Friedenspädagogik in Zentralamerika, Mexiko und Kolumbien


Ausgangssituation

Zu den Hauptproblemen Zentralamerikas zählt die Armut. In Guatemala, Honduras, Nicaragua und El Salvador lebt die Hälfte der Bevölkerung unterhalb der nationalen Armutsgrenze. Dazu kommt die große Ungleichheit der Einkommensverteilung zwischen Armen und Reichen. Dies verursacht soziale Spannungen, die auch nach dem Ende der langen und zerstörerischen Bürgerkriege weiter bestehen. Für die Region typische Naturkatastrophen verschärfen die Situation zusätzlich. Kolumbien ist ein Sonderfall: nach wie vor befindet sich das Land in einem bewaffneten Konflikt, der den gesamten Staat erschüttert.

Ein Phänomen, das sich unter anderem aus dieser Geschichte heraus erklären lässt, ist die in der Region zunehmende Gewalt und Kriminalität. Gewalterfahrungen prägen die Gesellschaften. Kinder und Jugendliche wuchsen und wachsen unter gewaltsamen Bedingungen auf und tragen – oft ungewollt – zur Verstetigung und Reproduktion der Gewalt bei. Ein Beispiel dafür sind die stark zunehmenden gewaltbereiten Jugendbanden („maras“ oder „pandillas“).


Ziele und Inhalte

Foto Peace Education
Um die Entstehung einer Kultur der friedlichen Konfliktbearbeitung zu fördern, ist es notwendig, die herrschende Kultur der Gewalt zu überwinden. Friedenspädagogik zielt darauf ab, dieser Tendenz vorzubeugen. Sie sensibilisiert Kinder, Jugendliche und Erwachsene für die unterschiedlichen Formen von Gewalt, stärkt ihre kommunikativen und sozialen Fähigkeiten, und befähigt sie, Konflikte gewaltfrei zu lösen. Friedenspädagogik ist eine Möglichkeit, der Gewaltkultur entgegen zu wirken. Sie flankiert breiter angelegte Anstrengungen zur Bekämpfung der Konfliktursachen, insbesondere der Armut und beruflichen Perspektivlosigkeit.

Im Rahmen des Programms „Friedenspädagogik in Zentralamerika, Mexiko und Kolumbien“ möchte InWEnt einen Beitrag zur Entwicklung einer Friedenskultur leisten. Dies soll durch die Übernahme von Konzepten, Methoden und Inhalten der Friedenspädagogik in der schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit erfolgen. Dazu werden mehrteilige regionale Fortbildungskurse für Multiplikatoren angeboten. Wichtigste Ziele sind die Einübung innovativer Methoden der Konfliktbearbeitung, die Förderung des fachlichen Austauschs sowie die dauerhafte Vernetzung der Herkunftsinstitutionen der Teilnehmenden. Eingeladen werden jährlich rund 24 ausgewählte Führungskräfte aus dem staatlichen und nicht-staatlichen Bildungssektor. Es wird erwartet, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf dieser Basis mit Hilfe von InWEnt Fortbildungsveranstaltungen in ihrem Land organisieren. Der Kurs ist als ein fortlaufendes Lernprogramm konzipiert. Zwischen den einzelnen Programmetappen werden auf der InWEnt-Lernplattform Global Campus 21 Hilfestellung, regelmäßiger Austausch und Anregungen angeboten.


Publikationen

Die im Rahmen dieses Projektes geplanten Publikationen greifen jeweils ein bestimmtes Schwerpunktthema auf und geben so dem Fachpublikum eine Dokumentation sowie eine thematische Einführung an die Hand.

Erschienen ist bisher:

InWEnt/Las Dignas/Pro-Búsqueda (Hg.): Educar desde la Memoria. Experiencias Pedagógicas para la Paz, la Democracia y la Equidad de Género, San Salvador 2004. Zu beziehen unter: InWEnt, Bildungsabteilung, Friedrich-Ebert-Alle 40, 53113 Bonn oder per Fax unter 0228/4460-1844

Eine weitere Publikation zur Rolle der Zivilgesellschaft ist derzeit in Vorbereitung.