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10/2004
 

Entwicklungspolitik und Terrorismus

Entwicklungspolitik kann Spannungsstrukturen entgegenwirken, die Terrorismus begünstigen. Dadurch leistet sie einen Beitrag im Kampf gegen Terrorismus. Zu diesem Schluss kommt die GTZ in einer Studie, in der sie ihre Erfahrungen mit Projekten für das so genannte Antiterror-Paket (ATP) der Bundesregierung resümiert. Nach den Anschlägen vom 11. September hatte die GTZ im Auftrag der Bundesregierung ein einjähriges Sonderprogramm aus 34 regionalen und fünf überregionalen Maßnahmen zur „strukturellen Terrorismusprävention“ durchgeführt. Zentrales Ergebnis der Studie: Krisenprävention und Friedensförderung durch Entwicklungszusammenarbeit funktionieren dann am besten, wenn bereits laufende Projekte um eine entsprechende Komponente erweitert werden. Neue, speziell auf Konflikte ausgerichtete Projekte versprechen weniger Erfolg, sind aber nötig, um Erfahrungen mit neuen Konzepten und Instrumenten zu sammeln. Zur Terrorismusprävention im engeren Sinne trägt Entwicklungszusammenarbeit nach Ansicht der Studie am wirksamsten bei, indem sie zivilgesellschaftliche Strukturen in terrorgefährdeten Ländern fördert und vor allem benachteiligte und perspektivlose Jugendliche unterstützt. Die ATP-Maßnahmen hätten beispielsweise in den Maghrebländern bei den Beteiligten zu einer spürbaren Sensibilisierung für die Themen Konfliktbearbeitung und Terrorismus geführt. Die Studie spricht sich dafür aus, stärker als bisher die Zusammenarbeit mit moderaten religiösen Gruppen in islamischen Ländern zu suchen. Das sei bislang vernachlässigt worden. (ell)