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Landes-
Überblick

Angola


Angola liegt am Atlantischen Ozean im Südwesten Afrikas. Das Land grenzt im Norden und Nordosten an die Demokratische Republik Kongo (ehemals Zaire), im Südosten an Sambia und im Süden an Namibia. Zum Staatsgebiet gehört die längs der Küste gelegene Provinz Cabinda, die vom Hauptterritorium durch die Kongomündung und einen etwa 70 Kilometer tiefen Korridor der Demokratischen Republik Kongo getrennt ist. Im Norden stößt Cabinda an die Republik Kongo.
Angola zählt zu den größeren Ländern Afrikas. Mit einer Fläche von 1,25 Millionen Quadratkilometern ist das Land etwa dreimal so groß wie Deutschland.

Landesuebersichtskarte (30 KB)

Ein Mausklick auf die Angola-Karte zeigt diese in voller Größe.

Allgemeiner Überblick


Eine nützliche Kartensammlung zu Politik, Wirtschaft, Bevölkerung und Bevölkerungszusammensetzung bietet die Bibliothek der Universität von Texas.

Das Land

Von der etwa 1600 Kilometer langen Küste Angolas erstreckt sich ein flacher Küstenstreifen ins Land. Er ist im Süden 15 Kilometer breit und weitet sich nach Norden hin auf 200 Kilometer aus. Dahinter erheben sich Gebirgszüge mit Spitzen bis zu 2000 Metern. Sie leiten über ins zentrale Hochland und die Zentralafrikanische Hochebene, die etwa zwei Drittel der Landesfläche ausmachen.
Die Hochebene ist von Savannenlandschaft geprägt, die Böden sind überwiegend sandig. Bessere Böden und damit gute Voraussetzungen für die Landwirtschaft bieten das nördliche Tiefland, die nicht so steilen Hanglagen im Norden und das zentrale Hochland. Aufgrund dieser Voraussetzungen sind diese Landesteile auch dichter besiedelt.

Potenziell zählt Angola zu den reichsten Ländern Afrikas. Das Klima ist günstig, es gibt reiche Ressourcen an Wasser und anbaufähigem Land, dazu reichhaltige Bodenschätze, vor allem Öl, Diamanten und Eisenerze.

Die Menschen

Die Bevölkerung teilt sich in zahlreiche ethnische Gruppen. Die größeren von ihnen sind die Ovimbundu (38%) im zentralen Hochland und dem angrenzenden Küstenstreifen, die Kimbundu (23%), die in einem großen Gebiet von der Hauptstadt Luanda bis in Landesinnere leben, und die Bakongo (13,5%) im Nordwesten und Cabinda. In den östlichen Landesteilen leben die Lunda/Chokwe und die Ngangela (jeweils 8%).
Die überwiegende Mehrheit der Menschen lebt auf dem Land. Aufgrund von jahrzehntelangem Krieg und Bürgerkriegen sind jedoch große Teile der Bevölkerung entwurzelt und in die Flucht getrieben. Viele davon haben in den "sichereren" Städten Zuflucht gefunden. Seit dem Ende der Kriege 2002 kehren viele Flüchtlinge zurück.

