltigen Wirtschaftsförderung mit dem Aufbau eines starken KMU-Sektors. Wir versuchen, durch Qualifizierung von politischen Entscheidungsträgern und Fach- und Führungskräften von Partnerorganisationen das Selbstentwicklungspotenzial zu mobilisieren und auszubauen, um dadurch nachhaltige Verbesserungen für die Menschen unserer Partnerländer zu erreichen.
Hannelore Herlan ist Leiterin der Abteilung Unternehmenskommunikation von InWEnt.
hannelore.herlan@inwent.org
Demetrio Polo-Cheva iThemenmanager des Bildungsschwerpunktes Umwelt: Politik - Recht Management in der Abteilung Umweltpolitik und Umweltmanagement in Berlin.
demetrio.polo-cheva@inwent.org
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