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BURKINA FASO
Seite 1: Landesüberblick & Naturraum

Übersichtkarte, weitere Karten

Flagge Landesflagge
© nationalflaggen.de


Carte du Burkina
BURKINA FASO
© Central Intelligence Agency

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Lage und Größe des Landes


Das Binnenland Burkina Faso (ins Deutsche übersetzt: "Land der Aufrichtigen bzw. der Unbestechlichen") liegt im Sudangürtel Westafrikas und grenzt im Nordosten an Niger, im Norden und im Nordwesten an Mali, im Süden (von West nach Ost) an Côte d'Ivoire, Ghana, Togo und Benin. Das westafrikanische Binnenland ist mit 274.000 km² fast so groß wie die Bundesrepublik Deutschland ohne den Freistaat Bayern.

Grunddaten

Burkina Faso ist als ehemalige französische Kolonie seit dem 5. August 1960 unabhängig. Das Land gehört zu der Gruppe der am wenigsten entwickelten Länder der Welt (Least Developed Countries, LDC en ). Die Armut trifft dort alle Lebensbereiche und drückt sich insbesondere in einer geringen Lebenserwartung, in einer hohen Sterblichkeit von Kleinkindern, in einer hohen HIV-Prävalenzrate, in einer geringen Kaufkraft pro Einwohner und einem kleinen Anteil der Bevölkerung mit formaler Schulbildung aus. Nach wie vor leben über 60 Prozent der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze von 1 US $ pro Tag. Detaillierte Informationen zu den aktuellen Entwicklungsdaten erhalten Sie auf der Website Welt-in-Zahlen en, die sich zum großen Teil auf die Länderinformationsseite der CIA, The World Factbook en, bezieht. Weitere allgemeine Länderinformationen zu Burkina Faso bietet auch International Service en. In der folgenden Tabelle werden einige Sozialindikatoren Burkinas und mit denen Deutschlands in Vergleich dargestellt. Alle angegebenen Zahlen stehen schätzungsweise für das nebenan aufgeführte Jahr.

Burkina Faso Deutschland
Lebenserwartung 48,85 (2006) 78,8 (2006)
Bruttoinlandsprodukt je Einwohner
(Inflationsbereinigt)
1.300 US $ (2005) 28.700 US $ (2005)
Anteil der alphabetisierten Bevölkerung  26,6 % (2003) 99 % (2003)
Kindersterblichkeit
(auf 1.000 Lebendgeburten)
91,35 (2006)
4,12 (2006)
HIV-Prävalenzrate 4,2 % (2003) 0,1 % (2001)
Quelle: The World Factbook

Sozialgeo- graphische Gegebenheiten

BEVÖLKERUNG

Burkina Faso hat ca. 13,9 Mio Einwohner. Im Jahre 2006 erreichte die Bevölkerungsdichte 50 Einwohner/km2. Die höchsten Bevökerungsdichten findet man im Zentralplateau. Die Bevölkerung umfasst etwa 60 ethnische Gruppen. Die dominierende ist die Mossi-Gruppe mit einem Anteil von fast 50%. Neben der Amtsprache Französisch sind Mooré, Dioula und Foulfouldé die wichtigsten Verkehrssprachen.

STÄDTE

Die wichtigsten Städte Burkina Fasos sind Ouagadougou wikisymb (Hauptstadt) mit ca. 1.391.500 Einwohnern, Bobo-Dioulasso wikisymb mit ca. 435.500, Koudougou en mit ca. 83.000, Banfora wikisymb mit ca. 72.000 Einwohnern und Ouahigouya wikisymbmit ca. 71.000.

Mofa-fahrerinnen
© Manfred Matz
"Ouagadougou kann als "Mofa-Hauptstadt" bezeichnet werden. Nirgendwo sonst in Afrika ist der Verkehr so von den knatternden Zweirädern geprägt
."

Die Urbanisierungsquote beträgt 17,62% im ganzen Land. Damit gehört Burkina Faso zu den Ländern Westafrikas mit den niedrigsten Urbanisierungsquoten. Doch die Hauptstadt wächst in einem Schwindel erregenden Tempo und die zuständigen Regierungsinstitionen mussten sich vor kurzem mit dem "Schéma directeur d’aménagement du grand Ouaga" (SDAGO) en erneut dringend befassen.

