Direkt zum Inhalt oder zur Hauptnavigation oder zum Seitenabschluss.
Sie befinden sich hier: Startseite / Internationale Zusammenarbeit / Gute Regierungsführung / Wirtschaftspolitik
Makroökonomische Stabilität und funktionierende Finanzsysteme sind grundlegend für die nachhaltige Entwicklung eines Landes. Verlässliche Rahmenbedingungen in der Wirtschaftspolitik führen zu mehr Transparenz, außenwirtschaftlicher Beständigkeit und zu einem ökonomischen Wachstum, an dem auch die Bevölkerung teilhaben kann. Viele Länder arbeiten daher an klaren Regelwerken für ordnungspolitische Themen wie Wettbewerbsrecht, Konsumentenschutz oder die Privatisierung staatlicher Monopole.
Die meisten Entwicklungs- und Transformationsländer haben enge finanzpolitische Spielräume für Entwicklungsvorhaben im eigenen Land. Armutsbekämpfung ohne finanzielle Mittel aber ist kaum denkbar. Insofern brauchen sie eine solide und transparente Einnahmen- und Ausgabenpolitik und viele von ihnen müssen ihr öffentliches Finanzmanagement reformieren. Eine vernünftige öffentliche Finanzpolitik ist grundlegend zur Bekämpfung der Inflation, um die Währung zu stabilisieren und die Staatsverschuldung einzugrenzen. Die Länder erweitern aber auch ihre Möglichkeiten, sinnvolle entwicklungspolitische Vorhaben und Projekte umzusetzen.
Eine ebenso wichtige Rolle spielen Reformen in der Geld- und Währungspolitik vieler Länder, die Neuausrichtung ihrer Handelspolitik und die transparente Regulierung des Banken- und Finanzsektors. Dieser Sektor muss über entsprechende, demokratisch legitimierte Aufsichtsgremien verfügen, um der Korruption vorzubeugen und zum Beispiel die Geldwäsche zu verhindern. Inwent bietet gemeinsam mit ihren Kooperationspartnern Weiterbildungen und Dialoge an, die die wirtschafts- und ordnungspolitische Handlungskompetenz von Fach- und Führungskräften stärken. Wir richten unsere Angebote insbesondere an Mitarbeiter von Aufsichtsbehörden wie Kartellämter, Zentralbanken und Finanzaufsichtsbehörden in unseren Partnerländern.
Die Finanzsektorreform in Indien beispielsweise unterstützt Inwent mit dem Programm "Qualifizierung von Trainingsinstitutionen zur Finanzsystementwicklung Indien": Mitarbeiter des Trainingsinstituts NIBM (National Institute of Bank Management) bilden sich weiter, um ihr Qualifizierungsangebot für Mitarbeiter der indischen Zentralbank (Reserve Bank of India, RBI) und indischer Geschäftsbanken zu verbessern. Im Mittelpunkt stehen folgende Fragen: Wie kann Indiens Bankenwelt sich der finanziellen Globalisierung anpassen? Wie ist das institutionelle Risikomanagement zu optimieren? Welche Innovationen fördert der liberalisierte Finanzmarkt?
Die Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen ist für Entwicklungs- und Transformationsländer ein wichtiger Schritt bei der nachhaltigen Entwicklung ihrer Wirtschaft. Dazu haben viele dieser Länder begonnen, ihre Wirtschaft stärker an marktwirtschaftlichen Prinzipien auszurichten. Das bedeutet häufig einen Rückzug des Staates auf die Rolle des Akteurs, der die ordnungspolitischen Rahmenbedingungen definiert und für private Unternehmen wachstums- und beschäftigungsfreundliche Bedingungen schafft. Nichtsdestoweniger muss das Verhältnis zwischen Staat und Markt ständig neu ausgelotet werden. In dieser Diskussion bietet Inwent eine Plattform, auf der die Partnerländer Lösungsansätze vorstellen und gemeinsame Wege finden können.
Ein Beispiel, wie Inwent makroökonomische und ordnungspolitische Reformen unterstützt, ist das Programm "Geldpolitische Institutionen und makroökonomische Steuerung". Hier arbeiten wir zusammen mit der Fachhochschule für Wirtschaft (FHW) und der Fachhochschule für Wirtschaft und Technik (FHTW) in Berlin. Das Programm richtet sich vor allem an Nachwuchsführungskräfte des südostasiatischen Finanzwesens. Der 18-wöchige Kurs vermittelt moderne makroökonomische Entscheidungsmodelle, etwa in der Geldpolitik. Er versetzt die Teilnehmer in die Lage, grundlegende ökonomische Bedingungen für ein nachhaltiges Wachstum zu erkennen, wirtschaftspolitische Optionen abzuwägen und als Multiplikatoren zu wirken.