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Texte und Berichte -
Entwicklungspolitik und Militär - Vorwort
Entwicklungspolitik und Militär
Weltweit ist eine Zunahme von Friedensmissionen mit sehr unterschiedlichen Mandaten zu beobachten. Zur Zeit befinden sich in über zwanzig Ländern mehr als eine Viertelmillion ausländischer Soldaten in entsprechenden Einsätzen - die meisten geführt oder legitimiert durch die VN oder regionale Organisationen. Mit der Anzahl ziviler und militärischer Missionen hat sich auch die Bandbreite ihrer Aufgaben vergrößert - von der Ausübung reiner Kontrollaufgaben als Wahlbeobachter und Waffeninspekteure bis hin zur teilweisen oder vollständigen Übernahme hoheitlicher Aufgaben vormals souveräner Staaten. Gleichzeitig ist "state building" zu einem vertrauten Wesenszug vieler Friedensmissionen weltweit geworden. Die komplexen Aufgaben moderner multidimensionaler Friedensmissionen, wie sie auch im Brahimi-Report beschrieben werden, erfordern einen abgestimmten Ansatz zwischen militärischen und sicherheitspolitischen Instrumenten einerseits und zivilen Instrumenten wie der Entwicklungspolitik andererseits. Wenngleich die Notwendigkeit eines solchen Ansatzes unbestritten ist, so sind doch viele Fragen hinsichtlich der Prinzipen, auf denen die Interaktion zwischen den verschiedenen Politikfeldern bei Planung, Durchführung und Finanzierung basieren soll, unbeantwortet. Der internationale Politikdialog "Entwicklungspolitik und Militär", den das Entwicklungspolitische Forum im Auftrag der Bundesregierung, vertreten durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), durchführte, diskutierte aktuelle Fragen ohne protokollarische Zwänge mit Teilnehmern und Teilnehmerinnen sowohl aus dem zivilen aber auch aus dem militärischen Bereich. Der Dialog war dazu angelegt, aus aktueller Sicht eine konzeptionelle Bewertung der Entwicklungen der Mandate internationaler Friedensmissionen unter besonderer Berücksichtigung der Kooperation zwischen militärischen und entwicklungspolitischen Akteuren vorzunehmen. Was sind die Lessons Learned, was kann man verbessern, wo bestehen Defizite, wie kann der Prozess der Kooperation gestaltet werden? Eine Publikation des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung zum Thema wird in Kürze auch in englischer Sprache im Internet unter www.bmz.de/de/service/infothek/fach/spezial/diskurs/index.html verfügbar sein. Vor diesem Hintergrund sollen die unterschiedlichen Formate und Mandate von Friedensmissionen diskutiert und im Hinblick auf ihre jeweiligen Auswirkungen auf einen koordinierten Ansatz zwischen militärischen und entwicklungspolitischen Instrumenten bewertet werden, um zu einem akzeptierten Standard für die Interaktion beider Politikfelder zu gelangen. Wann ist der geeignete "entry point" für die entwicklungspolitische Strategie und wann der geeignete "exit point" für militärische Akteure? Wie soll die Interaktion zwischen beiden Akteuren bei zeitgleichem Einsatz gestaltet werden? Wie können die unterschiedlichen Prinzipien hoheitlichen Handelns auf Seiten des Militärs und der partnerschaftsorientierte Ansatz der Entwicklungszusammenarbeit verbunden werden? Häufig muss von Region zu Region und auch innerhalb eines Landes unterschiedlich vorgegangen werden, je nach dem Stand der Befriedung. Die Veranstaltung will hier Erfahrungen zusammentragen, die in den unterschiedlichen Weltregionen mit unterschiedlichen Formaten von Friedensmissionen gemacht wurden. In vier Panels sollen die entsprechenden regionalen Erfahrungen der Friedenskonsolidierung und Konfliktprävention mit verschiedenen Formaten diskutiert werden:
Der internationale Politikdialog war dazu angelegt, kontroverse Problemlagen, die sich sowohl im Planungsstadium von Friedensmissionen als auch aus dem Aufeinandertreffen ziviler und militärischer Einsatzkräfte vor Ort ergeben, anzusprechen und lösungsorientiert zu diskutieren. Die deutsche Bundesregierung hat den Aufbau und die Verbesserung ziviler Krisenprävention zu einer vorrangigen Aufgabe deutscher und europäischer Politik erklärt. Mit der Verabschiedung des Aktionsplans "Zivile Krisenprävention, Konfliktlösung und Friedenskonsolidierung" wurde ein konzeptioneller Rahmen geschaffen, sicherheitspolitische und entwicklungspolitische Erfordernisse besser miteinander zu verzahnen. Im Ergebnis sollte der Politikdialog Impulse setzen für ein besseres Rollenverständnis und eine effizientere Wahrnehmung der spezifischen Rollen ziviler und militärischer Akteure sowie zu einer Stärkung von integrierten Planungsprozessen internationaler Friedensmissionen führen. Arna
Hartmann
Leiterin
Entwicklungspolitisches Forum InWEnt - Internationale Weiterbildung und Entwicklung gGmbH
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