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Die internationale Gemeinschaft misst Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) eine entscheidende Rolle für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung in einer globalisierten Welt zu. Schon im Millenniumsentwicklungsziel 8 der Vereinten Nationen (United Nations, UN) wird die Informationstechnologie explizit genannt. Darüber hinaus hat die Weltgemeinschaft in den letzten Jahren gleich zwei Weltgipfel zur Informationsgesellschaft (UN World Summit on the Information Society, WSIS, 2003 und 2005) abgehalten, auf denen unter anderem Wege diskutiert wurden, die digitale Spaltung zu überwinden (Information and Communication Technologies for Development, ICT4D). Denn digitale Technologien werden zunehmend unentbehrlich für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und Organisationen und damit von ganzen Volkswirtschaften – gerade auch in Entwicklungs- und Schwellenländern.
Die dabei relevanten Technologien haben sich in den letzten beiden Jahrzehnten entscheidend weiterentwickelt. Das Internet und die Mobiltelefonie durchdringen heute in vielen Ländern alle Bereiche des öffentlichen und privaten Lebens: Von der digitalen Wirtschaft über die elektronische Verwaltung hin bis zur Digitalisierung des Gesundheitswesens. Doch an diesem Fortschritt können längst nicht alle teilhaben. Ende 2007 nutzten etwas mehr als 17 Prozent der Weltbevölkerung das Internet. In manchen Industrieländern lag die Quote bei mehr als zwei Drittel ihrer Einwohner. In den Entwicklungsländern aber verfügen im Schnitt nur knapp zehn Prozent der Menschen über einen Internetanschluss, in den am wenigsten entwickelten Ländern sind es gerade ein Prozent. Ein Großteil der Weltbevölkerung bleibt von den Vorteilen der IK-Technologien also ausgeschlossen. Die Bundesregierung hat daher die Überwindung der digitalen Spaltung in ihr Aktionsprogramm 2015 aufgenommen und sie zum integralen Bestandteil der deutschen Entwicklungszusammenarbeit gemacht.
Die digitale Spaltung lässt sich überwinden, wenn in den Partnerländern der internationalen Zusammenarbeit angepasste und relevante Technologien wie etwa Open Source (so genannte freie Software) systematisch gefördert werden. Neben dem Zugang zu moderner Informations- und Kommunikationstechnologie fehlt es in vielen dieser Länder am nötigen Know-how, IKT effizient zu nutzen und damit Entwicklungssprozesse anzustoßen. Inwent unterstützt den Aufbau entsprechender Strukturen durch Capacity Building und hat eine Reihe von IT-Trainings- und Netzwerk-Programmen entwickelt, die Kompetenzen in Sachen IK-Technologien vermitteln.
Ein Fokus liegt dabei auf unseren it@inwent-Programmen, die die Informationstechnologie für die nachhaltige Wirtschaftsförderung, Innovation und für die Armutsbekämpfung nutzen. Vor allem Mitarbeiter kleiner und mittlerer IT-Unternehmen sowie von relevanten Bildungsorganisationen und Verwaltungen werden dahingehend qualifiziert, IKT in ihren Unternehmen und dem IT-Sektor umzusetzen und ihr neues Wissen als Multiplikatoren weiterzugeben. Wir vermitteln Know-how zu Schlüsselinnovationen wie lokale Inhalte und Free and Open Source Software (FOSS, quelloffene, lizenzfreie und kostengünstige Software), die von einheimischen Firmen in lokalen Sprachen hergestellt und gepflegt werden kann. Damit werden eigenständige Entwicklungen möglich. Das Programm ict@innovation beispielsweise richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen Süd- und Ostafrikas, die FOSS als lokale Innovationstreiber und armutsrelevante Schlüsseltechnologie kennen lernen. Die Teilnehmer des Programms nutzen ihr neues Wissen, um auf die lokalen Bedingungen angepasste und erschwingliche Anwendungen für die öffentlichen Verwaltungen und die Privatwirtschaft zu entwickeln und anzubieten.
Daneben sind Informations- und Kommunikationstechnologien immanente Bestandteile der Capacity Building-Arbeit von Inwent. Den Teilnehmern unserer Programme bieten wir mit dem Global Campus 21® eine E-Learning-Plattform, die sie zur Aus- und Weiterbildung, zum Informationsaustausch und zur Arbeit an gemeinsamen Projekten unabhängig von Zeit und Ort nutzen können. Darüber hinaus zeigen viele unserer Programme den Teilnehmern die Vorteile der Informationstechnologie auf, um Veränderungsprozesse anzustoßen. Beispielsweise machen wir Lehrer und Ausbilder der beruflichen Bildung mit IKT vertraut, damit sie ihr Wissen effizienter an ihre Fach- und Führungskräfte und damit in das nationale Bildungswesen weitergeben. Das Internationale Institut für Journalismus (IIJ) von Inwent wiederum bietet Weiterbildungen zum Online-Journalismus an und qualifiziert Redakteur/innen und Medienvertreter aus Entwicklungs- und Transformationsländern, das Internet bei der Entwicklung freier, unabhängiger und kritischer Massenmedien zu nutzen. Auch im Inwent-Schwerpunktthema Gute Regierungsführung setzen wir auf IK-Technologien, wenn es beispielsweise um die Nutzung statistischer Informationssysteme oder um den Ausbau der öffentlichen Verwaltungen und somit um mehr Transparenz und Partizipation geht.