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 10/2005
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[ UNCTAD-Jahresbericht ]
Rohstoffexporteure profitieren
von steigender Nachfrage
Mit einem etwas schwächeren Wachstum der Weltwirtschaft als im vergangenen Jahr rechnet die UN-Organisation für Handel und Entwicklung (UNCTAD). In ihrem neuen Jahresbericht (Trade and Development Report 2005) prognostiziert UNCTAD für dieses Jahr ein Wachstum von drei Prozent gegenüber vier Prozent in 2004. Der Rückgang sei vor allem auf die Flaute in den USA und Europa und auf den hohen Ölpreis zurückzuführen.
Den Anstieg des Ölpreises bezeichnet UNCTAD als besorgniserregend. Der befürchtete Schock sei jedoch aus zwei Gründen ausgeblieben: Zum einen seien die reichen Länder heute deutlich weniger abhängig vom Öl als in den 70er Jahren, weil sie energieeffizienter wirtschafteten und der Anteil der Dienstleistungen an der Gesamtwirtschaft gestiegen sei. Zum anderen gehe der Preisanstieg nicht auf eine abrupte Verknappung, sondern auf die kontinuierlich wachsende Nachfrage zurück. (Siehe dazu auch Seite 392 in diesem Heft.)
Gleichzeitig weist UNCTAD darauf hin, dass viele Entwicklungsländer von den seit 2002 gestiegenen Rohstoffpreisen profitieren. Der Anstieg sei vor allem auf die wachsende Nachfrage der beiden neuen Wachstumspole in der Weltwirtschaft zurückzuführen: China und Indien. Diese Länder würden den Welthandel künftig viel stärker beeinflussen als die anderen asiatischen Industrieländer während ihres Aufstiegs. Davon könnten viele Entwicklungsländer zum Beispiel Rohstoffexporteure profitieren. Für andere wiederum zum Beispiel für Textilexporteure bringe der Erfolg Chinas Nachteile mit sich.
Der Bericht stellt fest, dass die gestiegenen Rohstoffpreise die Tauschrelationen (Terms of Trade) zugunsten der Rohstoffexporteure verschoben haben: Seit 2002 sei die Kaufkraft aus Ölexporten um 30 Prozent, die aus dem Export von Bergbauprodukten um 15 Prozent gestiegen. Diese Verschiebung schlage sich jedoch nicht zwangsläufig in Verlusten bei den Exporteuren von Fertigwaren nieder im Gegenteil: Die höheren Einnahmen der Rohstoffexporteure führten häufig zu einer höheren Nachfrage nach verarbeiteten Gütern und damit zu höheren Fertigwarenexporten anderer Länder.
Die rohstoffexportierenden Länder dürften sich jedoch nicht auf dem Boom ausruhen, mahnt UNCTAD. Denn das Problem tendenziell sinkender Rohstoffpreise bestehe weiter; real lägen sie immer noch ein Drittel unter dem Durchschnitt der Jahre 1960 bis 1985. Die Rohstoffexporteure sollten die gestiegenen Einnahmen dazu nutzen, in Infrastruktur, Industrien und Produktivität zu investieren. (ell)
Im Internet:
http://www.unctad.org
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