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Fachtagung der Initiative Edvance in Bonn
Pressemitteilung vom 24.11.2008
Bonn. Wie kann die deutsche Berufsbildung am internationalen Markt attraktiver und sichtbarer werden? Zum Expertenforum "Flexibilisierung in der beruflichen Bildung" lud die Initiative Edvance am 20. November 2008 in das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn ein. Den Mittelpunkt der Fachtagung mit Teilnehmern aus der internationalen Zusammenarbeit, Ministerien, Gewerkschaften, Unternehmen und der Forschung bildete die Frage, inwieweit die Entwicklung von Ausbildungsbausteinen eine attraktive Erweiterung der Angebotspalette beruflicher Qualifizierung aus Deutschland sein kann.
"Offiziell anerkannte und zertifizierte Qualifizierungsmodule steigern die Akzeptanz des deutschen Berufsbildungsansatzes und ermöglichen der Edvance-Initiative, weltweit Qualitätssignale zu setzen", so der Präsident des BIBB, Manfred Kremer, in seinem Grußwort.
Susanne Burger, Referatsleiterin im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), stellte die Vielfalt und hohe Qualität des deutschen Berufsbildungssystems heraus. Die Aufgabe von Edvance sei es daher, nach innen und außen zu wirken. In der Innenperspektive solle die Initiative als Austauschplattform zwischen den Akteuren der deutschen Berufsbildung dienen, in den Zielregionen mehr Transparenz über das deutsche Angebot schaffen. "Die deutsche Berufsbildung muss weltweit noch bekannter gemacht werden - und zwar zeitgemäß und durch flexible Angebote."
Auch Karin Jahr de Guerrero vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) betonte die sehr hohe Wertschätzung deutscher Berufsbildung in den Partnerländern. In der deutschen Entwicklungszusammenarbeit sei man in diesem Bereich seit langem in 60 Ländern aktiv. Es gehe dabei jedoch nicht mehr nur um die klassische Berufsausbildung, sondern mit Blick auf den Arbeitsmarkt auch darum, Einkommen zu erzielen und politische Teilhabe zu erreichen. Die Entwicklungszusammenarbeit allein aber könne diese Aufgabe nicht lösen, daher sei es wichtig, die Akteure des deutschen Berufsbildungssystems zusammenzubringen: "Hier setzt das BMZ seine Hoffnungen auf die Edvance-Initiative."
In weiteren Fachvorträgen wurden die Bedingungen für den Export von Berufsbildungsangeboten und die Vorteile der Flexibilisierung von beruflicher Bildung durch Ausbildungsbausteine dargestellt. Diskutiert wurde insbesondere die notwendige Zertifizierung der Bausteine, um international marktfähig zu sein.
Die Podiumsdiskussion mit Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Berufsbildung beantwortete Fragen zu Nutzen und Risiken, die sich durch die Flexibilisierung mittels Ausbildungsbausteinen für die Berufsbildungszusammenarbeit im internationalen Wettbewerb ergeben. Wichtig sei die Akzeptanz durch die Partner in den Kooperationsländern und die Einbindung in deren Strukturen. Für das Marketing sei eine klare Produktstrategie gefragt. Der Export deutscher Berufsbildungsprodukte müsse stärker unter Aspekten der Produktdefinition und der Nachfrage bewertet werden. Einigkeit herrschte darüber, dass Ausbildungsbausteine nicht alleine vermarktet werden sollen, sondern in ein umfassendes Berufsbildungsangebot einzubetten sind.
In einem Abschlussplädoyer verwies Wilfried Telkämper, Bereichsleiter von Inwent, nachdrücklich auf die Potenziale der Initiative: "Die Dachmarke Edvance wird in Zukunft für die Qualität der deutschen Berufsbildungszusammenarbeit stehen, die sich aus vielen Mosaiksteinen zusammensetzt. Edvance stellt gleichsam die Brücke zwischen den Angeboten aus Politik, Wirtschaft sowie Wissenschaft und der Nachfrage des weltweiten Marktes her und bietet darüber hinaus die Chance zu einer neuen Kultur der Zusammenarbeit weit über den Exportaspekt hinaus."
"Edvance" wird koordiniert durch Inwent, BIBB, die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) und iMOVE, die Informations- und Beratungsstelle zur internationalen Orientierung deutscher Weiterbildungsanbieter. Ziel der von BMBF und BMZ finanzierten Initiative ist die Förderung und Profilierung der deutschen Berufsbildungszusammenarbeit durch eine engere Kooperation und einen einheitlichen internationalen Auftritt aller relevanten Akteure unter einem gemeinsamen Markendach.