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12/2006
 

Gegen Korruption im Medikamentenhandel

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die britische Regierung wollen gegen Korruption im internationalen Medikamentenhandel vorgehen. Laut einem Bericht des Guardian arbeitet das britische Entwicklungsministerium (DfID) an einer Initiative, um die Preisentwicklung von Medikamenten von der Produktion bis zum Endverbraucher transparent zu machen. Dadurch soll deutlich werden, wo und aus welchen Gründen in der Vermarktungskette die Preise stark steigen. Ziel der so genannten Medical Transparency Initiative (Meta) ist es laut Guardian, solche Preissprünge und die korrupten Praktiken, die oftmals dahinter stecken, zu unterbinden. Angelehnt ist Meta an die Extractive Industries Transparency Initiative (Eiti), die DfID 2002 ins Leben gerufen hatte. Die Initiative will die Zahlungsströme im Geschäft mit Rohstoffen wie Öl, Gas und Bergbauprodukten offenlegen, hat damit bislang aber nur mäßigen Erfolg: Nur zwei der 21 Unterzeichnerländer haben bislang Berichte vorgelegt.

Die Weltgesundheitsorganisation will ein Netzwerk aus Antikorruptions- und Pharmaexperten schaffen, das Länder im Kampf gegen Korruption bei der Beschaffung von Medikamenten unterstützt. Laut WHO gelangen bis zu 25 Prozent der Medikamente, die weltweit gehandelt werden, nicht an die Verbraucher, weil sie gestohlen oder zur Finanzierung von Bestechung unterschlagen werden. Korruption tritt zum Beispiel bei der Registrierung von Medikamenten auf: Regierungsbeamte kassieren Bestechungsgelder und lassen ungeprüft Medikamente zu. Oder sie verschleppen das Registrierungsverfahren und erpressen so Zahlungen der Zulieferer. Von Korruption im Medikamentenhandel seien alle Länder betroffen, heißt es in einer WHO-Pressemitteilung. Die Initiative richte sich aber vor allem an Entwicklungsländer. (ell)