alle Länder Homepage
Landesüberblick Staat & Politik Wirtsch. & EZ Gesellsch. & Kultur Praktisches

Benin
Seite 4: Gesellschaft, Kultur & Religion

4.1 Makrosoziale Struktur

 

Fulbe in Nordbenin © M.Doevenspeck 

 

Ein Fest der Lokpa in Parakou © M.Doevenspeck 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Sounon von Wari Maro © M.Doevenspeck 

 

 

Akpaki Dagbara II von Parakou (gest. 2004) © M.Doevenspeck 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Migration in Benin
© M. Doevenspeck 


Migranten in Zentralbenin

© M. Doevenspeck

4.1.1 Regionalismus, Ethnizität und Tribalismus

Benin ist durch ethnische, regionale und linguistische Vielfalt geprägt. Die Karten der ethnischen Gliederung Benins gibt Ihnen einen ersten Überblick über die räumliche Verteilung der ethnischen Gruppen. In den Veröffentlichungen der Ergebnisse des Zensus 2002 wurden die 61 gezählten ethnischen Gruppen in folgende Großgruppen zusammengefasst:

Fon und verwandte ethnische Gruppen: 39,2%
Adja und verwandte Gruppen: 15,2%
Yoruba und verwandte Gruppen: 12,3%
Bariba und verwandte Gruppen: 9,2%
Fulbe und verwandte Gruppen: 7%
Bètammaribè und verwandte Gruppen: 6,1%
Yom, Lokpa und verwandte Gruppen: 4%
Dendi und und verwandte Gruppen: 2,5%
Andere ethnische Gruppen: 1,6%

2002 lebten darüber hinaus 141.595 Ausländer in Benin. Der überwiegende Teil stammte aus den Nachbarländern Niger (34,8%), Togo (22,1%) und Nigeria (20,5%).

Zur linguistischen Vielfalt Benins, detaillierten Informationen über die einzelnen Sprachen und deren Einordnung in die großen afrikanischen Sprachgruppen vergleichen Sie bitte die Liste des Ethnologue oder die des Joshua Projects . Die dort gemachten Zahlenangaben zu den Sprechern der jeweiligen Sprache müssen jedoch insofern relativiert werden, als die Mehrsprachigkeit des überwiegenden Teils der beninischen Bevölkerung dort nicht berücksichtigt ist. So ist zum Beispiel das Dendi (z.B. Ethnologue: 30.000 Sprecher) mit Ausnahme des Atakoragebirges die Markt- und Verkehrssprache des Nordens.
Über die Orthographie und das Alphabet einzelner Sprachen in Benin können Sie sich beim Rosetta Project informieren. Wenn Sie Fon, die wichtigste Sprache Südbenins lernen möchten, so steht Ihnen dafür ein online-Sprachkurs zur Verfügung.

4.1.2 Soziale Lage und soziale Klassen

Wie in vielen Ländern der dritten Welt ist auch für Benin die Kluft zwischen der armen Bevölkerungsmehrheit und wenigen Wohlhabenden kennzeichnend. Über 30% der Bevölkerung leben unterhalb der absoluten Armutsgrenze. Der Mangel an Arbeitsplätzen in den Städten zwingt viele Beniner dazu, sich im informellen Sektor zu betätigen oder sich mit mehreren Jobs über Wasser zu halten.

In Vorkonialer Zeit gab es in Teilen Benins Kasten-ähnliche Bevölkerungsgruppen, denen bestimmte Tätigkeit und ein bestimmter Platz innerhalb der sozialen Hierarchien zugewiesen war. In Nordbenin waren z.B. die Gando, welche sich heute als kulturell eigenständige Gruppe verstehen, die ackkerbauenden Sklaven der Fulbenomaden.

