Direkt zum Inhalt oder zur Hauptnavigation oder zum Seitenabschluss.
Sie befinden sich hier: Startseite / Internationale Zusammenarbeit / Wirtschaft und Beschäftigung / Stadtentwicklung

Schon heute lebt rund die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten. Vor allem in Entwicklungsländern nimmt die Verstädterung zu, um geschätzte drei bis vier Prozent pro Jahr. Das chinesische Fischerdorf Shenzhen nahe Hongkong beispielsweise wuchs in weniger als 20 Jahren zu einer Großstadt mit 3,5 Millionen Einwohnern heran. In Shanghai, einem der wichtigsten Wirtschaftszentren Chinas, leben bereits 14 Millionen Menschen. Mit der rasanten Verstädterung einher geht häufig die Verelendung jener Stadtgebiete, die von den Zugezogenen bewohnt werden – was eine Vielzahl neuer Probleme unter anderem bei der Ver- und Entsorgung nach sich zieht. Solche Riesenstädte zu verwalten, ist eine enorme Herausforderung.
Andererseits bieten Städte auch wichtige Entwicklungspotenziale. Weil hier viele Menschen auf engem Raum leben, ist es in der Regel kostengünstiger, die erforderliche Infrastruktur zur Verfügung zu stellen als dies im ländlichen Raum der Fall sein könnte. Dadurch wiederum fällt es leichter, die Grundbedürfnisse der Menschen zu decken, was gerade den ärmeren Bevölkerungsschichten zugute kommt. Außerdem gehen von städtischen Ballungszentren meist auch Demokratisierungsprozesse aus, hier werden neue Leitbilder für zukunftsfähiges Leben und Wirtschaften entwickelt. Die Kernaufgabe nachhaltiger Stadtentwicklung ist es, öffentliche Verwaltungsstrukturen zu modernisieren und integrierte Stadtentwicklungskonzepte zu fördern.
Um die erforderlichen städtischen Infrastruktursysteme aufzubauen, bedarf es qualifizierter Fach- und Führungskräfte. Inwent arbeitet beim Thema Stadtentwicklung eng mit dem Zentrum der Vereinten Nationen für menschliche Siedlungen (United Nations Human Settlements Programme, UN-HABITAT ) zusammen. Unser Capacity Building stärkt Verwaltungsangestellt darin, Veränderungsprozesse in Gang zu setzen und ihre Behörden so umzugestalten, dass sich die Bevölkerung an Planungs- und Entscheidungsprozessen beteiligen kann.
In unseren Partnerländern in Afrika, Asien und Lateinamerika unterstützen wir die Führungs- und Nachwuchsführungskräfte durch Beratung, Weiterbildungen und Trainings, wir bieten Dialoge an und fördern den Wissens- und Erfahrungsaustausch der Teilnehmer untereinander durch die Netzwerke, die wir aufbauen. Einige dieser Programme laufen seit Jahrzehnten mit großem Erfolg. Seit 25 Jahren beispielsweise bietet Inwent Weiterbildungsangebote zum nachhaltigen Stadtmanagement in China an. Die Programme vermitteln den chinesischen Teilnehmer/innen Problemlösungs- und Managementkompetenzen für den Schutz natürlicher Ressourcen und die Steigerung der Energieeffizienz. Potenziale einer Verwaltungsreform und -modernisierung werden dabei ebenfalls diskutiert.
Das Sektorprogramm "Internationale Zusammenarbeit für eine zukunftsfähige städtische Entwicklung" fördert die Zusammenarbeit zwischen den Städten des Netzwerkes "Sustainable Cities", das die Vereinten Nationen aufgebaut haben. Die Fach- und Führungskräfte im Stadtmanagement müssen strategisch planen und wirtschaftliche Effizienz mit umwelt- und sozialverträglicher Entwicklung verbinden. Weil wir die richtigen Akteure miteinander vernetzen, können sie für ihre jeweiligen Städte passende Lösungsmodelle entwickeln. Eine besondere Rolle spielen dabei das Management von Umweltkatastrophen in Ballungszentren, die Beteiligung der Bürger sowie der Aufbau leistungsfähiger Informations- und Kommunikationssysteme auf Open-Source-Basis.