Texte und Berichte - Armutsbekämpfung: Kann Entschuldung die treibende Kraft sein? - Programm

Programm

Armutsbekämpfung:
Kann Entschuldung die treibende Kraft sein?





Donnerstag, 15. Juni 2000
 
 11.00 Uhr Eröffnungssitzung
 
Begrüßung:  Dr. Gudrun Kochendörfer-Lucius
Leiterin
Entwicklungspolitisches Forum der DSE
  
Eröffnung: Dr. Uschi Eid
Parlamentarische Staatssekretärin im 
Bundesministerium für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Ablassé Ouedraogo
Stellvertretender Generaldirektor
Welthandelsorganisation (WTO)

Eduardo Aninat 
Stellvertretender Geschäftsführender Direktor
Internationaler Währungsfonds (IWF)
 

Einführung: Emile Doumba
Minister für Wirtschaft, Finanzen, Haushalt
und Privatisierung
Gabun
  
Vorsitz: Dr. Emil Schnell
Mitglied des Haushaltsausschusses
Deutscher Bundestag
 
 12.45 Uhr

 13.00 Uhr

Sitzungsende

Mittagessen

Pressekonferenz

 

 15.30 Uhr Plenarsitzung I

Entschuldung als ein wesentliches Element für einen neuen Ansatz zur Armutsbekämpfung

Zur Stärkung der HIPC-Initiative haben die G-7 Länder auf dem Kölner Gipfel im Juni 1999 beschlossen, schnellere und intensivere Unterstützung unter der Bedingung zu leisten, dass die durch die Entschuldung freigesetzten Ressourcen für die Armutsbekämpfung eingesetzt werden. Die Bretton Woods-Institutionen haben durch die Einführung des "Strategiepapiers zur Armutsbekämpfung" als Referenzrahmen für die Kreditvergabe zu Vorzugsbedingungen diesen neuen Ansatz in ihre Aktivitäten integriert; die afrikanischen Staatsoberhäupter, die sich im Januar 2000 beim Libreville-Gipfel versammelten, haben diesen neuen Ansatz ausdrücklich gebilligt und gleichzeitig an die internationale Gemeinschaft appelliert, sicher zu stellen, dass es sich dabei um zusätzliche Ressourcen zur Entschuldung handelt. Allerdings haben viele ärmere Länder in der Vergangenheit Hilfe in Form von Umschuldung oder bilateraler Schuldenerlasse erhalten. In welchem Umfang kann Entschuldung Anstoß zu einer effektiveren Armutsbekämpfung geben? Welche Veränderungen sind notwendig, um die Entschuldung im Rahmen der HIPC-Initivative wirksamer zu machen?
 
Vorsitz: Serigne Mbaye Thiam
Abgeordneter der Nationalversammlung
Senegal
  
Sprecher: Dr. Gorind Nauth Ganga
Direktor
Research Department 
Bank von Guyana

Christiane Overkamp
Vorsitzende Erlassjahr 2000 (NRO)
Misereor
Deutschland

Magda Shahin
Stellvertretende Ministerin 
für internationale Wirtschaftsbeziehungen
Ägypten
 

Erfahrungsaustausch

 17.00 Uhr Sitzungsende
 17.30 Uhr Plenarsitzung II

Die Rolle externer Partner: die Armutsbekämpfungsstrategie als Rahmen für Geberkoordinierung?

Von der Armutsbekämpfungsstrategie wird erwartet, dass sie nicht nur einen Bezugsrahmen für Regierungshandeln abgibt, sondern auch für Interventionen der Entwicklungspartner, einschließlich der Bretton Woods-Institutionen. Flexible, mittelfristige Verpflichtungen der Geberressourcen würden eine stetige Implementierung der Armutsbekämpfungspolitik ermöglichen. Wie können Geberpolitik und –verfahren am besten im Hinblick auf die Ziele der nationalen Strategie koordiniert werden? Wie kann man sicherstellen, dass Entschuldung nicht die Entwicklungsfinanzierung substituiert? Ist es gerechtfertigt, dass die Geber Bedingungen auf der Basis der Ziele der Armutsminderungsstrategie aufstellen – wie kann man diese Ziele definieren und messen und wie können diese Bedingungen mit "local ownership" in Einklang gebracht werden?
 
Vorsitz: Angelika Pohlenz
Generalsekretärin
Internationale Handelskammer (ICC)
Deutschland
  
Sprecher: Stephanie Baile 
Principal Administrator
Development Cooperation Directorate
Organization for Economic Cooperation
and Development (OECD)

Dr. Hans Peter Schipulle
Stellvertretender Abteilungsleiter
Leiter der Abteilung für Globale und Sektorale Politik
Bundesministerium für wirtschafliche 
Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Deutschland

Tertius Zongo 
Finanzminister
Burkina Faso
 

Erfahrungsaustausch

20.00 Uhr Abendessen
mit Bootsfahrt durch das neue Berlin
 
Rede: Dr. Stephan Reimers
Prälat
Bevollmächtigter des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) bei der Bundesregierung und der Europäischen Union
Vorgestellt von: Dr. Heinz Bühler
Kurator
Deutsche Stiftung für internationale 
Entwicklung (DSE)
 
Freitag, 16. Juni 2000
 
8.30 Uhr Plenarsitzung III

Formulierung von Armutsbekämpfungsstrategien – Integration von makroökonomischer Politik und strukturellen Reformen

Wieviel Spielraum gibt es in den armen Ländern, um die inländischen Spareinlagen zu erhöhen und welche Politik wäre notwendig, um den Zufluss von ausländischem Privatkapital zu fördern und die Gesamteffizienz des Kapitals zu erhöhen? Gibt es einen qualitativen Unterschied bei den makroökonomischen und strukturellen Politikprioritäten in der Post-Stabilisierungsphase? Sollten Regierungen sich stattdessen auf Arbeitsmarkteffizienz und –flexibilität konzentrieren und ein Umfeld schaffen, in dem das Wachstum der Aktivitäten des Privatsektors und der Investitionen zu einer Erweiterung der Einkommen schaffenden Möglichkeiten führt? Steuer- und Ausgabenpolitik kann eine direkte Auswirkung auf die Armut haben – aber sie kann auch als Teil einer aktiven Einkommensverteilungspolitik eingesetzt werden; wäre dies eine ange-messene Komponente der Armutsminderungsstragie?

