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12/2005
 

Bundespräsident Köhlers „Partnerschaft mit Afrika“

Mit einer zweitägigen Konferenz auf dem Bonner Petersberg hat Bundespräsident Horst Köhler Anfang November seine Initiative „Partnerschaft mit Afrika“ gestartet. Das deutsche Staatsoberhaupt äußerte sich „sehr zufrieden“ über den Verlauf der Diskussionen zwischen hochrangigen Vertretern aus Europa und Afrika. Es habe das Bewusstsein geherrscht, dass Afrika und Europa aufeinander angewiesen seien. Fragen der Migration, des Umweltschutzes und der Ausbreitung von Krankheiten beträfen beide Kontinente. Unter Köhlers Gästen waren Südafrikas Präsident Thabo Mbeki, Nigerias Staatschef Olusegun Obasanjo und der äthiopische Premierminister Meles Zenawi. Außerdem diskutierten Vertreter deutscher und afrikanischer Organisationen aus Wirtschaft, Politik und Medien. Um eine freie Diskussion zu ermöglichen, waren die Medien von den Debatten ausgeschlossen worden.

Vor der Presse sagte der Bundespräsident, bislang gebe es noch keine „echte Partnerschaft“ zwischen Europa und Afrika. Ziel seiner Initiative sei es, „voneinander zu lernen“; Europäer sollten nicht mit einem „Koffer voller Antworten“ nach Afrika gehen, sondern mit Fragen. Olusegun Obasanjo sagte, mehr als vier Jahrzehnte nach der Unabhängigkeit müssten die Afrikaner akzeptieren, dass sie für die eigene Entwicklung verantwortlich seien. Noch 1977 sei Nigeria weiter entwickelt gewesen als Indonesien. Heute sei die Wirtschaft des asiatischen Landes weit stärker als die Nigerias. Die Diskussion soll im nächsten Jahr mit dem Schwerpunkt Jugend fortgesetzt werden. Obasanjo will nach Nigeria einladen. (ruff)