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Botswana
Seite 1: Landesüberblick & Naturraum

Landes-
überblick

Flagge

© 3 dflags.com

Die Republik Botswana gilt als afrikanisches Musterland. Dabei wird häufig übersehen, dass es hier - neben einem im subsaharischen Vergleich einzigartigen Wohlstand - auch zahlreiche gesellschaftliche und umweltbezogene Probleme gibt. Diese Landesinformationsseiten vermitteln Ihnen nicht nur einen Überblick über Landesnatur, Gesellschafts- und Wirtschaftsstrukturen, sondern werden Ihnen auch einen Einblick in die vielfältigen Entwicklungsprobleme gewähren.

Hinweise:
Alle Verweise ("links") werden in einem neuen Browser-Fenster geöffnet!
Fast alle links führen auf englischsprachige Seiten (eng). Daher werden nur deutsche Seiten mit einem Flaggensymbol (deu) gekennzeichnet!
 

Botswana Karte

Die Landesübersichtskarte in voller Größe. (800KB)

Eine etwas detailliertere Karte mit Verwaltungsgrenzen und einigen Verkehrswegen. Die Straßenverbindungen sind inzwischen teilweise ausgebaut und erweitert worden.

Satellitenbilder können Sie bei EarthView abrufen. (Dieser link müßte Sie genau über Botswana bringen - mit einem Blick aus 147.000 km Höhe. Tut er dies nicht, wählen Sie die Standardeinstellung von EarthView und versuchen Sie es dort nochmals...)

Satellitenbilder mit zum Teil speziellerem Inhalt finden Sie im Earth Observatory der NASA ("Botswana" eingeben!).

Hinweis: Diese Seite wird ca. Ende März 2008 wieder verfügbar sein!

Bei Google können Sie sich recht aktuelle Satelliten- und Luftbilder ansehen, z.B. für Gaborone in guter Qualität. Spielen Sie etwas mit den Zoom- und Verschiebefunktionen!

Lage und Größe

Mit rund 600.000 qkm ist Botswana etwa so groß wie Frankreich.
Botswana liegt im südlichen Afrika und besitzt als Binnenland keinen Zugang zum Meer. Ein Großteil des Landes wird vom Kalaharibecken eingenommen.
Staatsgrenzen bestehen zu Südafrika, Namibia, Sambia und Simbabwe.

Hinweis:
Die offizielle deutsche Schreibweise lautet "Botsuana". Die vor Ort verwendete und auch im deutschen Sprachraum gebräucliche ist "Botswana". Sie wird auch auf diesen Webseiten verwendet.
 

Impressionen

Kalahari

Weite Teile Botswanas sind nahezu menschenleer. Die fast ebene, nur gelegentlich von flachen, breiten Trockentälern durchzogene Kalahari prägt den größten Teil der Landschaft. Die eintönige Weite wird im Norden durch das Okavangodelta, im Osten durch Hügelketten durchbrochen.

Trans Kalahari Highway

Fahrt durch die endlose Weite der Kalahari
(Foto: F.Krüger)

Einige Foto-Impressionen aus Botswana .

Phantastische Bild- und Klangimpressionen und dazu noch interessante Informationen bietet die von Geographie-Studierenden der Universität Erlangen-Nürnberg gestaltete Seite Botswana - Facetten eines afrikanischen Landes .
 

Grunddaten

Geographische Grundlagen und Bevölkerungsdaten

Einige geographische Basisinformationen zu Botswana (inklusive Wirtschaft, Regierungsform usw.) bietet das World Fact Book.
Die Angaben werden mehr oder weniger regelmäßig überarbeitet und sind jetzt verlässlicher als früher. Dennoch sollten Sie das World Fact Book keinesfalls als einzige Quelle für statistische Daten zu Botswana heranziehen.

Das Statistische Bundesamt liefert keine eigenen Informationen mehr, sondern verweist auf das botswanische Central Statistics Office
CSO.

