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Meinung
Leserbriefe
Weitere vier Jahre
 12/2004
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Ehrlich
Sinnvolle Diaspora-Politik, E+Z 2004:10, S. 355
Ihr Editorial in der Ausgabe vom Oktober ist ein gutes Beispiel für einen durch Tiefe und Ehrlichkeit charakterisierten Beitrag. Ich würde mir wünschen, dass sensible Themen wie Migration immer so diskutiert werden. Herzlichen Glückwunsch Ihnen und Ihren Mitarbeitern für diesen pragmatischen Informationsdienst. Damit trägt Ihre Zeitschrift E+Z zu einem besseren Verständnis zwischen den Völkern bei.
Dr. Antonio L. Ledesma,
Centre for the Development of Human Resources in Rural Asia,
Manila, Philippinen
Ausnahme
Armutsbekämpfung:
PRSPs bisher enttäuschend,
E+Z, 2004:10, S. 390
Die bisherigen Länderstrategiepapiere zur Bekämpfung der Armut sind in der Regel inhaltlich nichtssagend und für die Praxis weitgehend irrelevant. Um dies festzustellen, hätte es keiner aufwendigen Evaluierungen bedurft. Das Beispiel der Demokratischen Volksrepublik Laos, einem kleinen Land, das so gut wie nie im Rampenlicht der großen Geberorganisationen und ihrer Experten steht, zeigt jedoch, dass es auch Ausnahmen von der deprimierend stimmenden Regel gibt.
Auf der Grundlage empirischer Untersuchungen zu Formen und Ursachen der (ländlichen) Armut und nach einem sich über Jahre hinziehenden Diskurs, in den alle relevanten Regierungsstellen, bi- und multilateralen Geber sowie die laotischen und internationalen Nichtregierungsorganisationen eingebunden waren, hat die laotische Nationalversammlung im Februar 2004 die National Growth and Poverty Eradication Strategy verabschiedet.
Das Papier formuliert die entwicklungspolitischen und regulativen Rahmenbedingungen für alle Programme bis zum Jahr 2020 und steht unter dem Motto Growth with Equity. Die Strategie ist am Konzept der Nachhaltigkeit orientiert und ruht auf den drei Säulen wirtschaftliches Wachstum, soziale und kulturelle Entwicklung sowie Erhalt der natürlichen Ressourcen. Dieser Ansatz hat inzwischen als Thammasat Way (nach dem traditionellen dreifüßigen Kessel) populären Anklang gefunden.
Vorbildlich erfüllt das laotische Strategiepapier die Anforderungen, die an PRSPs zu stellen sind:
Es geht von den spezifischen Bedingungen des Landes aus, beispielsweise einer passenden Definition von Armut, der ethnischen Vielfalt und den besonderen geographischen Bedingungen.
Die Strategie wurde in enger Abstimmung nicht nur mit den Gebern, sondern auch den maßgeblichen gesellschaftlichen Kräften des Landes entwickelt. Alle für die künftige Entwicklung relevanten Akteure identifizieren sich daher weitgehend mit dem Papier.
Die Umsetzung der Strategie wird im Rahmen der vom UN-Entwicklungsprogramm koordinierten Runden Tische und zahlreichen sektoralen Arbeitsgruppen weiter diskutiert.
Die Vorbedingungen für dieses positive Beispiel liegen zum einen in der häufig abfällig kommentierten Bedächtigkeit der Laoten: Sie weigern sich beharrlich, blindlings einem äußeren Druck zu folgen, dem eher an schnellen denn an guten Ergebnissen gelegen ist. Zum anderen hat im vorliegenden Fall das örtliche Büro von UNDP seine Koordinierungsfunktion ernst genommen. Bleibt zu hoffen, dass die internationale Gebergemeinschaft eines der ärmsten Länder der Welt bei seinem Versuch, seine Entwicklungsziele autonom zu definieren und zu verwirklichen, nicht im Stich lässt.
Dr. Wolfgang E. Fischer,
Consultant, Mercatale, Italien
Adäquat behandelt
Sinnvolle
Diaspora-Politik,
E+Z 2004:10, S. 355
Ich möchte Ihnen zu Ihren Ansichten zur Migrationsfrage gratulieren. Besonders hat mir der Hinweis darauf gefallen, dass in Deutschland Arbeit ohne Rechtsschutz und soziale Sicherung als menschenunwürdig gilt, die deutsche Gesellschaft diese Ansprüche dennoch nicht jenen Migranten gewährt, für deren Arbeitskraft zwar zahlungskräftige Nachfrage herrscht, deren Anwesenheit im Land aber offiziell unerwünscht bleibt.
Wie Sie weiter ausführen, ist Migration ein globales Phänomen. Als Honduranerin bin ich regelmäßig mit den furchtbaren Konsequenzen für diejenigen meiner Landsleute konfrontiert, die sich zur Arbeitsmigration entschließen. In den besten Fällen stehen sie am Ende abgeschoben mit zerrissenen Familien da, in den schlimmsten Fällen kommt es zu noch fataleren Folgen, ganz abgesehen von den schrecklichen Bedingungen, unter denen sie in ihren Zielländern leben müssen, besonders in den USA.
Es tut gut zu sehen, dass es Menschen gibt, die sich der komplexen Folgen der Migration bewusst sind und in ihr nicht nur ein Problem sehen, das es auszumerzen gilt. Eine tiefer zum Kern vordringende Herangehensweise ist nötig, um das Thema adäquat zu behandeln und soziale Gerechtigkeit zu erreichen.
Carolina Carias,
Tegucigalpa, Honduras
Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe zu kürzen.
Je kürzer ein Brief ist, umso größere Chancen hat er, gedruckt zu werden.
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