Überall in Benin kann man sog. " Könige" in ihren Palästen besuchen, doch das Königtum ist weniger ein Relikt vorkolonialer Strukturen als eine Folge des scramble for Africa nach der Berliner Konferenz von 1885, bei der festgelegt worden war, dass eine Besetzung nur bei gültigen Verträgen mit lokalen Autoritäten anerkannt würde. So wurden lokale und regionale Herrscher als ‚Könige' betitelt, um den Verträgen größere Bedeutung zu verleihen.
Die traditionellen Herrscher Benins wurden aufgrund ihrer Funktion als lokale Vertreter der Kolonialverwaltung (chef de canton) schon vor der Unabhängigkeit von einer neuen einheimischen politischen Elite der Komplizenschaft mit den Franzosen beschuldigt. Ihr politischer Einfluss wurde Anfang der 1960er Jahre durch verschiedene Dekrete eingeschränkt. In dem jungen Staat mussten Dorfchefs nun gewählt werden. Die Zugehörigkeit zur lokalen Aristokratie war kein Kriterium mehr, welches Anwärter auf ein lokales Amt erfüllen mussten. Insgesamt blieb die Stellung der chefferie traditionelle bis zur Machtübernahme durch Kérékou 1972 aber ambivalent: Einerseits wurden die während der Kolonialzeit eingesetzten Kantonchefs nach und nach durch gewählte Vertreter ersetzt, andererseits hatten sie offiziell weiterhin eine beratende Funktion. Sie verstanden es in vielen Fällen, auch die neuen politischen Ämter zu kontrollieren, indem sie auf Basis ihrer ungebrochenen Autorität innerhalb der lokalen Bevölkerung Mitglieder ihrer Familie in wichtige Ämter wählen ließen.
Die repressive Politik des sozialistischen Regimes zwischen 1972 und 1990 gegenüber der chefferie traditionelle war Teil einer ideologisch motivierten, breit angelegten Kampagne gegen traditionelle Institutionen und als rückständig angesehene Praktiken wie Hexerei und Ahnen- und Geisterkult. Die Diskriminierung der als ‚Ausbeuter' angesehenen dörflichen Oberschicht ist als Legitimationsstrategie der neuen Machthaber zu sehen. Dabei kam es jedoch keineswegs zu einer vollständigen Zerschlagung der Aristokratie, sondern eher zu einer empfindlichen Schwächung. Wichtige Aufgaben wie die Steuererhebung wurden ihr entzogen und ihre informellen juristischen Befugnisse abgeschafft. Darüber hinaus durfte beim Tod eines Königs kein Nachfolger inthronisiert werden, wodurch während den 1970er und 1980er Jahren viele traditionelle Herrscherämter vakant blieben. Wie der Erdherr von Wari Maro bedauern viele traditionelle Autoritäten den nachhaltigen Bedeutungsverlust der lokalen Aristokratien zwischen 1972 und 1990.
Im Zuge der Demokratisierung nach 1990 und der damit einhergehenden Rehabilitierung von Opfern politischer Unterdrückung und Verfolgung während der Alleinherrschaft der sozialistischen Einheitspartei setzte eine Re-Legitimierung traditioneller Institutionen ein. Im ganzen Land kam es zur Wiederbesetzung vakanter Ämtern der chefferie traditionelle. Gleichzeitig entstanden neue sogenannte ‚Königtümer' auf lokaler Ebene, die vor der Revolution lediglich den Status einer untergeordneten Vertretung hatten. Auf nationaler Ebene gründete sich der Conseil des Rois du Bénin als Interessensvertretung der traditionellen Herrscher. Forderungen nach einer gesetzlich verankerten Integration der Häuptlingsämter in der kommunalen Verwaltung wurde allerdings nicht nachgegeben. Traditionelle Herrscher bilden daher bis heute eine in ihrem Einfluß oft unterschätzte Parallelstruktur zur staatlichen Administration.

 