Das Population Reference Bureau bietet ausführliche demographische Übersichten zu den Staaten des subsharischen Afrika, darunter auch Botswana.

Bei Wikipedia finden Sie weitere komprimierte Informationen im Überblick. Wie üblich, sind die Informationen freier Webbibliotheken zwar mit etwas Vorsicht zu genießen, aber die Seite bietet doch vielfältige Hinweise und links.
 

Naturraum

Chobe

Naturräumliche Gliederung

Die Kalahari ist die dominierende naturräumliche Großeinheit Botswanas. Sie ist jedoch - im Gegensatz zu vielen Behauptungen in der Literatur - keine Wüste, sondern eine Savanne. Allerdings fehlen perennierende (ganzjährig wasserführende) Gewässer. Es herrschen tiefgründige Sandböden (Arenosole) vor.
Die Kalahari besitzt unzählige Salzpfannen, die wichtige ökologische Funktionen übernehmen: Wildtiere können hier z.B. ihren Mineralienbedarf decken; außerdem füllen sich einige Pfannen in der Regenzeit mit Wasser; an den Pfannenrändern ist die Vegetation stärker gegliedert und bietet durch diese Kleinkammerung verschiedene ökologische Nischen. In Botswana wird das Kalaharibecken auch als sand veld bezeichnet.

Salzpfanne

Nachmittag an einer Salzpfanne
(Foto: F.Krüger)

Das Okavangodelta im Nordwesten und die riesigen, vegetationslosen Magkadigkadi-Salzpfannen in der nödlichen Mitte bilden eigene ökologische Großeinheiten.

Im Osten begrenzen Hügelketten das Kalaharibecken. Diese als hard veld bezeichnete Region erhält mehr Niederschläge; die Böden sind fruchtbarer.

Kalaharirand

Blick vom Ostrand auf das Kalaharibecken
(Foto: F.Krüger)

Klima

Das Klima ist von insgesamt nur geringen Niederschlägen geprägt, die zudem in der einzigen Regenzeit (Oktober bis März) auch nur sehr unregelmäßig fallen. Botswana zählt zu den dürregefährdetsten Ländern Afrikas!

Niederschlag

Die Niederschlagskarte in voller Größe. (850 KB)

Dürre als Entwicklungshemmnis?

Die ländliche Bevölkerung ist vor allem durch die sehr häufigen Dürreereignisse bedroht. Einen Überblick finden Sie beim SADC Drought Monitoring Center (langsamer link!). Auch bei FEWS gibt es gelegentlich Berichte zur Dürre-Situation im südlichen Afrika.

Als jüngeres Beispiel kann die schlechte Regenzeit 2002/2003 dienen: Hier bahnte sich eine neue, das gesamte südliche Afrika umspannende Dürre an. Informationen hierzu liefert ein Special Report von OneWorld. Es darf dabei nicht übersehen werden, dass z.B. in Zimbabwe Dürre ganz andere Ursachen hat als in Botswana. Während in Zimbabwe die Repressionspolitik Mugabes hauptverantwortlich für die Ernährungskrise zeichnet, greift in Botswana ein ausgeklügeltes staatliches Dürre-Management, dem es zu verdanken ist, dass Hungersnöte in den letzten Jahrzehnten verhindert werden konnten.

Die Vereinten Nationen liefern ausführliche Hinweise zu den staatlichen Dürre-Hilfsprogrammen in Botswana.
 

Ökologische
Problemfelder

Spannungsfeld zwischen natürlichen Ressourcen und Entwicklung

Zur Vertiefung: Der gerade genannte Abschnitt zu Dürre ist Teil eines sehr umfangreichen Reports zum Spannungsfeld zwischen natürlichen Ressourcen, Ökonomie und nachhaltiger Entwicklung. Nehmen Sie sich bei Interesse viel Zeit für diese Informationen!

