[ Gesundheitswesen ]
Gefährlicher Brain-drain
Die Abwanderung von medizinischem Personal hat in vielen Ländern zu einer ernsten Krise geführt. Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt, dass etwa vier Millionen Ärzte und Krankenpfleger fehlen. 57 Länder – vor allem in Afrika und in Asien – seien akut vom Fachkräftemangel betroffen.
Handlungsbedarf sehen indessen auch die Teilnehmer der ersten Konferenz des Global Forum on Human Resources for Health (GHWA), das bei der WHO angesiedelt ist. Die Konferenz fand Anfang März in Kampala statt. Dort warnte der Gesundheitsminister von Uganda vor den Folgen der Abwerbepraxis. In Uganda komme inzwischen ein Arzt auf 100 000 Patienten. Medizinisches Personal wandere vor allem nach Südafrika ab, aber auch in den Sudan und nach Ruanda, wo Hilfsorganisationen weitaus bessere Gehälter zahlen würden. In Uganda könnesich ein Arzt oft nicht seine Miete leisten.
In ihrem Abschlussdokument forderten die Teilnehmer der GHWA-Konferenz deshalb alle Staaten dazu auf, selbst medizinisches Personal auszubilden. Auch solle für gute Arbeitsbedingungen und eine angemessene Bezahlung gesorgt werden. Die WHO solle Richtlinien für die Rekrutierung von ausländischen Fachkräften erarbeiten. Es gehe hier um die Lebensqualität und die Würde von Menschen, sagte der GHWA-Geschäftsführer, Francis Omaswa. Dafür zu sorgen, dass alle Bedürftigen medizinische Hilfe erhalten, sei Pflicht aller Gesellschaften und ihrer Regierungen. (sz)
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E+Z, 2008/04, Monitor, Seite 139



