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Beiträge aus der Rubrik Bücher und Medien
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InWEnt-Dokumentation: Entwicklungspolitik und Militär
Neuer Nord-Süd-Chat
 12/2004
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Genderaspekte: Noch wenig integriert
Birte Rodenberg:
Gender und Armutsbekämpfung.
Neuere konzeptionelle
Ansätze in der internationalen
Entwicklungszusammenarbeit.
Bonn, Deutsches Institut für
Entwicklungspolitik 2003, 78 Seiten,
9,63 Euro, ISBN 3-88985-257-2
Ulrike Bartels:
Frauenförderung in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Eine Policy Studie mit Fallbeispiel.
Marburg, Tectum Verlag 2002,
114 Seiten, 25,90 Euro, ISBN 3-8288-8426-1
Die Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern halten sich trotz aller internationalen Vereinbarungen zu ihrer Bekämpfung und einzelner Fortschritte hartnäckig.
In ihren Bemühungen um Geschlechtergerechtigkeit verfolgen die internationalen Institutionen der Entwicklungszusammenarbeit seit den 1990er Jahren den sogenannten Gender-Ansatz. Nach einem Jahrzehnt der Praxis stehen nun Gender Mainstreaming und die Integration von Gender als Querschnittsaufgabe in allen Bereichen der Entwicklungszusammenarbeit auf dem Prüfstand. Die Bücher von Birte Rodenberg und Ulrike Bartels leisten hierzu einen wichtigen Beitrag.
In ihrer sehr fundierten Studie analysiert Birte Rodenberg den aktuellen Stand des Gender Mainstreaming in den Konzepten zur Armutsbekämpfung ausgewählter Institutionen (darunter OECD, EU, BMZ und Weltbank). Dazu untersucht sie unter anderem die im Weltbankkontext Poverty Reduction Strategies (PRS) in Ghana und Kenia. Ulrike Bartels legt eine aus dem Blickwinkel der Policy-Theorie stärker historisch angelegte Untersuchung der Entwicklung geschlechtsbezogener Ansätze in der deutschen Entwicklungspolitik vor. Sie konkretisiert diese anhand eines GTZ- Beratungsvorhabens in Kolumbien zur geschlechtsspezifischen Durchführung von Entwicklungsmaßnahmen, Proequidad.
Beide Arbeiten zeigen die Schwachstellen bei der Umsetzung des Genderansatzes auf. Dazu gehören die konzeptionelle Unklarheit über die Differenzen zwischen dem früheren zielgruppenorientierten Women-in-Development-Ansatz und dem strukturell angelegten Genderansatz ebenso wie die mangelnde institutionelle Verankerung des Genderansatzes. Wo adäquate Genderkonzepte vorhanden sind, beschränken sich diese auf bestimmte Politikfelder wie Bildung und Gesundheit. Insbesondere beim Handel sowie in der Friedens- und Sicherheitspolitik sind Genderanalysen und -konzepte rar. Zudem verflüchtigen sich Genderaspekte trotz vorliegender Tools häufig bei der Entwicklung konkreter Strategien (etwa Armutsbekämpfung) und in der Phase der Maßnahmenimplementierung.
Laut Rodenberg und Bartels ist es bisher kaum gelungen, den Gender-Ansatz als Querschnittsaufgabe in der EZ zu integrieren. Für die PRS-Prozesse ist Rodenbergs Ergebnis aufschlussreich, wonach in Kenia und Ghana Geschlechtergerechtigkeit de facto keine Rolle in den PRS spielte. Eine ausgeprägte Geschlechterorientierung erscheint so nach wie vor nur in rein frauen- bzw. geschlechtsspezifischen Projekten möglich, wie das Beispiel Proequidad zeigt. Für die Stärkung des Genderansatzes empfiehlt Rodenberg die verstärkte Einbettung von Gender in die übergeordneten programmatischen und strategischen Konzepte der EZ, eine institutionelle Aufwertung sowie die Integration von makroökonomischen Fragen der Gendergerechtigkeit in die Konzepte und Instrumente der EZ.
Sonja Wölte
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