4.1.3 Stadt-Land-Verhältnis und Migration

Etwa 40% der Beniner sind Städter, und ihre Zahl erhöht sich ständig. Vor allem die Randgemeinden der Cotonou-Agglomeration, wie Abomey-Calavi, haben enorme Zuwachsraten. Neben der Abwanderung in die Städte spielen aber vor allem intrarurale Wanderungsbewegungen eine wichtige Rolle. Während in Benin mittlerweile die Binnenwanderungen überwiegen und sich das Land auch verstärkt zum Zielgebiet grenzüberschreitender Migration entwickelt, war die beninische Bevölkerung, insbesondere während der 1960er und 1970er Jahre, in die Makromuster internationaler Arbeitsmigration in Westafrika eingebunden. Die wichtigsten Zielländer waren Ghana und Nigeria.
Nachdem die internationale Arbeitsmigration nach Ghana, Côte d'Ivoire und Nigeria Ende der 1960er bzw. Mitte der 1980er Jahre abnahm, prägen heute neben den Land-Stadt-Wanderungen insbesondere ländliche Binnenmigrationen die Mobilitätsprozesse in Benin. In der Karte zur Migration in Benin sind Abwanderungs- und Zuwanderungsgebiete nach Gemeinden dargestellt. Die hohen Wachstumsraten in den mittleren Landesteilen speisen sich aus den auf Zentralbenin gerichteten intraruralen Migrationen. Die Abwanderungsgebiete liegen im extrem dicht besiedelten Süden Benins und in den im Vergleich zum Landesmittel überdurchschnittlich dicht besiedelten Regionen des Nordwestens.

Die intrarurale Binnenmigration von Kleinbauern kann als Ausgleichsbewegung hinsichtlich der ungleichen Bevölkerungsverteilung und den damit verbundenen Disparitäten bei der Verfügbarkeit landwirtschaftlicher Nutzfläche verstanden werden. Im Gegensatz zu den in Westafrika vorherrschenden, nach Süden gerichteten intraruralen Wanderungen, ist in Benin die Zentralregion das wichtigste Zielgebiet ruraler Binnenmigrationen.

4.1.4 Geschlechterverhältnis

Männer und Frauen sind laut beninischer Verfasssung gleichberechtigt, und die Polygamie wurde 2004 offiziell abgeschafft. Tatsächlich wird sie v. a. in ländlichen Gebieten noch häufig praktiziert. Aufgrund der ethnischen und kulturellen Vielfalt des Landes gibt es auch bezüglich des Geschlechterverhältnis regionale Unterschiede. So sind im Norden des Landes Frauen insgesamt weniger häufig in wichtigen Positionen und höheren Berufsklassen vertreten. In der neugewählten Nationalvesammlung sind von 83 nur 5 weibliche Abegordnete vertreten. Einen guten Überblick zur Situation der Frauen in Benin gibt ein vom DED geführtes Interview mit der Soziologin Zariatou Moussa Yari. Wichtig zum Verständnis der Geschlechterrollen ist außerdem die Tatsache, dass Frauen und Männer in praktisch allen Haushalten über getrennte Budgets verfügen und hochgradig individualisert wirtschaften.

4.2 Bildung

 

Eine Dorfschule

© M. Doevenspeck

4.2.1 Schule und Berufsbildung

Verschaffen sie sich zunächst mittels eines Bildungsprofils einen Überblick über die Situation in Benin wo die Analphabetenrate der über 15jährigen bei knapp 70% liegt. Die Regierung hat sich vorgenommen, gemäß den Millenniumszielen der Vereinten Nationen bis zum Jahre 2015 eine 100%-ige Einschulungsrate zu erreichen. Ein hohes Bevölkerungswachstum und fehlende Finanzmittel bewirken aber zur Zeit noch einen Mangel an Schulgebäuden, Lehrern und Lehrmaterial. Die beninische Regierung fördert die Alphabetisierung von Erwachsenen in deren jeweiligen Regionalsprachen.

Das Bildungswesen ist stark durch die ehemalige Kolonialmacht Frankreich geprägt und besteht aus der sechsjährigen Grundschule (école primaire) und den zweistufigen, siebenjährigen Sekundarschulen (collège, lycée). Yayi Boni wollte 2006/2007 die Ecole Primaire gebührenfrei machen. Das Vorhaben ist jedoch nicht überall erfolgreich umgesetzt worden, teilweise wurden Lehrer nicht bezahlt, sind in den Streik getreten und das Schulgeld musste in manchen Schulen nachgezahllt werden. Der Regierung wird ein hastiges und schlampiges Vorgehen bei der Reform vorgeworfen. Auch im neuen Schuljahr 2007/2008 sind viele finanzielle und verwaltungstechnische Fragen unklar und die Unzufriedenheit bei Lehrern ist weiter hoch, so dass weiterhin mit Streiks zu rechnen ist.

