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Afghanistan![]() Seite 1: Landesübersicht & Naturraum |
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Übersichtskarte und weitere Karten
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Die Islamische Republik Afghanistan bedeckt eine Fläche von ca. 652 000 km²; zum Vergleich: die Bundesrepublik Deutschland begnügt sich mit
Man kann sich Afghanistan wie eine Hand mit dem Rücken nach oben vorstellen, die von Nordost nach Südwest weist, der Handrücken entspricht dem Hauptkamm des Hindukusch, dessen Gipfel über 7000 m ragen, die gespreizten Finger bilden die Gebirgszüge, welche vom Hindukusch ausgehen. Zwischen den Fingern fließen die wichtigsten Flüsse, wie Kabul, Hilmend, Farah Rud, Hari-Rud und Murghab. Im Nordosten bildet der im Oberlauf auch Panj genannte Oxus (Amu Darya), der aus dem Pamir kommt, die Grenze zu Mittelasien. Nur zwei ganzjährig befahrbare Pässe, der Sabzak (2120 m) im Westen und der Salang (3400 m) im Osten verbinden Nordafghanistan mit dem Rest des Landes. |
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![]() Hindukusch-Hauptkamm | |||
Landes- |
Der Website von Luke Powell enthält eine große Sammlung eindrucksvoller Fotos aus allen Regionen Afghanistans, sowohl aus der Vorkriegszeit wie auch aktuelle Bilder. Einen Kontrast zu diesen malerischen Szenen bilden die Afghanistan-Fotos von Ben Krain, der für die US-amerikanische Regionalzeitung Arkansas Democrat Gazette arbeitet und das Land vor allem unter dem Aspekt von Krieg und Wiederaufbau fotografiert hat. ![]() Westafghanistan: Südlich Shindand |
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Grunddaten |
Einen umfassenden Überblick über Afghanistan in englischer Sprache stellt der amerikanische Auslandsgeheimdienst CIA in seinem World Factbook zur Verfügung, ebenso das Länderprofil "Afghanistan" der Washingtoner Kongressbibliothek. |
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Naturräumliche Gegebenheiten![]() Satellitenfoto des oberen Kabulbeckens; markant hebt sich das grüne Kulturland von den umliegenden kahlen Bergen ab (Quelle: NASA) |
Landschaftsgeographisch läßt sich Afghanistan in folgende sieben Regionen einteilen:
Eine umfassende Einführung in die Geographie Afghanistans bietet das Kapitel 2 "The Society and Environment" des Afghanistan-Bandes der "Country Studies"-Serie in der Washingtoner Kongressbibliothek. Darüber hinaus geht Südasien Online, die Webpräsenz des Südasien-Informationsnetzes e. V., auch auf Flora, Fauna und Umweltsituation ein; ein sehr informativer Artikel zu den verschiedenen Vegetationszonen Afghanistans stammt von Sigmar Breckle (PDF, 64 KB). Die Vielfalt der landschaftlichen Räume Afghanistans spiegelt sich auch in den klimatischen Verhältnissen wieder. Zwar lässt sich generell sagen, dass in Afghanistan ein trockenes Kontinentalklima mit ausgeprägten Temperaturunterschieden sowohl zwischen Sommer und Winter wie auch zwischen Tag und Nacht herrscht, aber die Variationsbreite der einzelnen Klimaelemente ist von Region zu Region beträchtlich. Besonders offensichtlich ist dies bei den durchschnittlichen Wintertemperaturen: sie reichen von sibirischen -20°C im zentralen Hochland und im Wachankorridor bis zu mediterranen +10°C im unteren Kabulbecken - hier zeigt sich schon, dass es den in den Medien häufig beschworenen "harten afghanischen Winter" so verallgemeinert nicht gibt. Im Sommer ist das Bild ausgeglichener, abgesehen von den hohen Gebirgslagen über 3500 m liegen die Juli-Durchschnittswerte durchweg beträchtlich über +20°C (z. B. 24,5°C in Kabul, zum Vergleich Köln: 18°C), über 30°C in den Gebirgsfußoasen und Ebenen, vor allem in der südwestlichen Wüste und im unteren Kabulbecken können Extremwerte um 50°C erreicht werden. Eine detailliertere Darstellung der Temperaturverhältnisse in Afghanistan mit Meßdaten zahlreicher Wetterstationen findet sich bei Afghanist. Die Niederschläge sind sehr ungleichmäßig über das Jahr verteilt; in den meisten Landesteilen konzentriert sich der größte Teil des Jahresniederschlags auf die Monate Dezember bis April, während insbesondere Sommer und Herbst praktisch niederschlagsfrei sind. Abweichungen von dieser Grundtendenz gibt es in der Baktriane, wo die Regenfälle bereits im Oktober einsetzen, und in den Ostprovinzen, wo der Sommermonsun von Indien her für kräftige Sommergewitter sorgt, die gelegentlich westwärts bis nach Kabul vordringen. Auch die absoluten Niederschlagsmengen variieren beträchtlich: von 50 mm/Jahr in der Dasht-e Margo bis etwa 1100 mm am Nordhang des Hindukusch. Anschaulich mit Temperatur- und Niederschlagsdiagrammen zahlreicher Wetterstationen wird das Klima Afghanistans in einer PowerPoint-Präsentation von Sigmar Breckle dargestellt. |
