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Braucht Asien noch Entwicklungshilfe

Entwicklungszusammenarbeit muss effizienter werden

Mehr Hilfe hilft nicht immer

Deutsche Entwicklungshilfe von Hallstein zur Ölkrise


10/2006
 

Entwicklungszusammenarbeit muss effizienter werden

Heinz Ahrens (Hg.):
Development Cooperation –
Evaluation and New Approaches.
Berlin, Duncker & Humblot 2005, 141 S., 64,00 Euro, ISBN 3-428-11867-7

In diesem Sammelband äußern sich namhafte Wissenschaftler kritisch zum Zustand der Entwicklungszusammenarbeit. Deutschland habe sich verpflichtet, für die Erreichung der Millenniumsentwicklungsziele mehr Geld zur Verfügung zu stellen. Gleichwohl sinke der Anteil der öffentlichen Entwicklungshilfe am gesamten Kapitalfluss Richtung Entwicklungsländer. Angesichts knapper werdender staatlicher Haushalte rücken, so eine Kernthese des Buches, Fragen der Effizienz von Entwicklungszusammenarbeit zunehmend in den Vordergrund. Um diese zu erhöhen, ist – so die Mehrheit der Autoren – unter anderem mehr praxisorientierte Forschung gefragt.

Das betrifft zum Beispiel die Debatte über makroökonomische Wirkungen der internationalen Hilfe. Zwar besteht dem Buch zufolge Einigkeit, dass deren Effizienz von politischen, institutionellen und wirtschaftlichen Grundbedingungen im Empfängerland abhängt. Die Untersuchungen darüber, welche Faktoren genau berücksichtigt werden müssen, seien jedoch zu undifferenziert. Das sei deshalb schlecht, weil die armutsmindernde Wirkung von Hilfe von den Kriterien abhänge, nach denen sie auf die Empfängerländer verteilt wird. Zu wenig werde hier die Qualität der Regierungsführung betont. Eine Reform des Ansatzes in der Armutsminderung sei unausweichlich; der Band fordert mehr Partizipation und eine Fokussierung auf die Schaffung sozialer und wirtschaftsbezogener Institutionen.

Die Autoren begrüßen die Zusammenarbeit der staatlichen Entwicklungszusammenarbeit mit der Privatwirtschaft. Dabei komme es darauf an, so genannte lead firms einzubeziehen – also solche, die in ihrem jeweiligen Netzwerk eine führende Rolle spielen, Innovationen generieren und Standards setzen. Damit sowohl die Unternehmen als auch die Entwicklungszusammenarbeit dabei gewinnen, seien politische Rückendeckung sowie eine klare Formulierung der Bedingungen für die Kooperation nötig. In diesem Punkt fehle es den Institutionen der staatlichen Zusammenarbeit noch an Professionalität. Die Finanzielle Zusammenarbeit sieht das Buch mit ihren Instrumenten wie Entwicklungskrediten oder Zinssubventionen, die an Marktmechanismen anknüpfen, gut aufgestellt.

Das Buch gibt wesentliche Ergebnisse der Jahrestagung 2004 des Ausschusses für Entwicklungsländer im Verein für Socialpolitik wieder. Es hält eine generelle Restrukturierung der Entwicklungszusammenarbeit angesichts der Verpflichtung auf die Millenniumsziele für unausweichlich. Die detaillierten Thesenpapiere sind betont wissenschaftlich formuliert und nicht leicht zu lesen.

Regine Reim