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Der Klimawandel ist keine Prognose, sondern findet bereits statt. Darauf machte die Weltgesundheitsorganisation (World Health Organisation, WHO) am 60. Jahrestag ihrer Gründung im April 2008 erneut aufmerksam. Schon heute, so die WHO, sterben jedes Jahr 150.000 Menschen an den Folgen der Erderwärmung. Der Klimawandel, der verantwortlich ist für extremes Wetter wie Stürme, Überschwemmungen, Dürren und Hitzewellen, trifft am härtesten gerade die Entwicklungsländer. Ganze Ernten werden vernichtet, darüber hinaus verbreiten sich Krankheiten wie Cholera, Malaria, Meningitis oder Pollenallergien rapid. Fünf Millionen Krankheitsfälle weltweit, so die WHO, sind auf die Klimaerwärmung zurückzuführen. Jährlich.
Schuld daran sind vor allem die sogenannten Treibhausgase, allen voran das Kohlendioxid (CO2), das hauptsächlich bei Verbrennungsprozessen freigesetzt wird. Verantwortlich ist der massive Einsatz fossiler Brennstoffe wie Kohle, Erdgas und Erdöl in der produzierenden Industrie und für die Stromerzeugung. Aber CO2 gelangt auch durch Autoabgase in die Atmosphäre und auch private Haushalte setzen große Mengen CO2 und anderer Treibhausgase frei. Die Industrieländer sind für den überwiegenden Teil der Treibhausgas-Emissionen verantwortlich.
Für die soziale wie wirtschaftliche Entwicklung ist Energie eine grundlegende Voraussetzung. Ohne Energie können auch in Entwicklungsländern Betriebe nicht produzieren, Krankenhäuser und Schulen nicht betrieben werden; nicht einmal Nahrung kann ohne Energie zubereitet werden. Um die Millenniumsentwicklungsziele der Vereinten Nationen (United Nations, UN) zu erreichen, müssen die Entwicklungsländer ihren Energieaufwand Schätzungen zufolge mehr als verdoppeln. Geschieht dies auf der Grundlage fossiler Brennstoffe, ist der Klimawandel nicht mehr aufzuhalten. Klimaschutz und Energie sind daher wichtige Themen der internationalen Zusammenarbeit auch von deutscher Seite. Inwent trägt mit Capacity Building dazu bei, in Industrie-, Entwicklungs- und Transformationsländern das Know-how dafür aufzubauen, dem Klimawandel zu begegnen. Dazu gehört vor allem erneuerbare Energien auszubauen und Energie effizienter zu nutzen.
Gemeinsam mit dem Bildungszentrum für Erneuerbare Energien (BZEE) in Husum hat Inwent für US-amerikanische Energieexperten eine einwöchige Studienreise angeboten, bei der sich die Gäste aus den USA über Fortbildungsmöglichkeiten im Bereich der Windenergie informieren konnten. Die Forschungsreise führte zu Firmen wie SolarWorld oder SMA Technology AG, die angehenden Verfahrenstechnikern alles Wissenswerte über Solartechnik vermittelten. An der Universität Kassel informierte der Studiengang "Regenerative Energien und Energieeffizienz" über das Curriculum und die Möglichkeiten der akademischen Ausbildung im Bereich erneuerbare Energien. Schließlich machten sich die US-Amerikaner im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit noch über gesetzliche Fördermöglichkeiten kundig, wie sie zum Beispiel durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) erreicht werden.
Um auch in Entwicklungs- und Transformationsländern erneuerbare Energien zu fördern, unterstützt Inwent politische Entscheidungsträger dieser Länder darin, zukunftsfähige Energieversorgungskonzepte zu entwickeln. Die Teilnehmer/innen der Programme lernen, die Energieeffizienz in ihren Ländern zu erhöhen und vorhandene Energiequellen rationeller zu nutzen. Gemeinsam mit der Kölner Energiebau Solarstromsysteme GmbH hat Inwent ein Projekt zur klimafreundlichen Stromversorgung in Entwicklungsländern auf Basis erneuerbarer Energien entwickelt. Dabei geht es vor allem darum, ländliche Regionen mit preiswerter und umweltfreundlicher Energie zu versorgen und damit ihre Entwicklung voranzutreiben. Diese Regionen sind meist unterversorgt, die Menschen haben entweder gar keinen Strom und keine Energie, oder behelfen sich mit Dieselgeneratoren, die teuer sind und die Umwelt belasten. Inwent und Energiebau setzen auf Solarenergie und Agrartreibstoffe und damit vollständig auf erneuerbare Energien. In Tansania, Ghana und Mali haben die beiden Partner ihre Innovation bereits erfolgreich in die Praxis umgesetzt.
Ebenfalls um erneuerbare Energien geht es in dem Programm "Windenergienutzung China". Denn gerade der Energiebedarf der aufstrebenden Wirtschaftsnationen, darunter auch China, wird in den nächsten Jahren enorm ansteigen. Die chinesische Regierung hat ihre Absicht erklärt, zumindest einen Teil davon aus erneuerbaren Energiequellen zu erzeugen. Der Anteil der Windenergie soll in den nächsten fünf Jahren von 750 Megawatt pro Jahr auf rund 4.000 Megawatt erhöht werden. Inwent begleitet dieses Vorhaben über umweltfreundliche Energien. Seit 2000 bieten wir mehrmonatige praxisbezogene Fortbildungen zur Windenergienutzung in Zusammenarbeit mit der North Western Polytechnical University in Xi’an an, in denen Entwicklungsingenieure zu Trainern und Beratern ausgebildet werden.