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Beiträge aus der Rubrik Medien
Unternehmen in der Weltpolitik
Die Welt vor dem Abgrund
Achieving food and nutrition security
Financial stability and growth in emerging economies
Debatte um Menschenrecht auf Wasser
 11/2005
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Finanzsysteme: Geringe Kohärenz
Jan Joost Teunissen, Mark Teunissen (Ed.):
Financial Stability and Growth in Emerging Economies.
The Role of the Financial Sector,
The Hague: FONDAD 2003, 278 Seiten, 24,50 ¤, ISBN 90-74208-21-5
Die Stabilität der Finanzsysteme von Entwicklungs- und Schwellenländern bleibt eines der wichtigsten Themen der entwicklungspolitischen Debatte. Im vorliegenden Sammelband er beruht auf einer in Amsterdam durchgeführten Konferenz untersuchen Autoren aus OECD- und aus Entwicklungsländern diese Frage.
In vier Kapiteln nehmen sie die spezifischen Herausforderungen für die Regionen Osteuropa, Lateinamerika und Asien sowie die Aufgaben von Aufsichtsbehörden und Marktteilnehmern unter die Lupe. Die einzelnen Beiträge bringen manche Anregung für die weitere Debatte. So schlägt Charles Wyplosz vor, in der Fiskalpolitik neue Wege zu beschreiten und die Kontrolle der Ein- und Ausgabenpolitik eines Staates einem unabhängigen Komitee zu übertragen und dem Einfluss der Politik zu entziehen.
Dieser Vorschlag wird von Mark Allen (IWF) zu Recht als technokratisch und unpolitisch zurückgewiesen. Die Frage nach der Verteilung von Lasten und nach den Ausgabenprioritäten eines Staates sind noch sehr viel mehr als die Geldpolitik der Kern der politischen Auseinandersetzung in Gesellschaften. Sie eignen sich daher nicht für die Übertragung an ein vermeintlich unpolitisches Expertengremium.
Aufschlussreich sind die Diskussionen im Kapitel zu Ostasien. Die neoklassische Position von Yung Chul Park und Kee Hong Bea wird vom Keynesianer Heiner Flassbeck kommentiert. Das eröffnet dem Leser interessante Perspektiven. Der Beitrag des früheren japanischen Finanzstaatssekretärs Eisuke Sakakibara beleuchtet die in Europa regelmäßig unterschätzte Dynamik der monetären Kooperation in Ostasien und weist auf deren Potential hin. Sakakibara regt die Schaffung einer asiatischen Währungseinheit ACU an. Er verweist auf die anhaltende Wirkung der Asienkrise, die in betroffenen Ländern eine Desillusionierung in Hinblick auf die Stabilität der internationalen Finanzmärkte bewirkt hat.
Der Sammelband weist zwei Schwächen auf. Erstens bleibt unklar, was finanzielle Stabilität sein soll. Zugegebenermaßen fällt die Definition schwer. Es ist sehr viel leichter, finanzielle Instabilität zu definieren. So bleibt unklar, ob die Autoren primär die Stabilität des Finanzsektors und die Abwesenheit von Kreditkrisen diskutieren wollen oder ob finanzielle Stabilität auch Geldwert- und Wechselkursstabilität umfassen soll. Die Herausgeber haben es versäumt, eine tragfähige Definition zu liefern. Die zweite Schwäche ist die Heterogenität des Bandes. Die vier Kapitel stehen kaum verbunden nebeneinander. So bleibt offen, welche Elemente die drei Regionalstudien und die sektorale Studie miteinander verknüpfen.
Das Forum on Debt and Development (FONDAD) mit Sitz in Den Haag hat mit diesem Buch einen weiteren Beitrag zur Weiterentwicklung der internationalen Finanzarchitektur geleistet. Allerdings bleibt die geringe Kohärenz ein unerfreulicher Mangel.
Heribert Dieter
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