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Wer heute in einem Berufsfeld arbeitet, muss sich auf wesentlich kürzere Innovationszyklen einstellen als früher. Der internationale Arbeitsmarkt fordert den Arbeitnehmern immer mehr Wissen und eine umfassendere Ausbildung ab. Die Fülle an Wissen, Fertigkeiten und Kompetenzen über die ein Berufstätiger verfügen muss, wächst ständig an. Lebenslanges Lernen ist unabdingbar: Wer in Zeiten der Globalisierung "am Ball" bleiben will, muss bereit sein, sich ständig Neuerungen zu stellen. Ausschlaggebend dafür ist, dass die Bildungssysteme eines Landes international konkurrenzfähig sind und sich an weltweiten Standards messen lassen. Sie müssen flexibel auf die sich laufend verändernden Arbeitsmarktbedingungen reagieren können. Wer sich nicht verändern und anpassen kann oder will, verliert den Anschluss – und damit einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil.
Wirtschaft und Politik müssen eng zusammenarbeiten, um zukunftsfähige Berufsbildungssysteme zu entwickeln. Die Verantwortlichen müssen dafür sorgen, dass die Mitarbeiter von Unternehmen, Verwaltungen und politischen Institutionen die Möglichkeit haben, sich bedarfsorientiert zu qualifizieren. Doch nicht nur fachliches Know-how ist gefragt. Es gilt, Mitarbeiter und Entscheider auch interkulturell weiterzubilden und ihre sprachlichen Kompetenzen und kulturellen Verhaltensweisen so zu entwickeln, dass sie in einem fremden Land erfolgreich wirken können. In Entwicklungs- und Transformationsländern sind kleine und mittlere Unternehmen häufig nicht in der Lage, ihre Mitarbeiter entsprechend zu qualifizieren. Eine Wirtschaft, die wettbewerbsfähig sein will, braucht kontinuierlich im Arbeitsprozess lernende Fachkräfte genauso wie qualifiziertes Personal in der Berufsbildung. Inwent bietet daher für ihre Partnerländer Programme zur beruflichen Bildung an, die neben der individuellen Qualifikation der einzelnen Teilnehmer auch strukturbildende und systemfördernde Wirkung haben. Wir setzen auf die Fortbildung von Multiplikatoren, die die konzeptionelle, fachliche und methodische Handlungs- und Managementkompetenz in ihre Heimatländer und in internationalen Lerngemeinschaften weiter tragen und dort die Leistungsfähigkeit der bestehenden Berufsbildungssysteme und die Akzeptanz von Standards fördern. Das Themenspektrum reicht von Aufbau und Reform nationaler Berufsbildungssysteme über Technologiekooperation, Vermittlung von Managementkompetenzen, Curriculumentwicklung, Didaktik und Methoden der Lehr- und Lernmittelentwicklung bis hin zur Etablierung von Train-the-Trainer-Netzwerken.
Ein Beispiel für unsere Arbeit ist die Lehreraus- und -fortbildung in Usbekistan, mit der wir die Wirtschaftsreform durch berufliche Bildung unterstützen. In Usbekistan müssen in naher Zukunft jährlich rund eine halbe Million junge Menschen ausgebildet werden, Fachkräfte, die die Wirtschaft dringend braucht. Dazu braucht Usbekistan auch mehr berufsbildende Schulen sowie mehr Lehrer und Fachausbilder. Von der usbekischen Regierung wird der Ausbau des Berufsbildungssystems maßgeblich gefördert: Mehr als ein Drittel des gesamten Staatshaushaltes fließt in den Bildungssektor. Inwent bildet die technischen Lehrkräfte fachlich und berufspädagogisch in sechsmonatigen Trainingskursen weiter, so dass sie selbständig als Multiplikatoren in der Lehrerweiterbildung tätig sein können.
In den Mittelmeerstaaten Algerien und Tunesien wiederum trägt Inwent zum Aufbau und Management von Telezentren bei, um auch einkommensschwächeren Bevölkerungsgruppen den Zugang zu modernen Informations- und Kommunikationstechnologien zu ermöglichen. Das Programm zielt vor allem darauf, Frauen und Jugendlichen mit Hilfe von computergestützten Lernprogrammen – online oder offline – Kompetenzen und Qualifikationen zu vermitteln, die ihre Erwerbschancen verbessern. Auch in Vietnam genügen die Berufsbildungssysteme nur zum Teil den Anforderungen des Arbeitsmarkts. Nicht zuletzt aufgrund des beeindruckenden Wirtschaftswachstums werden Qualifikationen verlangt, für die die Menschen nicht ausgebildet sind. Das Inwent-Programm "Employment-Oriented Reform Processes in TVET Vietnam" unterstützt die Entwicklung beschäftigungsorientierte Aus- und Weiterbildungsangebote, die den aktuellen Bedarf im Land aufgreifen. Insbesondere einkommensschwache Bevölkerungsgruppen werden dabei berücksichtigt.
In Europa, Nordamerika und Asien haben sich in den letzten Jahren die Unternehmen zunehmend auf die fortschreitende Globalisierung der Märkte eingestellt. Bei weltweit operierenden Unternehmen, aber auch bei kleinen und mittleren Unternehmen wird deutlich, dass die Internationalisierung neue Anforderungen an die Mitarbeiter stellt. Personalleiter, Ausbilder, Lehrkräfte und andere Multiplikatoren müssen sich deshalb mit neuen Ansätzen der betrieblichen Aus- und Fortbildung vertraut machen. Inwent bietet für diese Zielgruppe Fortbildungsmöglichkeiten in Deutschland sowie im Ausland an. Innerhalb von Europa und in der Kooperation mit Partnern in Amerika und Asien ermöglicht Inwent Auslandsaufenthalte zum Zweck der beruflichen Bildung. Zudem berät Inwent in Fragen der internationalen Mobilität.