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Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung lebt bereits in Städten. Vor allem in Entwicklungsländern nimmt die Verstädterung rasant zu. Der ländliche Raum allerdings hat viele Funktionen: Hier werden Nahrungsmittel angebaut, er sichert somit die Versorgung der Bevölkerung und liefert dringend benötigte Ressourcen. Doch bis auf wenige Ausnahmen sinken die Preise, die Erzeuger für landwirtschaftliche Produkte erzielen können, überall beständig. Um ihr Auskommen zu sichern, drängen viele Menschen aus dem ländlichen Raum in die Städte in der Hoffnung auf bessere Arbeitsbedingungen. Ohne eine effiziente Agrarwirtschaft ist ein Land allerdings nicht in der Lage, seine Bevölkerung – weder in den Städten, noch auf dem Land – langfristig zu ernähren. Hunger und Armut sind die Folgen. Schon heute stirbt alle 3,5 Sekunden ein Mensch an Hunger und Unterernährung. Das sind 25.000 Menschen jeden Tag, etwa zehn Millionen Tote pro Jahr.
Der Klimawandel trifft den ländlichen Raum besonders hart: Überschwemmungen, Stürme, Dürren und die anhaltende Versteppung zerstören immer öfter die Ernten eines Landes und beeinträchtigen die Landwirtschaft in vielen Regionen der Welt dauerhaft. Langfristige und nachhaltige Strategien sind gefragt, um dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten. Ländliche Gebiete brauchen qualifizierte Fach- und Führungskräfte, die die soziale und wirtschaftliche Entwicklung ihrer Region vorantreiben können. Nur qualifizierte Arbeit in ländlichen Gebieten kann den Trend zur Verstädterung bremsen und dem Agrarsektor Impuse geben, die ihn auf Dauer stärken. Nur bessere Lebensbedingungen – ökologisch und ökonomisch – werden Menschen im ländlichen Raum halten.
Die Programme von Inwent richten sich vor allem an Fach- und Führungskräfte, die sich in ihrer Region engagieren und deren Entwicklung nachhaltig beeinflussen. Wir vermitteln ihnen das nötige Wissen und stärken ihre Handlungs- und Managementkompetenzen. Dazu arbeiten wir in vielen Fällen strategisch mit bi- und multilateralen Organisationen zusammen. Für Teilnehmer aus Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Kroatien, Mazedonien, Montenegro und Serbien bietet Inwent in Zusammenarbeit mit verschiedenen Ministerien das Weiterbildungsprogramm "EU-Integration ländlicher Wirtschaftsräume in Südosteuropa" an. Die Teilnehmer können nach der Weiterbildung die Entwicklung der ländlichen Wirtschaftsräume mitgestalten und für die ländliche Bevölkerung moderne Dienstleistungen anbieten.
Für Westafrika wiederum bietet Inwent zwei Weiterbildungen an. Das Programm "Dezentrales Management ländlicher Entwicklungsprozesse in Westafrika" vermittelt den Teilnehmern die Kompetenzen, die sie für die Planung und Steuerung dezentraler Entwicklungsprozesse benötigen. Das International Leadership Training "Regionalmanagement Westafrika" baut darauf auf. Die Teilnehmenden erwerben in Deutschland Wissen in Kommunikation, Moderation und Beratung und erweitern ihre Kenntnisse über institutionelle Entwicklung und dezentrales Management natürlicher Ressourcen. Sie werden mit Methoden der Armutsreduzierung und Ernährungssicherung vertraut gemacht und arbeiten an Projekten, die sie nach ihrer Rückkehr in ihren Heimatländern umsetzen.