Unterstützung der Wirtschaftsreformprozesse in Usbekistan

Berufliche Bildung trägt zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und zur Armutsreduzierung bei

Ausgangssituation

Usbekistan, die bevölkerungsreichste zentralasiatische Republik, ist nach wie vor durch Gegensätze geprägt. Es gibt ein zentralistisches Regierungssystem mit komplizierten politischen und administrativen Strukturen. Armut ist, besonders in den Provinzen außerhalb der Hauptstadt Taschkent, ein weit verbreitetes Problem und die innenpolitische Situation wird immer wieder durch fundamentalistische Tendenzen in Teilen der Bevölkerung erschwert. Der Staat dominiert auch das wirtschaftliche Geschehen und die Rahmenbedingungen für private Unternehmen sind stark verbesserungsbedürftig. Deshalb entfalten Strukturreformen in diesem Bereich ihre Wirkung nur sehr langsam.

Es gibt aber auch das Bestreben des Staates nach internationaler wirtschaftlicher Zusammenarbeit, nach der Entwicklung marktwirtschaftlicher Strukturen und nach der Verbesserung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit. Um diesen Zielen näher zu kommen, fließen 38 % des gesamten Staatshaushalts in den Bildungssektor. Besondere Priorität genießt die berufliche Bildung: es wurde ein langfristig angelegter umfangreicher Ausbau des Berufsbildungssystems beschlossen und als vorrangiges Staatsziel festgeschrieben.

Ziele und Inhalte des Programms

Oberstes Ziel des InWEnt-Programms ist die nachhaltige Unterstützung der Reformbemühungen im Bereich der beruflichen Bildung. Ein funktionierendes Berufsbildungssystem ist die Basis für die Entwicklung und Herstellung konkurrenzfähiger Produkte und bildet eine der wesentlichen Grundlagen für Beschäftigung und damit eine signifikante Verminderung der Armut.

Auf Grund der demographischen Entwicklung werden in naher Zukunft rund 500.000 junge Menschen jährlich in die berufliche Ausbildung drängen. Um diesen Ansturm bewältigen zu können, soll die Zahl der berufsbildenden Schulen bis 2009 von 600 auf knapp 1.700 und die der Lehrer und Fachausbilder von 57.000 auf 167.000 steigen.

Im Rahmen des zunächst auf drei Jahre angelegten Vorhabens werden technische Lehrkräfte fachlich und berufspädagogisch in sechsmonatigen Trainingskursen so qualifiziert, dass sie nach der Fortbildung als Multiplikatoren in der Lehrerweiterbildung tätig sein können. Auf diese Weise wird sicher gestellt, dass die große Anzahl der usbekischen Lehrkräfte im berufsbildenden Sektor sich nach ihrer universitären Erstqualifikation weiterbilden kann.

Flankierend finden Seminare zu Themen wie „Leitung von Bildungseinrichtungen“, „Lehr- und Lernmittelentwicklung“, „Arbeitsicherheit“ oder „Umweltschutz“ statt. Alle Themen sind mit den usbekischen Partnerinstitutionen abgestimmt und werden während des Programmverlaufs kontinuierlich aktualisiert.

Parallel zu diesem Hauptansatz unternimmt das Programm den Versuch, auch die Privatwirtschaft und hier insbesondere kleinere und mittlere Unternehmen zu unterstützen. So wird zum Beispiel in Kooperation mit lokalen Partnern versucht, Existenzgründungen zu erleichtern und eine Brücke zwischen den Anforderungen des Arbeitsmarktes und den staatlichen Ausbildungsgängen zu bauen.

Das Vorhaben besteht zur Zeit aus 30 Einzelmaßnahmen, nach 20-monatiger Laufzeit wurden bereits über 150 Fach- und Führungskräfte in Seminaren und Trainingskursen in Deutschland und Usbekistan qualifiziert. Der Frauenanteil liegt mit etwas mehr als einem Drittel erfreulich hoch. Relativ viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen aus den Regionen außerhalb der Hauptstadt.

Ein Workshop zur bilateralen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der beruflichen Bildung, der Ende September 2004 in Taschkent stattfand, hat den Programmansatz bestätigt. Eine Verlängerung über das Jahr 2005 hinaus wurde von den usbekischen Partnern beantragt.
Inzwischen wurde das Programm bis 30.06.2009 verlängert.

Programmlaufzeit

2003 - 2005 (I. Phase)
2006 - 2009 (II. Phase)

Über die oben beschriebenen Programmmaßnahmen hinaus steht usbekischen Fachkräften der Berufsbildung auch die Teilnahme an weiteren Fortbildungsmaßnahmen offen.

Kontakt

Abteilung Technologie- kooperation, System- entwicklung und Management in der beruflichen Bildung
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