Die Effizienz der strukturellen und makroökonomischen Politik kann durch Schaffung von Synergien erhöht werden (z.B. Handelsförderung, die durch Infrastrukturentwicklung begleitet wird), doch viele dieser Politiken waren schon lange Teil der Entwicklungspläne der Länder. Wie kann der Planungsprozess zum Zweck der Maximierung dieser intersektoralen Verbindungen angepasst werden? Welche anderen politischen Prioritäten sollten gestärkt werden (Genderpolitik, Kleinkredite usw.) abgesehen von der üblichen Priorisierung der Gesundheit, Bildung und ländlichen Entwicklung – wie können die Regierungen sich innerhalb der konkurrierenden Sektor-Prioritäten im Rahmen begrenzter Finanzierung entscheiden? Welche Arten von sozialen Sicherungsnetzen sind im Kontext weitreichender und tief verwurzelter Armut angemessen, insbesondere wo zeitweiliger oder partieller Verlust regelmäßiger Einnahmen die Menschen in noch tiefere Armut stürzen kann?
 
Vorsitz: Saleh Nsouli
Stellvertretender Direktor
IWF Institut  
Internationaler Währungsfonds (IWF)
 
Sprecher: Ahmed Lamine Ali
Minister für Wirtschaftsförderung 
und Entwicklung
Tschad

Arntraud Hartmann
Direktorin Albanien
Weltbank

Dr. Ernesto Hernández-Catá
Stellvertretender Direktor
Afrika-Abteilung
Internationaler Währungsfonds (IWF)

Ablassé Ouedraogo
Stellvertretender Generaldirektor
Welthandelsorganisation (WTO)

Stefan Schönberg
Abteilungsleiter Internationale Beziehungen
Deutsche Bundesbank
 

Erfahrungsaustausch
  

ab 10.00 Uhr  Kaffee wird serviert
  
11.45 Uhr Plenarsitzung IV

Formulierung einer nationalen Armutsbekämpfungsstrategie und Sicherstellung ihrer wirksamen Implementierung

Viele dieser Politiken, die wahrscheinlich in die Armutsbekämpfungsstrategie einfließen sollen, sind schon erprobt worden, jedoch war ihre Implementierung mangelhaft. Es wird jetzt allgemein anerkannt, dass eine partizipative Formulierung und Begleitung der Politik zu einem größerem „sense of ownership“ und erfolgreicherer und konsistenterer Realisierung beitragen. Wie können solche Prozesse organisiert werden und welche Rolle sollte dabei der Zivilgesellschaft zukommen? Welche Gruppen machen die Zivilgesellschaft aus (Parlamente, Gewerkschaften, Vertreter der Bauern usw.) und wie können die Regierungen eine angemessene Beteiligung dieser Gruppen sicherstellen? Transparenz, Verantwortlichkeit und Verfügbarkeit von Informationen sind Elemente von guter Regierungsführung und können durch partizipative Prozesse gesteigert werden. Sind darüber hinaus andere Komponenten (z.B. Dezentralisierung, „capacity and institution building“) für den Erfolg der Strategie notwendig?
 
Vorsitz: Alhaji Mohammed Sanusi Daggash
Vorsitzender des Finanzausschusses
Bundesparlament
Nigeria
 
Sprecher: Dr. Kofi Konadu Apraku
Mitglied des Finanzausschusses des 
Parlaments
Ghana

Pauline Biyong
Präsidentin von Cité Intérim (NRO)
Kamerun 

Pradeep S. Mehta
Generalsekretär
Consumer Unity and Trust Society (CUTS, NRO)
Indien

Dr. Odette Nyiramilimo
Staatsministerin für soziale Angelegenheiten
Ruanda
 

Erfahrungsaustausch
  

13.30 Uhr  Sitzungsende
  
13.45 Uhr Mittagessen
  
16.00 Uhr Schlusssitzung

Was können wir realistischerweise von dem neuem Ansatz der Armutsbekämpfung erwarten?

Präsentation des zusammenfassenden Berichts über die Diskussionen (Berichterstatter)
 
Vorsitz: Dr. John Page
Direktor
Abteilung Wirtschaftspolitik
Weltbank
  
Berichterstatter: Elliott Harris
Assistent des Direktors
Afrika-Abteilung
Internationaler Währungsfonds (IWF)

Sharon White
Senior Economist
Armutsbekämpfungsstrategie
Weltbank
 

Persönliche Reflektionen: Diakite Fatoumata N’Diaye
Ministerin für soziale Entwicklung, 
Solidarität und Senioren
Mali

Inonge Wina
Vorsitzende
NRO Koordinationskomitee (NGOCC)
Sambia
 

 

17.30 Uhr Sitzungsende
Buffet

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Copyright © 2000, DSE, letzte Änderung:  6. September 2000