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Brasilien
Seite 5: Praktische Hinweise

5.1 Einreise und Aufenthalt

Touristen, Arbeitsaufenthalte, Einwanderung

Als Europäer brauchen sie für kurzfristige Aufenthalte (bis 3 Monate) kein Visum zu beantragen. Es wird direktbei der Einreise von den brasilianischen Behörden erteilt. Näheres zu Einreise, Aufenthalt und Ausreise erfahren sie von den deutschen Vertretungen im Land.

Arbeitsaufenthalte werden von den brasiliansichen Behörden peinlchst genau kontrolliert und sollten auf jeden Fall vorher mit den brasilianischen Behörden abgeklärt werden. Mit grosszügigen Bearbeitungszeiten ist zu rechnen.

Wer nicht nur in Brasilien ständig wohnen (residencia), sondern brasilianischer Bürger werden will (naturalização), sollte sich über die praktischen Konsequenzen bzgl. der Staatsbürgerschaft informieren.

5.2 Wohnen und Versorgung

Es gibt eigentlich alles

Es gibt in Brasillien eigentlich alle gängigen Waren zu kaufen. Es kann zu Versorgungsschwierigkeiten kommen, je weiter man von den industriellen Ballungszentren entfernt lebt.

Der Import von industriellen Fertiggütern (Küchenmaschinen beispielsweise)  kann  zu Problemen durch die Stromstärke (in den meisten Regionen 110 Volt; in manchen Gegenden 220 Volt) führen. Auch sind viele Geräte (Fernseher, Videorecorder) aus dem Ausland nicht kompatibel mit den brasilianischen Systemen. Die Wartung dieser Geräte kann zusätzlich Kopfzerbrechen verursachen.

5.3 Geld (Wechselkurse) und Geldtransfer

Wo der Rubel rollt

Die brasilianische Währung ist seit der Einführung des Real relativ stabil. Das heisst, dass die jährlichen Inflationsraten nicht mehr im zweistelligen Bereich liegen. Der Wechselkurs schwankte im Jahr 2006 zwischen 2,50 bis 3,00 Real pro Euro.

Das Banksystem ist in Brasilien sehr modern. Innerhalb eines Tages können Transaktionen landesweit getätigt werden. Der Bargeldverkehr ist allerdings sehr eingeschränkt, wohl auch aus Sicherheitsgründen. Die meisten Kontoinhaber benutzen Schecks oder auch Bankkarten. Kreditkarten, auch internationale, werden weithin akzeptiert. Alledings gibt es auch in diesem Bereich zunehmend Fälle kriminellen Missbrauchs.

Um ein Kontozu eröffnen, brauchen sie eine Steuernummer (CPF), die wiederum nur mit einer Aufenthaltserlaubnis ausgestellt wird. Geld kann in Brasilianischen Banken nur in einheimischer Währung deponiert werden.

Geldtransfers aus dem Ausland sollten über Banken abgewickelt werden. Es kann etwas länger dauern, ist aber durchaus legal. Vom Umweg über informelle Geldwechsler ist abzuraten. Diese sind immer wieder in illegale Geschäfte verwickelt, die bei Polizeirazzien dann auffliegen.

5.4 Reisen, Transport und Verkehr

Reiseführer und -karten

Interessante Reiseinformationen finden sie in diesem Online-Reisehandbuch zu. Seit einigen Jahren gibt es in Brasilien Bemühungen, den oft umweltzerstörenden Massentourismus in ökologisch verträglich und zugleich entwicklungsfördernde Bahnen zu leiten. In allen Regionen Brasiliens entstehen unter Zusammenarbeit von öffentlicher Hand, Wirtschaft und lokalen Bewohnern ökotouristische Entwicklungspole. Vor Ihrer Ausreise sollten Sie sich unbedingt über Pflicht und Kür hinsichtlich der Gesundheitsvorsorge informieren.

In gedruckter Form sind gute Landkarten und Reiseführer in Brasilien recht schwer erhältlich. Für Reisen im Land ist der Guia Quatro Rodas der zuverlässigste Strassenatlas. Er erscheint jährlich in einer aktualisierten Neuauflage. Derselbe Verlag (Editora Abril) bringt unter demselben Namen (Guia Quatro Rodas) auch nüchtern aufgemachte, aber stehts aktualiserte und zuverlässige Reiseführer zu verschiedenen Themengebieten heraus (Strandführer, Hotelführer). Über Amazonien, das Pantanal und den Nordosten gibt es ausserdem seit kurzem hervorragende Reiseführer in Brasilien, die auch in einer englischen Ausgabe vorhanden sind (Verlag Publifolha).