VERKEHRSWEGE

Das Straßennetz von Burkina Faso umfasst derzeit 15.272 km. Davon sind knapp 2.100 km asphaltiert. Die Haupttransportwege sind die Straßen. Die Hauptverkehrsachsen zwischen den größeren Städten und in die Nachbarländer sind asphaltiert. Zwischen allen Städten Burkina Fasos verkehren private Buslinien. Neben Überlandbussen werden oft  Minibusse eingesetzt. Abseits der Hauptrouten sind die Straßenverbindungen vor allem in der Regenzeit teilweise nur schwer passierbar. Die einzige Bahnlinie wikisymb führt auf 622 km von Kaya über Ouagadougou nach Bobo-Dioulasso und von dort nach Côte d'Ivoire zum Hafen von Abidjan. Vor der seit September 2002 im Nachbarland herschenden Krise wurden ca. 900.000 t Fracht pro Jahr transportiert. Burkina Faso verfügt über zwei internationale Flughäfen: in Ouagadougou und in Bobo-Dioulasso.

Naturräumliche Gegebenheiten






























 

GEOMORPHOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

Burkina Faso ist ein Flachland. Die Differenz zwischen der höchsten und der niedrigsten Ebene beträgt weniger als 600 Meter. Nahezu die Hälfte des Landes liegt zwischen 250 und 350 Metern über Normalnull. Die Flachheit des Landes schließt jedoch keine bestimmte Vielfalt aus. Zwei große topographische Bereiche lassen sich zunächst unterschieden: Eine Rumpffläche und ein Sandsteinmassiv.

Relief du Burkina
lupe

Die Rumpffläche erstreckt sich über drei Viertel des Landes. Das zum größten Teil monotone Relief ist eine Aufeinanderfolge von weichen Kuppen und geschweiften Tälern. Stellenweise trifft man auf Einzelhügel oder eine Gruppe von Hügeln, die sich auf einige dutzend Meter über der Hochebene erheben. Die niedrigen und flachen Teile bestehen aus Granitgestein und Gneis. Die vereinzelten felsigen Massen, die die Erosion überstanden haben, stellen sich in den verschiedensten Formen dar.
Das Sandsteinmassiv nimmt den Südwesten des Landes ein. Das ist die hügeligste Region Burkina Fasos. Der Ténakourou stellt dort mit seinen 749 Metern die höchste Erhebung des Landes dar. Die sedimentäre Kuppe primären Sandsteines beherrscht den von eindrucksvollen Steilhängen umgebenden Sockel. Zwischen Bobo Dioulasso und Banfora erstreckt sich eine ca. 150 Meter hohe Felswand. Außergewöhnlich geradlinig erstreckt sie sich von Nordosten nach Südwesten.
Im Südosten des Landes befindet sich auch ein kleines Massiv (das Massiv von Sobmangou) an der Grenze zu Togo und Benin. Dieses endet ebenfalls mit einer senkrechten Felswand, die das zentrale Plateau mit ihrer Höhe von ca. 100 Metern dominiert.

HYDROGRAPHIE

Obwohl Burkina Faso flach ist und sehr geringe Niederschlagsmengen verzeichnet, hat es ein verhältnismäßig gut ausgeprägtes hydrographisches Netz, vor allem im südlichen Teil. Die Wasserläufe hängen mit drei Hauptbecken zusammen: das Volta-, das Comoé- und das Nigerbecken.

Hydrographische Karte
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Graphik und Bildbearbeitung: Honorat Badiel.
Als Grundlage diente eine Rohkarte von M. Reynier