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Ökologische Probleme |
Der Krieg hat in weiten Teilen Afghanistans zu schwerwiegenden Umweltschäden geführt, sowohl direkt (etwa durch Einsatz von chemischen Waffen insbesondere zur Zeit der sowjetischen Besatzung) wie auch indirekt (Zerstörung von Bewässerungssystemen, unkontrollierter Holzeinschlag in den östlichen Waldgebieten und damit verbundene Erosion und Verkarstung). Diese Umweltzerstörung stellt ein Hemmnis sowohl für den (land-)wirtschaftlichen Wiederaufbau als auch für die allgemeine Entwicklung des Landes dar. Eine Einführung in die Thematik gibt es auf der Afghanistan-Seite von Südasien Online, ausführlicher ist der UNEP-Bericht zur Umweltsituation in Afghanistan vom Januar 2003. |
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Sozialgeographische Gegebenheiten |
In Afghanistan liegen die Bevölkerungsschwerpunkte hauptsächlich in den Flußoasen am Rand des zentralen Berglandes (Herat, Farah, Kandahar, Maimana, Mazar-e Sharif, Kunduz) sowie in den innermontanen Beckenlandschaften Ostafghanistans (Kabul, Jalalabad); in diesen Gebieten befindet sich der größte Teil der bewässerten Ackerflächen. Die höchsten Bevölkerungsdichten, nämlich bis über 200 Einwohner/km², werden dabei in der Region Kabul-Charikar erreicht. Ebenfalls noch relativ dicht besiedelt (30 bis 50 Einwohner/km²) ist das im Mittel 2000 m hoch gelegene Plateau zwischen Kandahar und Kabul sowie die zur Indusebene hinabführenden subtropischen Tallandschaften an der Südostgrenze zu Pakistan (Khost, Kurram) Das zentrale Hochland ist hingegen abgesehen von kleineren Beckenlandschaften an Flüssen wie Heri Rud, Khash Rud, Hilmend und Arghandab nur spärlich besiedelt; die Hochgebirgsregion des eigentlichen Hindukusch, das Pamir-Hochland im äußersten Nordostzipfel des Staatsgebietes (Wachan-Korridor) wie auch die Wüstengegenden im Südwesten und entlang der iranischen Grenze sind nahezu menschenleer. Die Afghanistan-Seite des "City Population"-Websites von Thomas Brinkhoff enthält eine umfangreiche Aufstellung der Bevölkerungszahlen aller afghanischen Städte und Provinzen, teilweise im Vergleich 1979 - 2006; die Einträge lassen sich auch sortiert anzeigen. Hinsichtlich der regionalen und lokalen Unterteilung und Gliederung vor allem ländlicher Räume gibt es Unterschiede zwischen den traditionellen Vorstellungen der afghanischen Bevölkerung einerseits und moderner staatlichen Planung andererseits; auf den Webseiten des Zentrums für Entwicklungsforschung (ZEF) der Universität Bonn findet sich hierzu ein Artikel von Katja Mielke und Conrad Schetter am Beispiel der Provinz Kunduz. Der Verlauf der Hauptverkehrswege in Afghanistan trägt dieser Bevölkerungsverteilung Rechnung: das Land wird im Wesentlichen durch eine nördliche und südliche Fernverkehrsstraße erschlossen, die üblicherweise als "Große Ringstraße" zusammengefasst werden; der Südtrakt verläuft von Herat aus in einem weiten Bogen über Kandahar um das Zentralmassiv und durch die Hochebene des Südostens nach Kabul; der Nordtrakt überwindet, ebenfalls in Herat beginnend zunächst den bereits erwähnten Sabzak-Pass und windet sich durch das Murghab-Becken und an der Grenze zu Turkmenistan entlang ins nordafghanische Tiefland, dann südwärts durch das Tal des Kunduz-Flusses und über den Salang-Pass nach Kabul, wo er auf die Südstrecke trifft. Anschlussstrecken existieren von Herat nach Iran und Turkmenistan, von Mazar-e Sharif nach Usbekistan, von Kunduz nach Tadschikistan sowie von Kandahar und Kabul nach Pakistan. Abgesehen von einer kurzen Stichbahn vom usbekischen Termez über den Amu Darya besitzt Afghanistan gegenwärtig kein Schienennetz; im Falle einer weiteren wirtschaftlichen und politischen Konsolidierung ist es aber nicht ausgeschlossen, dass die seinerzeit nicht verwirklichten transafghanischen Eisenbahnprojekte der 1970er Jahre wiederbelebt werden. | ||
Nationale Symbole![]() Das Staatswappen |
Die gegenwärtige Flagge Afghanistans ist eine senkrechte Trikolore mit den Farben schwarz, rot und grün; in der Mitte des roten Feldes befindet sich das Staatswappen, eine Moschee mit Gebetsnische, umgeben von einem Kranz aus Weizenähren. Detaillierte Informationen über Bedeutung und Geschichte der verschiedenen afghanischen Flaggen seit 1901 finden sich im Afghanistan-Eintrag des Online-Flaggenlexikons. Eine gesungene Fassung der heutigen, von Babrak Wassa komponierten afghanischen Nationalhymne ist beim afghanischen Internet-Radiosender eAfghans Radio abrufbar. |
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