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Pressefreiheit ist ein Menschenrecht. Als die Vereinten Nationen im Dezember 1948 ihre "Allgemeine Erklärung der Menschenrechte" veröffentlichten, hatten sie in Artikel 19 das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung festgeschrieben. Wo man sich nicht frei äußern, wo nicht frei und unabhängig berichtet werden darf, sind die Menschenrechte in Gefahr. In ihrer "Erklärung von Windhoek" vom 3. Mai 1991 bezeichnete die UNESCO "die Schaffung einer unabhängigen, pluralistischen und freien Presse" als "Eckstein für Demokratie und wirtschaftliche Entwicklung". Die Pressefreiheit eines Landes ist daher immer auch Gradmesser dafür, inwieweit die universellen Menschenrechte geachtet werden – und wie es um Good Governance, Transparenz und zivilgesellschaftliche Partizipation bestellt ist.
So spielen unabhängige und kritische Medien eine Schlüsselrolle für die demokratische und wirtschaftliche Entwicklung einer Gesellschaft und wirken als Katalysator für Friedens- und Reformprozesse. Die Sicherung des freien Informationsflusses ist ein erster Schritt auf dem Weg zu nachhaltigen Veränderungen in Entwicklungs- und Transformationsländern. Meinungs- und Pressefreiheit schaffen Transparenz, lassen die Bevölkerung aktiv an gesellschaftlich wichtigen Entscheidungen teilhaben und stärken Gerechtigkeit und Frieden. Eine freie Presse ist ein elementares Instrument, um politisch verantwortliches Handeln sowie eine wirtschaftliche und soziale Entwicklung zu fördern.
Die Hauptaufgabe einer freien, unabhängigen Presse in einer demokratischen Gesellschaft liegt darin, zu informieren, zur freien Meinungsbildung beizutragen und gesellschaftliche Prozesse kritisch zu beleuchten. Ob die Medien diese Funktion wahrnehmen können, hängt ebenso von politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab wie von der Ausbildung und der Professionalität der Journalist/innen. In vielen Partnerländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit entstehen nach und nach freie und unabhängige Strukturen in der Medienlandschaft, was den Bedarf an Informationen, journalistischem Know-how sowie internationaler Medienkompetenz steigen lässt. Dazu kommt, dass der Medienmarkt weltweit zunehmendem Wettbewerbsdruck ausgesetzt ist, der den Mitarbeitern der Branche mehr und mehr abverlangt. Ob in Afrika, Asien oder Lateinamerika – es werden immer mehr qualifizierte Journalist/innen gebraucht.
Das Internationale Institut für Journalismus (IIJ) von Inwent bildet seit Jahrzehnten Journalisten aus Entwicklungs- und Transformationsländern weiter. Es bietet Programme im In- und Ausland an, die die fachlichen und berufsethischen Kompetenzen von Redakteuren aus Print- und Online-Medien stärken und ihren Blick für entwicklungspolitisch relevante Themen schärfen.
Seit Anfang der neunziger Jahre ist die Nachfrage nach Capacity Building für Journalisten deutlich gestiegen. Gleichzeitig haben sich vielerorts die Bedingungen der Medienberichterstattung verändert. Jene Staaten, die die Gestaltung ihrer Zukunft selbst in die Hand genommen haben, haben Reformen ihrer Presselandschaft eingeleitet. Das IIJ begleitet diese Prozesse mit Trainings und Workshops, E-Learning-Kursen und Dialogen. Die Capacity Building-Programme des IIJ sind in dieser Zeit politischer geworden. Die Journalisten lernen den Umgang mit Themen wie Good Governance, Klimawandel, Armutsbekämpfung oder Konfliktbewältigung kennen und erlernen ihr journalistisches Handwerk in praktischen Übungen.
Das IIJ bietet für eine Bandbreite von Belangen passende Fortbildungen an. Die Schwerpunkte sind Politik-, Wirtschafts- und Umweltberichterstattung, Multimedia- und Online-Journalismus sowie Medienethik und Medienpolitik. Hier wird fachspezifisches Wissen mit handwerklichem Training verbunden. Die Teilnehmer/innen werden in den Kursen zur Wirtschaftsberichterstattung in die Lage versetzt, fachgerecht über die nationalen und internationalen Finanz- und Warenmärkte zu berichten, über Handelsbeziehungen, Korruption oder die Verbindung von Ökonomie und Ökologie.
Dass den Medien in Konflikten, bei der Konfliktprävention und -bewältigung eine große Bedeutung zukommt, ist unbestritten. Sie können Verständigung zwischen Konfliktparteien fördern und so den Frieden sichern, sie können aber auch Konflikte schüren und zu Gewalt aufstacheln. Ein trauriges Beispiel dafür ist die Rolle von Radio-Télévision Libre des Mille Collines 1994 während des Völkermordes in Ruanda.
Das IIJ von Inwent bietet Trainingsprogramme in Südostasien und Subsahara-Afrika an, um Journalisten, die in oder über Krisenregionen und Konflikte berichten, ihre schwierige Rolle bewusst zu machen. Die Teilnehmer/innen der Programme "Conflict sensitive reporting" diskutieren darüber, wie Medien über Krisen und Konflikte berichten. Sie suchen Mittel und Wege, durch faire, unabhängige und verantwortungsvolle Berichterstattung mit dazu beizutragen, gewalttätige Konflikte zu beenden oder gar nicht erst ausbrechen zu lassen.