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Beiträge aus der Rubrik Medien
Braucht Asien noch Entwicklungshilfe
Entwicklungszusammenarbeit muss effizienter werden
Mehr Hilfe hilft nicht immer
Deutsche Entwicklungshilfe von Hallstein zur Ölkrise
 10/2006
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Deutsche Entwicklungshilfe von Hallstein bis zur Ölkrise
Bastian Hein:
Die Westdeutschen und die Dritte Welt.
Entwicklungspolitik und Entwicklungsdienste
zwischen Reform und Revolte 19591974.
Oldenbourg Wissenschaftsverlag,
München 2006, 334 S., 39,80 Euro,
ISBN 3-486-57880-4
Bastian Hein legt hier eine umfassende Studie über die Anfänge der bundesrepublikanischen Entwicklungshilfe vor. Sie ist im Rahmen eines Forschungsprojektes des Instituts für Zeitgeschichte über den politischen und gesellschaftlichen Wandel in der Bundesrepublik in den 1960er und frühen 1970er Jahren entstanden. Wer deshalb eine ausgreifende Abhandlung über die Genese und die Auswirkungen der 68er Bewegung erwartet, wird angenehm überrascht: Hein hat eine gründliche historische Analyse erstellt, die deutlich macht, wie vielfältig die Einflüsse auf den jungen Politikzweig Entwicklungspolitik gewesen sind.
Ein Anstoß für das entwicklungspolitische Engagement der Bundesregierung war zum Beispiel die Drohung der Amerikaner und der Briten Ende der 1950er Jahre, Truppen aus dem wirtschaftlich wieder aufstrebenden Westdeutschland abzuziehen, sollte es sich nicht ausreichend an der Finanzierung der Entwicklungshilfe beteiligen. Prägend für die deutsche Entwicklungspolitik waren darüber hinaus die Hallstein-Doktrin, nach der die Bundesrepublik nur mit solchen Staaten kooperierte, die der DDR die diplomatische Anerkennung verweigerten, sowie allgemein die Systemkonkurrenz zwischen Ost und West. Auch auf die Suche der westdeutschen Wirtschaft nach Absatzmärkten in Entwicklungsländern und die divergierenden Interessen der beteiligten Ministerien geht der Autor ein.
Um zu belegen, wo die ,68er Wandel anstießen und beschleunigten beziehungsweise wo sie Widerstände weckten und Reformprozesse hemmten, nimmt Hein die personelle Hilfe besonders genau unter die Lupe. Diese Abschnitte dürften vor allem für Spezialisten und die jeweiligen Dienste selbst interessant sein. Hein kommt zu dem Schluss, dass die 68er-Studenten insgesamt nur gering an entwicklungspolitischen Fragen interessiert gewesen seien. Der eigentliche Wandel Ende der 1960er Jahre sei vielmehr darin zu sehen, dass sich erstmals eine größere Zahl von Westdeutschen überhaupt mehr als nur oberflächlich mit den Problemen der Dritten Welt auseinandersetzte.
Immer wieder ist dem Autor eine deutliche Abneigung gegen die 68er und hier insbesondere gegen die radikaleren Gruppierungen anzumerken. Diese Gereiztheit erstaunt und ist unnötig, denn die Arbeit macht deutlich, dass der Einfluss dieser Generation auf die Entwicklungszusammenarbeit vergleichsweise gering war, von der Mitarbeitervertretung des DED einmal abgesehen. Insgesamt tut diese Antipathie der Qualität von Heins Untersuchung jedoch keinen Abbruch. Das Werk ist Fachleuten wie interessierten Laien uneingeschränkt zu empfehlen.
Uwe Kerkow
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