Das Voltabecken ist das bedeutendste von allen drei Becken. Es erstreckt sich auf das Zentrum und den Westen des Landes und hat eine Fläche von 178.000 km². Das sind über 60% der Gesamtfläche des Landes. Es wird von drei Hauptunterbecken gebildet: Die Becken der Flüsse Mouhoun, Nakambé und Pendjari. Die Zuflüsse dieser drei Becken treffen sich im Zentrum von Ghana, wo sie den Voltasee bilden.
Der Fluss Mouhoun (ehemals Volta Noire) ist der einzige ständig wasserführende Fluss des Landes mit einem 92.000 km² großen Einzugsgebiet. Der Hauptnebenfluss des Mouhoun ist der Sourou mit einem Einzugsgebiet von 15.200 km². Seit 1984 ermöglichen die im Oberlauf des Zuflusses mit dem Mouhoun installierten Kontroll- und Umleitungsbauten die Speicherung von 250 Millionen m³ Wasser.
Der Fluss Nakambé en (ehemals Weiße Volta) entspringt östlich von Ouahigouya, in einer Region mit einer jährlichen Niederschlagsmenge zwischen 500 - 600 mm. Er hat ein 50.000 km² großes Einzugsgebiet. Der Nazinon (ehemals Rote Volta) dräniert den südwestlichen Teil des zentralen Plateaus. Sein Einzugsgebiet beträgt 20.000 km². Sein Regime ist demjenigen des Nakambé sehr ähnlich. Der Fluss Pendjari bildet einen Teil der südöstliche Grenze von Burkina Faso mit Benin. Er hat am rechten Ufer drei Nebenflüsse (Doudodo, Singou und Kompienga), deren Einzugsgebiet ca. 21.600 km² erreichen. Der Fluss Comoé, im Südwesten des Landes, hat ein ca. 18.000 km² großes Einzugsgebiet. Er entspringt in den Felswänden von Banfora. Die verhältnismäßig hohe Niederschlagsmenge dieser Regionen verleiht diesem Fluss in der Zeit von Juni bis September starke Ströme, die 500 m³/s erreichen können.
Im Nigerbecken, das eine ca.72.000 km² große Fläche hat, sind die Flüsse überwiegend endoreisch (d.h., sie erreichen in diesem trockenem Gebiet des Landes den Hauptfluss Niger meist nicht; sie münden in so genannten Endseen, versickern oder verdunsten im Beckenboden). Das sind z.B. der Béli, der Gorouol, der Goudébo und der Dargol. Sie können manchmal großes Hochwasser auslösen. Neben diesen drei Flussbecken gibt es auch noch im Nordosten des Landes in sich geschlossene Becken, die Wasser zu großen und kleinen natürlichen Seen (z.B. die Seen von Tingrela, von Bam und von Dem, die Tümpel von Oursi, von Béli, von Markoye usw.) führen.
Eine vom zuständigen Ministerium eingerichtete Website, Portail du secteur de l’eau au Burkina Faso en, informiert ausführlich über das Wasser und die Wasserpolitik im Lande.

KLIMA

Burkina Faso liegt in der Zone des tropischen Wechselklimas. Dies bedeutet einen Wechsel zwischen Trockenzeit und Regenzeit. Die Trockenzeit ist gekennzeichnet durch den trockenen heißen Wüstenwind, Harmattan en, der von Nordost nach Südwest weht. Diese Jahreszeit erstreckt sich von Oktober bis März. April ist der Übergangsmonat, in dem der Harmattan von den Monsunwinden wikisymb langsam abgelöst wird. Diese Übergangszeit entspricht dem Anfang der Regenzeit, die von Mai/Juni bis September/Oktober dauert. Im Hinblick auf die Niederschlagsmengen können drei große Klimazonen unterschieden werden: Die Sahelzone, die nordsudanische und die südsudanische Zone.

Klima-Karte
lupe2
Graphik und Bildbearbeitung: Honorat Badiel.
Als Grundlage diente eine Rohkarte von M. Reynier

Die sahelische Klimazone erstreckt sich auf den Norden des Landes zwischen 13° 5' und 15° 3' nördlicher Breite. Sie kennzeichnet sich durch eine schwache Niederschlagsmenge (weniger als 600 mm) und hohe Temperaturen. Die nordsudanische Klimazone liegt im Zentrum zwischen 11° 3' und 13° 5 ' nördlicher Breite. Sie hat eine durchnittliche Niederschlagsmenge von ca. 750 mm jährlich. Die südsudanische Klimazone streckt sich auf den Süden zwischen 9° 3' und 11° 3' nördliche Breite. Sie ist gekennzeichnet durch höhere Niederschlagsmengen und niedrigere Durchschnittstemperaturen. August ist der Monat mit der höchsten Niederschlagsmenge und der höchsten Luftfeuchtigkeit (80 %) im ganzen Land. Im März und April erreicht die Verdunstung ihren Höhepunkt (> 400 mm).

