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Das Seebeben der Stärke 9,4, das im Dezember 2004 im Indischen Ozean eine gewaltige Flutwelle auslöste, verwüstete weite Teile der Küsten Süd- und Südostasiens und Afrikas und kostete mehr als 220.000 Menschen das Leben. Im Mai 2008 wurden innerhalb von zwei Wochen mehrere zehntausend Menschen Opfer von zwei verheerenden Naturkatastrophen in Myanmar und China. In der Union Myanmar fegte der Zyklon über das Irrawaddy-Delta. Mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 190 Stundenkilometern und einer bis zu vier Meter hohen Flutwelle hinterließ er eine 190 Kilometer breite Schneise der Verwüstung. Nur wenige Tage später erschütterte ein Erdbeben mit Stärke acht auf der Richterskala Chinas Provinz Sichuan.
Flucht, Hunger, Krankheit oder auch gewalttätige Konflikte folgen oft auf Naturkatastrophen. Jahrzehntelange Entwicklungsbemühungen werden in kürzester Zeit zunichte gemacht. Oft sind es menschliche und institutionelle Defizite, die Naturereignisse erst zu Katastrophen machen. Damit die Betroffenen den Naturgewalten nicht schutzlos ausgeliefert sind, bedarf es einer effizienten Katastrophenprävention. Schon 1999 haben die Vereinten Nationen in der "International Strategy for Disaster Reduction" (ISDR) den hohen internationalen Stellenwert der Katastrophenprävention unterstrichen.
Inwent arbeitet mit internationalen Partnern zusammen, um die Prävention und Frühwarnung von Katastrophen voranzubringen. Wir bieten eine Reihe von Programmen an, die die Handlungskompetenz von Experten und politischen Entscheidungsträgern erweitern. Unsere Dialoge tragen dazu bei, nationale und regionale Netzwerke zur Katastrophenprävention aufzubauen. Um in Zukunft besser gerüstet zu sein, arbeitet das Nationale Institut für Katastrophenmanagement (Instituto Nacional de Gestão de Calamidades, INGC) in Mosambik beispielsweise seit 2002 mit Inwent zusammen. In Trainings, die das Auswärtige Amt finanziert, werden Mitglieder lokaler Katastrophenmanagementkomitees darin geschult, Vorsorgemaßnahmen für die Zivilbevölkerung zu treffen. Die Teilnehmer/innen der Programme lernen unter anderem in Notfallübungen Methoden kennen, wie sich die Betroffenen selbst schützen können. Vermittelt werden Möglichkeiten, die Bevölkerung rechtzeitig zu warnen und auf den Katastrophenfall vorzubereiten. Darüber hinaus erarbeiten die Teilnehmer Strategien zur Evakuierung und für Erste-Hilfe-Maßnahmen. Ihr neues Wissen können sie ihren Gemeinden oder anderen Mitgliedern der Katastrophenmanagementkomitees zur Verfügung stellen und so als Multiplikatoren dienen.
Indonesien begann nach dem Tsunami auch mit Hilfe deutscher Forschungseinrichtungen damit, ein Frühwarnsystem (Tsunami Early Warning System, TEWS) aufzubauen. Damit die Menschen vor Ort in der Lage sind, das Frühwarnsystem effektiv zu nutzen, qualifiziert Inwent in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH, der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) sowie dem Institute for Environment & Human Security der United Nations University (UNU-EHS) Mitarbeiter/innen von Institutionen und Organisationen darin, die entsprechenden Strukturen aufzubauen und Verantwortlichkeiten verbindlich festzulegen.
Ein weiteres Inwent-Projekt beschäftigt sich mit "Capacity Building für integriertes Küstenzonenmanagement in der Tsunamiregion Nanggroe Aceh Darussalam, Indonesien". Hier geht es darum, die Entscheidungsträger/innen der betroffenen Küstengemeinden dahingehend zu qualifizieren, dass sie den Wiederaufbau ihrer Gemeinden und der ganzen Region effektiv und unter Berücksichtigung nachhaltiger Kriterien gestalten können.