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Beiträge aus der Rubrik Monitor
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 11/2005
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[ Direktinvestitionen ]
Sorgenvoller Blick nach Afrika
Das erste Mal seit drei Jahren sind die ausländischen Direktinvestitionen weltweit im vergangenen Jahr wieder leicht gestiegen um knapp zweieinhalb Prozent gegenüber 2003 auf 648 Milliarden US-Dollar. Laut dem diesjährigen Weltinvestitionsbericht der UN-Handels- und Entwicklungsorganisation UNCTAD entfällt das Wachstum vollständig auf die Entwicklungsländer: Dort stiegen die Investitionen aus dem Ausland um 40 Prozent, während sie in den Industrieländern um 14 Prozent schrumpften. Die Entwicklungsländer steigerten damit ihren Anteil an den weltweiten Direktinvestitionen gegenüber den Vorjahren deutlich auf 36 Prozent einen Wert, den sie schon einmal in den 90er Jahren erreicht hatten.
Allerdings sind die Zuflüsse in die Entwicklungsländer weiterhin extrem ungleich verteilt. Asien erhielt fast zwei Drittel, allein nach China floss ein Viertel aller Investitionen in Entwicklungsländern. Ganz Afrika erhielt nicht einmal acht Prozent. Asien und Lateinamerika konnten ihre Zuflüsse im letzten Jahr jeweils um mehr als 40 Prozent steigern, in Afrika blieben sie gegenüber dem Vorjahr unverändert. Das Wachstum in den Entwicklungsländern geht laut UNCTAD vor allem auf Investitionen in neue Produktionsstätten (greenfield investments) zurück und nicht auf Firmenzusammenschlüsse (mergers & acquisitions). Auch hier konzentrieren sich die Zuflüsse allerdings auf einige wenige Länder: China und Indien allein erhielten 2004 die Hälfte aller greenfield investments in Entwicklungsländern.

Investitionen aus dem Ausland sollen Afrika helfen, inländische Kapitallücken zu schließen. Dazu müssen jedoch die Investitionen größer sein als die Kapitalabflüsse, die durch sie verursacht werden zum Beispiel rückgeführte Gewinne oder Rechnungen für den Import von Vorprodukten. Auf viele afrikanische Länder trifft das laut UNCTAD nicht zu.
Mit Sorge blickt UNCTAD nach Afrika. Dort haben viele Länder in den vergangenen Jahren die Regeln für Investitionen gelockert und politische sowie steuerliche Anreize für Investoren geschaffen. Der Erfolg jedoch sei zweifelhaft, meinen die UN-Fachleute: Zwar sind die jährlichen Zuflüsse seit den 1990er Jahren deutlich gestiegen, doch weiterhin konzentrieren sich die meisten Investitionen in den Bereichen Bergbau und Ölförderung. In verarbeitende Industrien fließe kaum Kapital. In einer anderen Publikation, dem diesjährigen Bericht über die wirtschaftliche Entwicklung in Afrika, übt UNCTAD scharfe Kritik an den von Weltbank und Internationalem Währungsfonds verordneten Strukturanpassungsprogrammen der vergangenen zwanzig Jahre. Diese Progamme seien auf einzigartige Weise daran gescheitert, ein investitionsfreundliches und beschäftigungsförderndes wirtschaftliches Klima zu schaffen. Mit Blick auf verarbeitende Industrien bedeuteten sie für UNCTAD sogar Rückschritt. Afrika müsse mit internationaler Unterstützung viel stärker als bisher versuchen, gezielt Mehrwert schaffende Investitionen anzulocken. Afrikanische Regierungen müssten darauf achten, welche Investitionen ihren Ländern Nutzen und Gewinne bringen: Derzeit seien in vielen afrikanischen Ländern die Kapitalabflüsse durch rückgeführte Gewinne oder Importrechnungen für Vorprodukte höher als die Investitionen (siehe Grafik).
Inhaltlich widmet sich der diesjährige Weltinvestitionsbericht dem Trend bei internationalen Konzernen, nicht nur die Fertigung, sondern auch Forschung und Entwicklung in Entwicklungsländer auszulagern. 1993 eröffnete Motorola als erstes ausländisches Unternehmen ein Forschungslabor in China, heute gibt es dort mehr als 700. Der Anteil der in Asien entwickelten Mikroprozessoren ist seit Mitte der 1990er Jahre bis 2002 von null auf fast 30 Prozent gestiegen. Für UNCTAD ist das ein logischer nächster Schritt in der Globalisierung von Produktionsnetzwerken transnationaler Unternehmen. Bisher profitieren davon jedoch lediglich einige fortgeschrittene Entwicklungsländer vor allem in Asien. (ell)
Im Internet:
World Investment Report 2005:
http://www.unctad.org/en/docs/wir2005_en.pdf
Economic Development in Africa 2005: http://www.unctad.org/en/docs/gdsafrica20051_en.pdf
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