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 11/2006
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Neue Betonung erneuerbarer Energien
Politische Entscheidungsträger unterschätzen systematisch die langfristigen Kosten fossiler Brennstoffe selbst wenn man den Klimawandel nicht mit einbezieht. Nach Ansicht von Shimon Awerbuch von der Universität Sussex trägt der herkömmliche Ansatz zur Kalkulation von Energieerzeugungskosten nicht der Volatilität der Rohstoffpreise Rechnung. Der Volkswirtschaftsprofessor geht davon aus, dass der wahre Preis fossiler Energieerzeugung daher um 50 bis 100 Prozent höher liegt als herkömmlicher Weise angenommen. Er spricht von zwei wesentlichen Effekten. Auf der Makroebene führt die Erhöhung der Ölpreise normalerweise zum Sinken des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und damit zu Wohlfahrtsverlusten. Auf der Mikroebene wiederum verstärkt eine übermäßige Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen das Risiko für Energieunternehmen und ihre Kunden, an die erstere häufig höhere Preise weiterreichen. In diesem Zusammenhang sind erneuerbare Energien allein schon deswegen attraktiv, weil sie nicht an den Ölpreis gebunden sind.
Auf einer Konferenz der KfW Entwicklungsbank im Oktober in Frankfurt betonte Awerbuch, dass der herkömmliche Ansatz zur Berechnung von Erzeugungskosten nach dem Ersten Weltkrieg entwickelt wurde, als Henry Ford das Modell T produzierte. Awerbuch meint, Energieversorger sollten sich lieber am Portfolioansatz der Finanzinvestoren orientieren. Schließlich setzten diese auch nicht alles auf eine Karte.
Das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) findet Awerbuchs Argumentation ermutigend. Laut Staatssekretär Erich Stather sind erneuerbare Energien nicht nur absolut notwendig, um den Klimawandel aufzuhalten, sondern werden sich auch im Kampf gegen die Armut als zentraler Faktor erweisen. Die Bedürfnisse der zwei Milliarden Menschen in der Welt zu stillen, die immer noch keinen Zugang zu sicherer und moderner Energieversorgung haben, wird ohne die Nutzung erneuerbarer Quellen in viel größerem Stil nicht möglich sein. (dem)
Im Internet:
http://www.awerbuch.com
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