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12/2006
 

Korruption: Weltbank suspendiert Lahmeyer

Die Weltbank hat das Ingenieurunternehmen Lahmeyer International wegen Korruption im Zusammenhang mit dem Lesotho Highlands Water Project (LHWP) für sieben Jahre von Weltbank-Aufträgen ausgeschlossen. Lahmeyer ist das erste deutsche Unternehmen, das von derartigen Sanktionen der Bank betroffen ist. Vor drei Jahren hatte ein Gericht in Lesotho Lahmeyer als eines von mehreren internationalen Unternehmen wegen Bestechung des LHWP-Projektleiters zu einer Geldstrafe verurteilt (siehe E+Z/D+C 10/2003, S. 358). In einer ersten Untersuchung 2001 hatte die Weltbank nicht genug Anhaltspunkte für eine Suspendierung finden können. Im August 2005 nahm die Bank das Verfahren wieder auf, nachdem ein Revisionsgericht das Urteil gegen Lahmeyer bestätigt hatte. Das Unternehmen hat die Möglichkeit, die Weltbank-Sperre auf drei Jahre zu verkürzen. Dazu muss es ein Ethikprogramm und wirksame Maßnahmen gegen Korruption verwirklichen.

Laut Medienberichten sagte Lahmeyer-Geschäftsführer Henning Nothdurft, die Auflagen der Weltbank würden zügig erfüllt. Nothdurft bezifferte den Anteil von Weltbank-Projekten am Lahmeyer-Umsatz auf fünf bis zehn Prozent. Einem Bericht der Frankfurter Rundschau zufolge äußerte Nothdurft Verständnis für die Sanktionen und räumte ein, dass Lahmeyer Fehler gemacht habe. Der frühere Geschäftsführer Rainer Bothe dagegen hatte nach der Verurteilung Lahmeyers 2003 die Beweisführung als nicht nachvollziehbar bezeichnet.

Umweltschutzgruppen begrüßten die Weltbank-Entscheidung, monierten aber, sie käme reichlich spät. In einer Presseerklärung der Organisationen International Rivers Network und Environmental Defense heißt es, in den drei Jahren seit seiner Verurteilung habe Lahmeyer 18 neue Weltbank-Aufträge im Wert von fast 15 Millionen US-Dollar akquiriert, vier davon allein im vergangenen Jahr, nachdem die Weltbank ihre Untersuchung wieder aufgenommen habe. (ell)