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Wirtschaft & Entwicklung
Angola

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Die Wirtschaft
Angola ist ein wirtschaftlich potenziell reiches Land.
Einen ersten Überblick verschafft der
Angolabericht
der Bundesagentur für Außenwirtschaft. Ergänzende Daten finden
sich auf den Seiten
der angolanischen Regierung.
Einen Jahresbericht 2005 liefert auch das
UNDP.
Eine aktuelle Einschätzung der wirtschaftlichen Lage bietet die Übersicht der
Bundesagentur für Außenwirtschaft
bfai.
Vor welchen Herausforderungen sich die Wirtschaft Angolas
nach dem
Ende Von Krieg und Bürgerkrieg gestellt sah,
zeigt ein Bericht der Friedrich-Ebert-Stiftung
FES
aus dem Jahr 2004.
Formal bekennt sich Angola zur Marktwirtschaft. 1987 hat die Regierung
nach gescheiterten sozialistischen Versuchen erste zaghafte liberale
Reformen eingeleitet. Den derzeitigen Stand der Wirtschaftspolitik der
angolanischen Regierung bewertet der Transformationsindex
der Bertelsmann-Stiftung. Die Regierung hat in den letzten Jahren
Reformbereitschaft
demonstriert, wie eine Analyse der bfai bestätigt. Die
Inflation wurde bekämpft, der Wechselkurs stabil gehalten.
Der Erfolg der Refompolitik blieb bisher gering:
Eine von Bodenschätzen abhängige Rentenökonomie kennzeichnet
die Wirtschaftsordnung zu Lasten der vor der Unabhängigkeit
dominanten Landwirtschaft.
Diese, von der die Mehrheit der Bevölkerung meist auf subsistenzwirtschaftlicher Basis lebt, hat unter den Kriegen
gewaltig gelitten und erwirtschaftet nur einen geringen
Teil des Brutto-Inlandproduktes.
Die ökonomische Situation ist durch ein niedriges Pro-Kopf-Einkommen
und eine hohe Inflation gekennzeichnet. In den letzten Jahren
konnte zwar ein hohes Wirtschaftswachstum
verzeichnet werden, das jedoch der Bevölkerung
nicht zugute gekommen ist. Beim UNDP können Sie den Stand der
Armutsbekämfung
in Angola nachlesen. Eine ausführliche Analyse der
Wirtschaftsentwicklung in Angola hat die Bundesagentur
für Außenwirtschaft erarbeitet.
Auf ein neues Investitionsklima setzt auch die deutsche Wirtschaft,
was sie auf einem Symposion mit Vertretern der deutschen und angolanischen
Wirtschaftspolitiker zum Ausdruck brachte. Mittlerweile wird
ein verstäktes
Engagement deutlich.
Devisenquellen
Die wichtigsten Devisenquellen Angolas sind Diamanten und
Erdöl,
das im Verbund mit zahlreichen westlichen Konzernen bereits seit den 1950er
Jahren erschlossen wurde und vorwiegend vor der Küste der Exklave Cabinda
ausgebeutet wird. Die erzielten Einnahmen dienten der
Finanzierung des Krieges
beider Seiten. Heute wird erwartet, dass der
Ölboom zum Aufbau des Landes beiträgt.
Vor allem der Ölsektor hat zur verbreiteten
Korruption
der herrschenden Eliten geführt. Nach dem
Korruptionsindex
von Transparency International
befindet sich Angola unter den korruptesten Staaten der Welt.
Der Staatshaushalt der Regierung ist praktisch durch niemenden zu kontrollieren.
Im Open Budget Index 2006
rangiert Angola in der untersten Kategorie "Keine Information".
Die Open Budget Initiative ist ein Verbund
von Nichtregierungsorganisationen, die im Oktober 2006 die
Haushaltsoffenlegung in 53 Ländern untersucht hat. Nach einem festen Fragenkatalog
werden die Länder in fünf Rängen eingestuft:
"Extensive Information" (81-100%), "Significant Information" (61-80%),
"Some Information" (41-60%), "Minimal Information" (21-40%)
und in der untersten Gruppe "Scant or No Information" (0-20%.
Angola erreicht 4%.

Der Reichtum des Landes geht an
der Bevölkerung vorbei. Foto: issa
Millenniumsziele
Im Jahr 2000 wurde die
Millenniums-Erklärung
von
den Vereinten Nationen verabschiedet. Sie verpflichtet die reichen
wie die armen Länder, alles daran zu setzen, um die Armut zu beseitigen,
die menschliche Würde und die Gleichberechtigung zu fördern
und Demokratie, Frieden und ökologische Nachhaltigkeit zu
verwirklichen.
Die aus der Erklärung hervorgegangenen Millenniums-Entwicklungsziele
verpflichten die Länder dazu, verstärkt gegen unzureichende Einkommen,
weitverbreiteten Hunger, Ungleichheit zwischen Mann und Frau,
Umweltschäden und Mängel bei der Bildung,
der Gesundheitsversorgung und dem Zugang zu sauberem Wasser
vorzugehen. Sie enthalten auch Maßnahmen für den
Schuldenabbau, die Erhöhung der Entwicklungshilfe sowie
die Ausweitung des Handels und des Technologietransfers in die
armen Länder. Die Zielvorgaben sollen bis 2015 erreicht werden.
Was Angola
betrifft, dürfte wohl keines der
Ziele erreicht werden. Fortschritte sind nur bei der Bekämpfung
von Armut und Hunger zu erwarten. Das Ziel der Primarschulbildung
könnte erreicht werden.
Deutsche EZ
Angola ist ein potentielles Kooperationsland der Bundesrepublik.
Die letzten Regierungsverhandlungen zwischen der Bundesrepublik
und Angola haben 1995 stattgefunden. Eine Wiederaufnahme der
Entwicklungszusammenarbeit ist im Zusammenhang mit Verbesserungen der
Regierungsführung zu sehen.
Zur Zeit setzt die deutsche Unterstützung vor allem auf Gemeindeebene
mit zwei Vorhaben an: Rehabilitation von Körperbehinderten sowie
Reintegration von Flüchtlingen und Unterstützung der aufnehmenden Gemeinden.
Darüberhinaus beteiligt sich Deutschland an der Wiederaufbauhilfe der
Europäischen Union.
Informationen über die Entwicklungszusammenarbeit der Bundesrepublik
Deutschland finden Sie beim
Auswärtigen Amt.
Eine Übersicht über staatliche und nichtstaatliche Organisationen, die
auf dem Felde der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit tätig sind,
bietet das
Directory
of Development Organizations.
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