4.2.2 Hochschulbildung

Wenn die Abiturienten ein Stipendium bekommen oder von ihrer Familie unterstützt werden, können sie an verschiedenen technischen und Verwaltungshochschulen wie etwa der Ecole Régionale Supérieure de la Magistrature (ERSUMA), an der Universität von Abomey-Calavi (früher: Université Nationale du Bénin) und der 2001 neu gegründeten Universität von Parakou studieren. Die Website des digitalen Campus von Cotonou bietet Ihnen weitere Informationen zum beninischen Hochschulwesen.

Folgende ausgewählte Links führen Sie zu deutschen Forschungsprojekten bzw. Forschungsprojekten mit deutscher Beteiligung in Benin

IMPETUS
BIOTA West Africa
Ecocité

 

4.3 Gesundheit und Sozialwesen

 

Kondomwerbung

© M. Doevenspeck


Apotheke mit Biomedizin

© M. Doevenspeck

4.3.1 Gesundheitsversorgung

USAID und WHO bieten Ihnen Übersichten über den beninischen Gesundheitssektor. Zur Gesundheitssituation von Kindern in Benin steht Ihnen die länderspezifische website von UNICEF zur Verfügung. Ein Programm der Weltbank zum Aufbau effektiver Gesundheitsdienste.

ACTION-PLUS-SIDA-SANTE gibt Ihnen genau wie das Anti-AIDS-Aktionsprogramm von USAID einen Überblick zu HIV-Infektionen und AIDS in Benin.
Ökonomische Folgen von AIDS

 

4.3.2 Traditionelle Medizin

Traditionelle Medizin und Heilungsverfahren spielen ein große Rolle. Gerade im ländlichen Raum sind Ärzte oder Krankenhäuser oft überhaupt nicht erreichbar, oder einfach zu teuer. Es gibt eine große Bandbreite alternativer Heilverfahren, die von lokaler Biomedizin bis zu verschiedenen Formen spiritueller oder religiöser Heilverfahren reicht. Wie die verschiedenen traditionellen und modernen Therapieeinrichtungen und - verfahren miteinander konkurrieren, erfahren Sie hier .Viele Beniner nehmen unterschiedliche Therapieeinrichtungen wahr, je nachdem, welches Verfahren für den besonderen Krankheitsfall den meisten Erfolg zu versprechen scheint.

 

4.4 Kultur

4.4.1 Kunst und Kultur

Obwohl der beninische Staat trotz einer detailliert ausformulierten Kulturpolitik nur wenige Fördermittel für die Kunst bereitstellen kann, hat sich neben der Weiterführung von Traditionen wie die der bunten und immer thematischen Wandbehänge des Südens eine rege Künstlerszene mit vielen jungen Künstlern wie etwa Zinkpè entwickelt.
Neben dem Festival International de Théâtre du Bénin (FITHEB), das seit 1991 durchgeführt wird, bietet insbesondere das französische Kulturinstitut in Cotonou dem sehr beliebten Theater in Benin ein Forum.
Das beninische Kino mit seinen Filmemachern wie Jean Odoutan wurde in den letzten Jahren vor allem durch das Internationale Filmfestival von Ouidah gestärkt.
Die Musikszene Benins ist weit aufgefächert. Traditionelle beninische Musik wie die von
Amikpon steht neben Synthesen von Tradition und Jazz wie sie die Gangbé Brass Band produziert und neuer Musik aus Benin, deren wohl bekannteste Vertreterin der Worldmusic-Star Angelique Kidjo ist. Beispiele für traditionelle und moderne Musik können Sie auf der website von Beninensis hören, einen Übersichtsartikel zur beninischen Musik finden Sie bei Rhytmes.
Eine Übersicht über aktuelle kulturelle Ereignisse finden Sie auf der website von Africinfo, über die afrikanische Kulturszene im allgemeinen bei Africultures.

