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Fakten + Tendenzen


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12/2004
 

[ KfW-Evaluierung ]

AIDS-Prävention durch Social Marketing

Drei von vier Projekten schließt die KfW-Entwicklungsbank nach eigenen Angaben mit Erfolg ab. Der jüngste KfW-Evaluierungsbericht bewertet 94 von 127 untersuchten Vorhaben (74 Prozent) als „entwicklungspolitisch erfolgreich“. 13 Projekte wurden trotz positiver Wirkungen als „nicht mehr ausreichend“ beurteilt. Zehn Vorhaben erhielten von der KfW-Evaluierungsabteilung unter Leitung von Hans-Rimbert Hemmer (Universität Gießen) die Note unzureichend. Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul lobte bei der Vorstellung des Berichts Anfang November in Frankfurt das „hohe Maß an Effizienz und Effektivität“ der deutschen Finanziellen Zusammenarbeit. Die unabhängig arbeitenden KfW-Evaluierer hatten alle im Zeitraum 2002/2003 abgeschlossenen Projekte untersucht.

Ein Schwerpunkt der jüngsten Evaluierung waren Projekte zur Prävention von AIDS durch „Social Marketing“, das heißt die Anwendung kommerzieller Vermarktungsstrategien für Verhütungsmittel, um soziale Ziele zu erreichen. Mit Anzeigen-, Radio- und TV-Kampagnen gelingt es laut Hemmer in vielen Ländern, Verhalten zu verändern und die Nutzung von Kondomen zu erhöhen.

Ergänzt werden die Aufklärungs- und Werbekampagnen durch neue Vertriebswege. Dazu gehört, Kondome vor allem dort anzubieten, wo sich Risikogruppen aufhalten, etwa in Rotlichtdistrikten und Armenvierteln. So stieg in Malawi der Anteil der Kneipen und Bars, die Kondome verkaufen, zwischen 1997 und 2001 von 45 auf 85 Prozent. Die Preise für Kondome im Rahmen von Social Marketing sollen so gestaltet sein, dass Paare nicht mehr als ein Prozent ihres Einkommens für Verhütung ausgeben müssen. Die Erfahrung zeigt, dass Verhütungsmittel nicht schon dann mehr benutzt werden, wenn sie kostenlos sind.

Für Projektfehlschläge sind laut KfW-Vorstand Wolfgang Kroh häufig externe Faktoren verantwortlich wie Naturkatastrophen oder krisenhafte politische Entwicklungen. Kroh plädierte dafür, in der Finanziellen Zusammenarbeit ein gewisses Risiko einzugehen. Eine Entwicklungsbank, die auf 100-prozentige Sicherheit in der Projektarbeit setze, werde dem eigenen Anspruch nicht gerecht. Schließlich sei es ihre Aufgabe, die Kapitallücke zu schließen, die risikoscheue kommerzielle Banken offen lassen. (orb)