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Inwent Bildungszentrum Starnberger See, Wielinger Straße 52, 82340 Feldafing
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Als die Olympischen Spiele 2008 nach Peking und die Fußballweltmeisterschaft 2010 nach Südafrika vergeben wurden, zeigten sich viele sehr skeptisch. Wertet Olympia nicht ein Regime auf, das die Menschenrechte massiv verletzt? Ist Südafrika bei all seinen sozialen und wirtschaftlichen Problemen überhaupt in der Lage, ein derartiges Großereignis zu organisieren? Rangieren hier nicht ökonomische Interessen – nämlich die Erschließung interessanter Märkte – in besonders zugespitzter Weise vor sportlichen, ganz zu schweigen von humanitären? Das Internationale Olympische Komitee wie auch der Weltfußballverband hielten dagegen.
Sie argumentierten, dass gerade durch diese Sport-Großveranstaltungen eine Öffnung Chinas befördert, positive Entwicklungen auch in Südafrika angestoßen werden könnten.
Streit um die gesellschaftlichen Aspekte des Sports ist nicht neu. Schon in der Antike steckte im Ausdruck „Panem et circenses“ (Brot und Spiele) die spöttische Kritik des römischen Dichters Junius Juvenalis am Versuch, Sport für politische Zwecke zu instrumentalisieren. Viele Beispiele zeigen, wie politische Systeme aller Couleur Sportereignisse dazu nutzten und nutzen, um Macht zu demonstrieren und das Image zu profilieren. Sport kann zu Konfrontationen führen, kann aber auch friedensstiftendes Potenzial haben. Vor allem ist er ein riesiges Geschäft – primär für Großkonzerne.
Doch auch sozial benachteiligte Menschen und unterentwickelte Regionen können von großen Sportveranstaltungen gelegentlich profitieren.
In jedem Fall sind die Mega-Events ein gewaltiges Medienspektakel. Als in Peking gut 11.000 Sportlerinnen und Sportler um Medaillen kämpften, waren mehr als doppelt so viele Journalisten akkreditiert. Sportreporter zumeist, doch es rückten auch Themen wie die Unterdrückung Tibets, Internetzensur und ökologische Probleme in China stärker in den medialen Fokus, als dies sonst der Fall ist. Und jetzt schon wird vorausblickend über spezifische Probleme auch in Südafrika nachhaltiger berichtet als früher.
Den Teilnehmenden des Journalistenseminars bieten sich viele Anknüpfungspunkte, um die gesellschaftliche Rolle, das Potenzial und die Grenzen des Sports in den Blick zu nehmen. Diskutiert werden soll insbesondere über die Anforderungen an die Medien und die Möglichkeiten der Journalisten bei der Berichterstattung über die Großereignisse. Wissenschaftler, Politiker, Sportler und Journalisten aus China, Südafrika und Europa suchen in Plenarsitzungen, Workshops sowie anhand konkreter Projektbeispiele Antworten unter anderem auf folgende Fragen:
Ist Sport ein geeigneter "Transmissionsriemen" für entwicklungspolitische Belange?
Welches "günstige" politische Umfeld brauchen Sportprojekte, damit Sport sein positives Potenzial entfalten kann?
Welche Rolle können Journalisten spielen, um ein solches Umfeld zu fördern?
Welche Erfahrungen haben die Berichterstatter in Peking 2008 gemacht, welche Erwartungen haben sie im Hinblick auf Südafrika 2010?