Die Geschichte

In Angola haben sich in vorkolonialer Zeit verschiedene politische Gesellschaften gebildet. Es gab Königreiche wie bei den Bakongo, daneben zahlreiche eigenständige, kleine Dörfergemeinschaften in verschiedenen Teilen des Landes.
Im ausgehenden 15. Jahrhundert begann Portugal als erste europäische Macht sich in Afrika festzusetzen. Die erste Begegnung der Portugiesen mit den Völkern Angolas begann auf "Augenhöhe". Die Portugiesen stießen dabei auf die hochentwickelten Königreiche Kongo und Ngola mit differenzierter Gesellschaft und Wirtschaft. Aus dem letzterwähnten Königreich leitet sich der Name Angola ab.
Während die afrikanischen Reiche großes Interesse am Austausch mit Europa zeigten, suchten die Portugiesen nur eines: Sklaven, vor allem für ihre Zuckerrohrplantagen in ihrer südamerikanischen Kolonie Brasilien.
Das Land selbst wurde für die Kolonialherren erst interessant, als Sklaverei und Sklavenhandel durch die Briten unterbunden wurden. Die Portugiesen begannen daraufhin mit dem Aufbau von Plantagen in Angola, auf denen sie Afrikaner zu Zwangsarbeit verpflichteten.
Auf der Berliner Kongo-Konferenz von 1884/85 wurde die portugiesische Herrschaft über Angola in den heutigen Grenzen anerkannt. Die Herrschaft im Innern des Landes konnte aber erst viel später durchgesetzt werden. Erst in den 1920er Jahren wurde der letzte Wiederstand gebrochen.
Etwa zehn Jahre später begannen die Portugiesen mit einer Assimilierungspolitik, um die Afrikaner stärker ans Mutterland zu binden. Aus den besser Ausgebildeteten rekrutierte sich eine national orientierte Schicht, deren Aktivitäten 1961 in offenen Widerstand und Befreiungskrieg mündeten.
Mit der so genannten Nelkenrevolution portugiesischer Offiziere brach das Kolonialreich zusammen, und Angola erlangte seine Unabhängigkeit, die jedoch von Beginn an durch interne Rivalitäten und einen Stellvertreterkrieg im Ost-West-Konflikt geprägt war.

Überblicke über Land und Leute, Religionen, Wirtschaft und Gesellschaft sowie Geschichte des Landes bis Ende der 1980er Jahre bietet "A Country Study: Angola" . Die Themen und Epochen sind einzeln aufrufbar. Einen chronologischen Abriss finden Sie auf der Angolaseite der issa.

Indikatoren für menschliche Entwicklung

Trotz seines Reichtums zählt Angola zu den armen Ländern. Das ist nicht zuletzt dem Krieg geschuldet, der mit den Reichtümern des Landes bezahlt wurde. Ausführliche Daten zur sozialen Lage bietet alljährlich der Human Development Report von UNDP. Im Bericht von 2005 wird Angola auf Rang 160 von 177 Staaten eingestuft. Eine Auswahl aus der umfangreichen Statistik des UNDP finden Sie auf der SADC-Seite der issa: soziale und wirtschaftliche Indikatoren. Dort können Sie die Daten auch mit denen der Nachbarstaaten vergleichen und im regionalen und kontinalen Vergleich sehen.

Der Krieg hat das Land weit hinter seine Entwicklungsmöglichkeiten zurückgeworfen. Über eine Millionen Menschen kamen ums Leben. Vier bis fünf Millionen - mehr als ein Drittel der Bevölkerung - haben ihre Heimatorte verlassen, suchten Zuflucht in Nachbarländern oder wurden zu Flüchtlingen im eigenen Land. Der größte Teil ist zurückgehrt, hängt aber von ausländischer Nothilfe ab. Kaum ein Land zählt so viele Amputierte, die Opfer der Minen geworden sind.

Indikatoren für menschliche Entwicklung in Angola

Lebenserwartung
(in Jahren)
1970-1975
37,9
2001-2005
40,7
Kindersterberate
(auf 1.000 Lebendgeburten)
1970
180
2003
154
Sterberate der unter Fünfjährigen
(auf 1.000 Lebendgeburten)
1970
300
2003
260
Bevölkerung mit Zugang zu sauberem Wasser 1990
32%
2002
50%
Einschulungsrate 1969/91
51%
2002/2003
61%
Alphabetenrate
(über 15-Jährige)

1990
keine Angaben

2003
71,4%

Quelle: UNDP Human Development Report 2005

Nationale Symbole

Protokoll: Flagge und Staatssymbole werden z.Zt. neu entworfen, ebenso die Nationalhymne in Wort und Melodie. Die noch gültige Flagge sehen Sie in dieser Länderkunde auf jeder Seite. Text und Übersetzung der Nationalhymne können Sie hier im Original und Übersetzung lesen oder hören.


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