Neu ist das von der Regierung Botswanas und der dänischen DANCED ins Leben gerufene Environmental Planning Programme. (Hinweis: Langsamer link!)

Generelle Informationen zum Ressourcenprofil finden Sie einem Botswana Report der FAO.

Umweltprobleme und Umweltschutz

Umweltprobleme und Umweltschutz sind in Botswana von großer politischer und gesellschaftlicher Bedeutung. Die verschiedenen Ökosysteme in Botswana reagieren auf Eingriffe des Menschen sehr empfindlich. Die Kalahari, vor allem aber das Okavango-Delta sind zunehmend durch solche Eingriffe bedroht.

Die National Geographic Society liefert Informationen zum Okavangodelta. Folgen Sie den verschiedenen Links!

Die südafrikanische Okavango Wildlife Society widmet sich dem Schutz des Deltas. In ihrem Newsletter finden Sie hierzu weitere Informationen. (Diese Organisation befindet sich in Auflösung, unterhält aber noch ihre Webseiten.)

Eine Bildergalerie vermittelt Eindrücke vom Delta.

Die namibische Regierung möchte ein Kraftwerk bauen und dazu den Okavango stauen. Dem empfindlichen Ökosystem Delta droht damit der scheichende Tod - hierzu ein Bericht bei Arte.

Elefant
 Elefant im Moremi WR (Foto: F. Krüger)

Heftiger Streitpunkt innerhalb der Reihen der Umweltschützer ist das Problem der Elefanten-Überpopulation. Eine Seite plädiert für eine maßvolle Begrenzung der Elefantenpopulation, um die von den Tieren verursachten gravierenden Vegetationsschäden einzudämmen, die andere Seite ist generell gegen einen wie auch immer kontrollierten Abschuß.

Zur Vertiefung: Nicht zuletzt aufgrund des Elefantenproblems ist es Botswana, Namibia und Südafrika gelungen, auf der letzten CITES-Konferenz in Santiago de Chile das weltweite Handelsverbot mit Elfenbein zu lockern.
Hierzu Hintergrundinformationen von Cites.
Während die drei Staaten argumentieren, die Elfenbeinvorräte abbauen zu müssen, um mit dem Erlös die Naturschutzbemühungen finanzieren zu können, lehnen viele Umweltschutzorganisationen die Cites-Entscheidung ab (z.B. Greenpeace). Andere versuchen kritisch abzuwägen (WWF).
Ein weiterer Überblicksartikel zur Problematik findet sich bei National Geographic.

Die Problematik der Viehzäune, die ganz Botswana durchziehen und die Übertragung von Krankheiten (v.a. Maul- und Klauenseuche) von Wildtieren auf Rinder verhindern sollen, wird seit Jahrzehnten diskutiert. Ein sehr ausführlicher Artikel setzt sich mit dieser ökologischen Problematik auseinander.

Die Kalahari Conservation Society ist eine in Botswana ansässige, sehr rege Umweltinitiative, die u.a. maßgeblich an der Einrichtung von Schutzgebieten beteiligt ist.
 

Kulturraum

Trotz des rasanten Städtewachstums sind die Alltagswelten der Menschen in Botswana sehr stark von ländlichen Lebensweisen geprägt. Die Rinderzucht ist die wichtigste traditionelle Existenzgrundlage und Einkommensquelle. Feldbau wird - aufgrund der ungünstigen Niederschlags- und Bodenverhältnisse - überwiegend nur für den Eigenbedarf betrieben.

Die beiden größten Städte sind Gaborone (ca. 200.000 Einwohner) und Francistown (ca. 90.000 Einwohner); sie wachsen um ca. 8 % pro Jahr und besitzen als einzige Siedlungen einen wirklich urbanen Charakter.

