Berufliche Bildung für die Länder des Maghreb

Ausgangssituation

Seit Mitte der 1990er Jahre reformieren die Länder Algerien, Marokko und Tunesien (Algerien seit 2001) das gesamte Wirtschaftssystem, um im Rahmen des Barcelona-Prozesses spätestens 2012 mit der Europäischen Union eine Freihandelszone zu bilden.
Dieser Zusammenschluss erfordert internationale Wettbewerbsfähigkeit. Insbesondere geht es um eine Verbesserung der Qualifikation der Arbeitskräfte sowie der Organisation und Produktion der Unternehmen, damit die produzierenden Betriebe unter den von der WTO festgelegten Bedingungen wirtschaftlich handlungsfähig werden. Die drei Länder stehen unter erheblichem Druck, diese Ziele zu erreichen, ohne dass es zu gravierenden negativen Auswirkungen auf dem Arbeitsmarkt kommt. Bereits heute ist die Arbeitslosigkeit vor allem bei Jugendlichen und Frauen sehr hoch, und es steht zu befürchten, dass die Reformprozesse zu weiteren Verlusten an Arbeitsplätzen führen.

Die Länder gehören zudem einer Region an, die durch massive Umweltprobleme, insbesondere sich verknappende Wasserressourcen und unzureichende Abwasser- und Abfallentsorgung, gekennzeichnet ist. Umweltschutz findet in der beruflichen Bildung bislang keine der Situation angemessene Berücksichtigung.

Ziele und Inhalte des Programms

Fach- und Führungskräfte, die im staatlichen und privatwirtschaftlichen Sektor für die Aus- und Fortbildung junger Menschen zuständig sind, lernen, Qualifizierungsangebote entsprechend dem Bedarf der Wirtschaft, den Erfordernissen der Umwelt und zielgruppenorientiert zu entwickeln und umzusetzen. Dazu wird das erforderliche Orientierungs- und Handlungswissen vermittelt. Hiermit wird übergreifend ein Beitrag zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Länder sowie Erhöhung der Beschäftigungsfähigkeit junger Menschen geleistet.

Inhaltlich sind folgende Aktivitäten Bestandteil des Programms:

Algerien und Tunesien:

  • Fortbildungszyklen zu unterschiedlichen Themen im Bereich moderner Kfz-Technologien
  • Fortbildungsmaßnahmen zur Stärkung der Rolle des privaten Sektors in der Berufsbildung und zur Organisation des Zusammenspiels zwischen schulischer und betrieblicher Ausbildung
  • Unterstützung von Ansätzen zur Förderung der beruflichen Qualifizierung benachteiliger Zielgruppen, insbesondere von Frauen und jungen Mädchen, v.a. durch die Organisation eines Erfahrungsaustauschs zwischen den Ländern


Algerien:

Unterstützung bei der Evaluierung der in der algerischen Berufsbildung neu eingeführten Umweltberufe und bei der Revision von Curricula in gewerblich-technischen Ausbildungsgängen unter Umweltgesichtspunkten.

Marokko:

Unterstützung des Outsourcingprozesses im Bereich Abwasser des staatlichen Wasserunternehmens ONEP.

Zielgruppen

Zielgruppen sind junge Frauen und Männer, deren Beschäftigungsfähigkeit über formale und nonformale berufliche Ausbildung und Qualifizierung gestärkt wird. Hiervon profitieren auch Unternehmen, die auf vertiefte und neue Kompetenzen von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen zurückgreifen können

Programmlaufzeit

Die ersten Maßnahmen sind mit der zweiten Jahreshälfte 2004 angelaufen. Das aktuelle Vorhaben kann als Pilotphase für eine langfristige Kooperation von InWEnt mit dem Maghreb in der beruflichen Bildung angesehen werden.

Über die oben beschriebenen Programmmaßnahmen hinaus steht Fachkräften der Berufsbildung aus dem Maghreb auch die Teilnahme an weiteren Fortbildungsmaßnahmen offen.

Kontakt

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