Aktuelle Klimawerte finden Sie auf eine der folgenden Websites Ihrer Wahl.

VEGETATION

Im Hinblick auf die Vegetation und die Flora lässt sich Burkina Faso in zwei große Gebiete teilen: Ein sahelisches und ein sudanisches Großgebiet. Jedes dieser beiden Großgebiete besteht wiederum aus zwei Teilgebieten.

Vegetation du Burkina
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Quelle: Peuples Solidaire GET, Francheville

Das sahelische Gebiet setzt sich aus dem eigentlichen sahelischen Vegetationsgebiet im extremen Norden des Landes und einem sudano-sahelischen Vegetationsgebiet im Zentralnorden des Landes zusammen. Die Vegetation wird dort von Gräsern, Sträuchern, Dornbüschen und Dornbäumen beherrscht. Die Hauptbaumart in der Sahelzone en ist die Akazie wikisymb, die sich an verschiedenartige Standorte angepasst und somit eine große Bedeutung für Mensch und Tier hat. Das sudanesiche Großgebiet lässt sich in ein sudanesisches (im Zentrum, Zentralwesten und Zentralosten des Landes) und ein sudano-guineisches Vegetationsgebiet (im Zentralsüden, Südwesten und im Südosten des Landes einteilen.

 

Ökologische Probleme


 

DESERTIFIKATION

Das größte ökologische Problem Burkina Fasos ist ohne Zweifel die Desertifikation en. Die Bedeutung dieses Umweltphänomens wird deutlich, wenn man weiß, dass mehr als 90% der Bevölkerung von den natürlichen Ressourcen abhängig ist. Seit der Hungerkatastrophe Mitte der 70er Jahre werden sukzessiv Aktionsprogramme zur Förderung der Wiederaufforstung und zur Bekämpfung der grundlegenden Desertifikationsphänomene definiert und durchgeführt. Das letzte Programm, das bis Ende 2007 lief, lautete "un département, une forêt" en.
Um der fortschreitenden Desertifikation weiter zu entgegnen und die biologische Vielfalt zu bewahren wurde eine beachtliche Anzahl von Kleinwäldern und anderen Naturräumen en unter Schutz gestellt.

LUFTVERSCHMUTZUNG

Neben diesem landesweiten ökologischen Problem ist die sehr starke, Gesundheit schädigende Luftverschmutzung en in Ouagadougou zu erwähnen. Kürzlich veröffentlichte Studien der "Clean Air Initiative in Sub-Saharan Africa" nennen nicht nur die tausenden Mofas en, die fast rund um die Uhr die Straßen verstopfen, als Hauptursache, sondern gewähren auch detaillierte Einblicke in die Abgassituation en in der Hauptstadt und formulieren Lösungsvorschläge für die Reduzierung der verkehrsbedingten Luftverschmutzung.

Nationale Symbole

Staatswappen
Staatswappen

FLAGGE UND NATIONALHYMNE

Die aktuelle Flagge en (zwei waagerechte Streifen in Rot und Grün mit einem gelben Stern in der Mitte) wurde offiziell am 4. August 1984 eingeführt. Sie ersetzte dadurch die erste Flagge Obervoltas en, welches am selben Tag in Burkina Faso umbenannt wurde. Ebenfalls am 4. August 1984 bekam das Land eine neue Hymne en. Die drei Farben der neuen Flagge (Rot, Grün und Gelb) sind die panafrikanischen Farben wikisymb. Damit sollte zusätzlich zu ihrer nationalen Bedeutung die Zugehörigkeit des Landes zu der "großen afrikanischen Nation" symbolisiert werden.

STAATSWAPPEN UND NATIONALFEIERTAG

Das aktuelle Staatswappen ist damit das vierte in Folge en seit der Unabhängigkeit. Es wurde 1997 eingeführt.
Der Nationalfeiertag ist der 11. Dezember, der Tag, an dem im Jahre 1960 die Republik ausgerufen wurde. Das Land ist als ehemalige französische Kolonie jedoch seit dem 5. August 1960 unabhängig.

Landes- impressionen



BILDER, BLOGS UND VIDEOS

Allgemeine Impressionen von Burkina Faso bieten folgende ausgewählte Webseiten, die im wesentlichen aus Bilderkatalogen und Blogs über Menschen, Landschaften und Kultur bestehen.

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