Riverwalk Mall

Modernes Einkaufszentrum in Gaborone
(Foto: F. Krüger)

Typisch für Botswana sind die traditionellen ländlichen Großsiedlungen der Tswana. Zu ihnen zählen u.a. Molepolole, Maun, Kanye und Mochudi. Trotz ihrer Einwohnerzahlen (20.000 - 40.000) und einiger zentraler Versorgungseinrichtungen sind sie in ihrem Wesen stark ländlich, denn traditionelle Gehöfte (Compunds) prägen das Bild.

Spar

Spar deckt den Tisch - auch auf dem Lande
(Foto: G. Horn)

Fast alle größeren Siedlungen besitzen jedoch Stromversorgung und Mobilfunknetz. Auch die Schul- und Medizininfrastruktur ist hervorragend ausgebaut. Alle Fernstraßen sind inzwischen geteert.

Compound

Wohnen auf dem Lande
(Foto: F. Krüger)

Holz ist der wichtigste Energieträger zum Kochen.
Täglich legen Frauen viele Kilometer zu Fuß zurück,
um Brennholz zu sammeln.
(Foto: F. Krüger)

Trotz dieser für subsaharische Verhältnisse sehr guten Rahmenbedingungen können viele Menschen ihren Lebensunterhalt kaum decken. Sie sind auf landwirtschaftliche Aktivitäten für den Eigenbedarf (Subsistenzwirtschaft) angewiesen, erhalten aber teilweise auch Unterstützungsleistungen von staatlicher Seite. Die Einkommensschere ist weit geöffnet: Die Einkommensunterschiede zwischen Ärmsten und Reichsten in Botswana zählen weltweit zu den höchsten! Darauf weist eine Untersuchung von BIDPA hin.

Eine ausführliche Auseinandersetzung mit der Einkommensproblematik in Botswana findet sich in einem Artikel zu Human Developent von UNDP.
 

Nationale
Symbole

Wappen

Das Staatswappen

Die Flagge Botswanas (siehe oben auf dieser Seite) ist von einer wunderbaren Symbolkraft:
Die hellblauen Streifen symbolisieren Wasser (im dürregefährdeten Botswana von zentraler Bedeutung), die weißen und der schwarze Streifen das friedvolle Miteinander weißer und schwarzer Menschen.

Das Staatswappen besteht aus einem Schild, welcher von zwei Zebras flankiert wird. Der Schild trägt als Symbole drei Zahnräder (Industrie), drei blaue, wellenförmige Bänder (Wasser, Regen) und einen Rinderkopf (Land-, vor allem Viehwirtschaft). Die Zebras und der Elefantenstoßzahn symbolisieren den natürlichen Reichtum, Sorghum die Bedeutung des Getreides als Nahrungsgrundlage.
Das Staatsmotto lautet "Pula", was soviel heißt wie "Regen", gleichzeitig aber auch ein feierlicher Willkommensgruß ist (etwa: "Es möge Regen kommen!"). Auch Botswanas Währung heißt "Pula". Dies verdeutlicht, wie wichtig Wasser und Regen den Menschen in Botswana sind. Regen und Reichtum sind untrennbar miteinander verknüpft.

Die Nationalhymne in zwei elektronischen Klang-Varianten:

ziemlich feierlich... oder etwas zarter besaitet.

Und dazu den Text:

auf Setswana:

Fatshe leno la rona,
Ke mpho ya Modimo,
Ke boswa jwa borraetsho;
A le nne ka kagiso.

Tsogang, tsogang! banna, tsogang!
Emang, basadi, emang, tlhagafalang!
Re kopaneleng go direla
Lefatshe la rona.

Ina lentle la tumo
La chaba ya Botswana,
Ka kutlwano le kagisano,
E bopagantswe mmogo.
auf Englisch:

Blessed be this noble land,
Gift to us from God's strong hand,
Heritage our fathers left to us,
May it always be at peace.

Awake, awake, O men, awake!
And women close beside them stand,
Together we'll work and serve
This land, this happy land!

Word of beauty and of fame,
The name Botswana to us came.
Through our unity and harmony,
We'll remain at peace as one.

 

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