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Beiträge aus der Rubrik Medien
Zum irdischen Frieden
Land Reform in Namibia and Southern Africa
Geschichte der Ethnologie
HIV/AIDS A Practioners Guide
 10/2005
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Landrechte: Wenig Analyse
Justine Hunter (Ed.):
Who should own the Land? Analysis and Views on Land Reform and The Land Question in Namibia and Southern Africa.
Windhoek, Konrad-Adenauer-Stiftung und Namibia Institute for Democracy 2004, 133 S., gratis als pdf unter http://www.nid.org.na
Kriegstrommeln in Südwest unter diesem Titel malte der Spiegel im Juli 2004 das Gespenst einer Landreform à la Mugabe in Namibia an die Wand. Die rassistisch anmutende Polemik hundert Jahre nach dem Massaker deutscher Kolonialtruppen an den Herero wäre allein Grund genug für eine Auseinandersetzung mit der Landfrage im südlichen Afrika. Deshalb ist die von der Konrad-Adenauer-Stiftung und dem Namibia Institute for Democracy herausgegebene Aufsatzsammlung zu begrüßen. Die Notwendigkeit einer umfassenden Landreform ist unter Politikern und in der Zivilgesellschaft Namibias unbestritten. Doch 13 Jahre Unabhängigkeit haben an der ungleichen Landverteilung bislang wenig geändert.
Robin Sherbourne nennt dafür in seinem Essay einen zentralen Grund: Die horrenden Preise für Farmland sind mit den Gewinnen aus der Viehzucht kaum zu bezahlen. Profitabel sei die Viehwirtschaft nur, wenn das Land geerbt wird und nicht gekauft werden muss. Genau das Gegenteil sei aber der Fall: Das Affirmative Action (AA) Loan Scheme bietet schwarzen Käufern zwar Kredite zu günstigen Zinssätzen, kaufen müssen sie das Land aber trotzdem. Landwirtschaft entwickelt sich daher zunehmend zu einem Hobby der Reichen. Die Armen blieben außen vor. Zu ihnen gehören laut Wolfgang Werner die über 42 000 Landarbeiterfamilien. Niedrigste Löhne, fehlender Zugang zu Bildung und Gesundheit und eine umfassende Abhängigkeit vom Landbesitzer charakterisierten ihre Lage. Verbesserungsvorschläge, die eine Kommission bereits 1997 vorlegte, fanden bisher kein Gehör. Wie in Zimbabwe gehören Landarbeiter nicht zu den Begünstigten der Landreform. Im Gegenteil: Häufig werden sie von Ländereien verdrängt, wenn diese auf dem Wege der Landreform ihren Besitzer wechseln.
Trotz dieser Defizite und nur langsamer Fortschritte steht nach Meinung von Lloyd Mambo Sachikonye in Namibia kein zweites Zimbabwe ins Haus. Der gesellschaftliche Druck auf die Regierung und die Notwendigkeit, aus der Landfrage politisches Kapital zu schlagen, seien in Namibia weitaus geringer. Den genannten lesenswerten Beiträgen über Einzelaspekte stehen leider erhebliche Schwächen des Buches gegenüber. Insbesondere fehlt ein empirisch fundierter Überblick über die Resultate bisheriger Landreformen im südlichen Afrika. Willie Breytenbachs Synthese streift zwar wichtige Aspekte und zitiert eine Vielzahl von Länderbeispielen, einen roter Faden und analytische Schärfe lässt sie jedoch vermissen.
Zentrale Problemfelder wie die Grenzen des vorherrschenden marktgestützten Landreformmodells und die umstrittene Einflussnahme von Gebern auf die Politik werden mehrmals angedeutet, eine Analyse bleibt jedoch aus. Fazit: Einzelne Beiträge sind empfehlenswert, das Buch als Überblicksdarstellung jedoch kaum.
Armin Paasch
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