5.6 Sicherheit für Ausländer

Ausländer sind willkommen

Ausländer zu sein in Brasilien ist nicht schwer. Da ein Grossteil der Bevölkerung selbst Immigranten als unmittelbare vorfahren hat, ist die Grundeinstellung zu den Neuankömmlingen positiv.

Natürlich kann auch dieser Vertrauensbonus durch unangepasstes Verhalten verspielt werden. Brasilianer kritisieren gerne ihr eigenes Land, seine Eliten und die Sitten. Das sollte aber nicht als Freibrief verstanden werden, den dieselbe Kritik aus dem Mund eines Ausländers kann ganz anders aufgenommen werden.

Ausländer werden aufgrund ihres tatsächlichen oder angenommenen wirtschaftlichen Status der gesellschaftlichen Elite zugerechnet. Die brasilianische Mittel- und Oberklasse ist zunehmend Opfer von Vermögensdelikten. Die Palette reicht vom Taschendiebstahl über Autoklau und Hauseinbruch bis zur Personenentführung zwecks Erpressung.

Touristische Ballungszentren wie Rio, wo Reich und Arm hautnah zusammenleben, ziehen Kleinkriminelle natürlich besonders an.

5.6 Gesund bleiben

Öffentliches und privates Gesundheitssystem

Vor der Ausreise sollten sie sich auf jeden Fall bei den Gesundheitsbehörden in Deutschland informieren, welche vorbeugenden Massnahmen für die Region Brasiliens, in die sie Reisen, angeraten werden.

Im Land angekommen ist es ratsam, einen Hausarzt ausfindig zu machen, mit dem sie sich problemlos sprachlich verständigen können. In Krankheitsfällen ist mangelnde Kommunikationsmöglichkeit eine zusätzliche Belastung.

Das brasiliansiche Gesundheitswesen ist  in einen öffentlichen und einen privaten Zweig gegliedert. Das öffentliche Netz ist für Notfäle oft recht gut eingerichtet. Für längerfristige Behandlung ist der Wechsel in eine Privatklinik oft empfehlenswert.

Patienten sollten in jedem Fall von einer Begleitperson im Krankenhaus ständig mitversorgt werden. Das Krankenhauspersonal sowohl in öffentlichen als auch in privaten Einrichtungen ist meist auf eine Rndumversorgung der Patienten nicht eingestellt.

5.7 Telekom- munikation, Internet

Immer auf dem Neuesten

Die Vernetzung Brsiliens mit modernen Kommunikationsmedien ist sehr weit fortgeschritten. Dafür sorgt die Nachfrage einer innovationssüchtigen Mittelklasse, die allerdings teures Geld dafürbezahlen muss.

Internet per Breitband, Kabel, Satellit oder Radiofrequenzen ist in praktisch allen Regionen zu empfangen. Auch haben neben dem Telefonfestnetz die Mobiltelefone einen enormen Aufschwung erlebt. Auch hier sind die Gebühren im internationalen Vergleich allerdings haarsträubend.

Für nternationale Verbindungen bleibt der Umweg, über das Internet zu telefonieren.

5.8 nützliche Adressen

Brasilien im Netz

An dieser Stelle wollen wir auch auf einige alternative landeskundliche Angebote zu Brasilien hinweisen.

Umfassend und informativ ist der Spiegel-Almanach. Auch beim deutschen Auswärtigen Amt finden sie grundlegende Informationen zum Land, zur bilateralen Zusammenarbeit und praktische Hinweise für Reisende.

Die brasilianischen Vertretungen im Ausland bieten inzwischen umfangreiche landeskundliche Informationen an. Auch wenn der Unterton offiziöser Selbstdarstellung nicht zu überhören ist, lohnt es sich, bei den brasilianischen Botschaften in Berlin, London (eng) und Washington (eng) vorbeizuschauen.

Und dann gibt es natürlich noch das Brasilienangebot bei Wikipedia.

Die WWW-Adressen wurden gesammelt, strukturiert und kommentiert von Dr. Bruno Speck: bws at unicamp.br
Letzte Änderung 15.15.2006. Copyright © 1998 - 2006, InWEnt gGmbH


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