4.5 Religion

 

Religionen in Benin: Räumliche Verteilung

© M. Heldmann


Eine Dorfmoschee

© M. Doevenspeck

 


4.5.1 Offizielle Religionen

Religion: Anteil an der Gesamtbevölkerung in %
Katholische Kirche
27,1 %
Islam
24,4 %
Vodoun 17,3 %
Andere traditionelle Religionen
6 %
CCC, Celestial Church of Christ
5 %
Andere christliche Kirchen
5,3 %
Methodisten
3,2 %
Andere protestantische Kirchen
2,2 %
Andere Religionen 1,9 %
Keine Religion
6,5 %
Keine Angabe
1,1 %
Quelle: INSAE Volkszählung 2002

Die römisch-katholische Kirche begann ihre Missionsarbeit 1680. Der Katholizismus ist heute auch die wichtigste christliche Konfession in Benin mit einem klaren Schwerpunkt im Süden. Englische Methodisten begannen 1843 zu missionieren, konzentrierten sich aber ebenfalls auf die Küstenbevölkerung. Andere protestantische Kirchen sind z.B. die Assemblé de Dieu, die Baptisten und die von der US-amerikanischen Missionsgesellschaft SIM gesteuerte Union des Eglises Evangeliques au Bénin (UEEB). Eine weitere bedeutende Kirche ist die der "Himmlischen Christen", (CCC Celestial Church of Christ) mit Glaubensannahmen aus dem Weltbild der Yoruba. 1947 in Port Novo gegründet, hat sie heute über 10 Mio. Anhänger in vielen Ländern Westafrikas, aber auch in Europa, Kanada und den USA.
Die westafrikanische Ausprägung des Islam unterscheidet sich in vielen Dingen vom Islam in arabischen Ländern. Der Islam in Benin wurde durch muslimische Händler (Dendi) aus Mali und Niger verbreitet, die durch den Handel mit Kolanuss und Gold in Kontakt mit den islamischen Manding-Händlern (Malinké, Bambara, Dioula) waren. 1962 waren 7% der Bevölkerung Muslime, 1992 20%. Dachorganisation der beninischen Muslime ist die Union Islamique du Bénin (UIB), die aber aufgrund ihrer Inhomogenität nur auf dem Papier existiert. Sie wurde 1980 auch zur besseren Kontrolle der einzelnen Gemeinschaften in den islamischen Zentren Benins wie Djougou, Parakou, Nikki, Kandi und Porto Novo gegründet, die heute aber eine relativ große politische Autonomie haben. Die islamische Gemeinde im südlichen Porto Novo entwickelte sich erst im 19. Jhdt. , v. a. durch Yoruba und Haussa-Händler aus dem heutigen Nigeria.
In Benin gibt es unzählbar viele Koranschulen, deren Unterrichtsziel für die SchülerInnen im Alter zwischen 5 und 20 Jahren vor allem das Lesen der 114 Kapitel des Koran ist und die Fähigkeit einige beim Gebet zu rezitieren. Ab 1950 wurden die "écoles franco-arabes", von arabisch-islamischen Institutionen aus Nordnigeria, Sudan, Ägypten, Saudi-Arabien finanziert und ausgestattet. Seit Mitte der 1960er Jahre arbeiten auch Absolventen der islamischen Universität von Medina in Saudi Arabien als Lehrer und seit 1970 gibt es viele Beniner mit Diplomen arabischer Hochschulen.

 

4.5.1 Vodoun, Synkretismus und die gesellschaftliche Bedeutung von Religion

Mit Benin verbindet man immer auch Vodoun. Bitte informieren Sie sich über folgende Links ausführlich über Glaubensinhalte und Götter des Vodoun:

Profil des Glaubenssystems Vodoun
Mißverständnisse von Vodoun
Animismus in Benin
Vodoun und seine soziale Kontrollfunktion
Videoclips über Vodoun in Benin

Informationen zu Religionszugehörigkeit sollten immer vorsichtig betrachtet werden. Chrakteristikum aller Religionen sind Synkretismus und Eklektizismus. Alle Beniner ordnen sich demnach in einer Volksbefragung einer "offiziellen" Relgion zu, da Ihnen ja schließlich nur eine Auswahlmöglichkeit gegeben wird. Tatsächlich aber verfolgen viele traditionelle spirituelle und religiöse Praktiken und bezeichnen sich gleichzeitig als Christ oder Moslem. Wie auch in anderen Teilen Afrikas sind Hexereidiskurse im Alltag eines großen Teils der beninischen Bevölkerung sehr präsent.

 

pfeil-l    zurück zur vorherigen Seite    |   weiter zur nächsten Seite     pfeil-r
 

alle Länder Homepage
Landesüberblick Staat & Politik Wirtsch. & EZ Gesellsch. & Kultur Praktisches