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Frieden

General Major Attipoe, Kommandant des Kofi Annan International Peacekeeping Training Centre (KAIPTC). Copyright Inwent gGmbH/Philip Dornu Otimisi Nanor

Während Westeuropa inzwischen auf mehr als ein halbes Jahrhundert Frieden und Stabilität zurückblicken kann, herrschen in fast 40 Ländern weltweit Krieg und Chaos mit bisher Hunderttausenden von Toten, Millionen von Flüchtlingen und langfristigen, katastrophalen Folgen für die Zukunft der betroffenen Länder. Die meisten dieser Konflikte finden nicht mehr zwischen, sondern innerhalb souveräner Staaten statt. Diese Bürgerkriege haben oft gravierende Folgen für die Bevölkerung, weil die soziale Infrastruktur – Krankenhäuser, Schulen, Wasser- und Stromversorgung – direkt betroffen ist.

Fast alle Kriege und Bürgerkriege finden darüber hinaus in Entwicklungsländern statt. Fragile Staaten, Gewaltökonomien und die zunehmende Regionalisierung der Konflikte stellen die internationale Zusammenarbeit vor neue Herausforderungen. Die Prämisse, "wer Krieg verhindern will, muss Frieden entwickeln", gilt mehr als je zuvor.

Konflikte zwischen Menschen wird es immer geben. Wandel und Entwicklung gehen einher mit unterschiedlichen Interessen – und mit Interessenskonflikten. Worauf es ankommt ist, diese Konflikte friedlich zu einer Lösung zu führen und Eskalation und gewaltsame Austragung zu verhindern. Das allerdings ist eine schwierige Aufgabe, die nur langfristig und ganzheitlich bewältigt werden kann. Denn die Gründe, aus denen Konflikte in Gewalt ausarten, sind vielfältig, ihre eigentlichen Auslöser liegen nicht immer an der Oberfläche. Gerade religiöse und ethnische Konflikte haben häufig wirtschaftliche Ursachen. Insgesamt überlagern weltwirtschaftliche, volkswirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Probleme sich gegenseitig. Der Streit um natürliche Ressourcen wie allgemeiner Zugang zu Wasser und Nahrungsmitteln, Defizite bei den Menschenrechten, bei Demokratie und Good Governance bedrohen die Stabilität und den Frieden inner- und zwischenstaatlich zusätzlich.

Friedensentwicklung und Krisenprävention sind Querschnittsthemen in der deutschen Entwicklungspolitik. Die Arbeit von Inwent leistet einen Beitrag zur Umsetzung. Ein Schwerpunkt unserer Programme ist es dabei, die Zusammenarbeit verschiedenster Institutionen innerhalb einer Region zu unterstützen und gemeinsame Interessen aller Beteiligten herauszuarbeiten. Inwent vermittelt den politischen Akteuren der Regionalorganisationen das relevante Wissen, das sie in die Lage versetzt, den Prozess der regionalen Integration und die Lösung regionalspezifischer Probleme selbstständig voranzutreiben. Darüber hinaus stärken wir mit unserem Capacity Building Fach- und Führungskräfte der Zivilgesellschaft und tragen mit dazu bei, starke, funktionstüchtige Netzwerke gesellschaftlicher Gruppen aufzubauen.


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