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BURKINA FASO |
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Gesellschaft
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MAKROSOZIALE STRUKTURDie ethnischen GruppenDie Bevölkerung Burkina Fasos ist aus etwa 60 unterschiedlichen ethnischen Gruppen zusammengesetzt. Zahlenmäßig dominieren die Mossi ![]() Graphik und Bildbearbeitung: Honorat Badiel Bei ethnologue.com finden Sie eine detaillierte Sprachenliste Die räumliche Verteilung der lokalen Bevölkerung spiegelt die spezifische Wanderungs- und Siedlungsgeschichte Heute leben z.B. die Mossi nicht nur auf dem Zentralplateau, sondern haben sich schrittweise im ganzen Land zerstreut angesiedelt. Auch die Handel treibenden Bobo haben sich in allen großen Siedlungen niedergelassen. Die Nomadenvolksgruppe "Peul" hat ihren Lebensstil den Notwendigkeiten der mobilen Tierhaltung zwar angepasst, aber sie lebt noch überwiegend in dem auf der Graphik abgebildeten Raum. Zwischen gewissen ethnischen Gruppen (z.B. Gurunsi/Bissa, Samo/Mossi, Fulbe/Bobo etc.) wird eine Kommunikationsform gepflegt, die in Burkina Faso unter der Bezeichnung "Parenté à plaisanterie" Die Beziehungen zwischen den ethnischen Gruppen sind weitgehend friedlich. Dies wird nicht nur begünstigt durch die zwischen vielen Gesellschaften existierenden Parentés à plaisanterie, sondern auch durch die geringe Ausprägung religiöser Gegensätze, einen relativ gut funktionierenden Staatsapparat und die traditionellen Dorfgremien. Doch wie auch in anderen Teilen des subsaharischen Afrikas bergen neuerlich ansteigende Migration in ressourcenreichen Regionen (z.B. in die Goldminengebiete Altersgruppen und GeschlechterverhältnisseDie Bevölkerung Burkina Fasos ist sehr jung. Den Statistiken der Welt in Zahlen
Das Geschlechterverhältnis der Bevölkerung ![]() Altersgruppen in Verhältnis Männer/Frauen 2005. © Honorat Badiel Diese Graphik basiert auf Informationen des Institut National de la Statistique et de la Démographie INSD (Burkina Faso) Stadt-Land-VerhältnisZwischen Stadt und Land herrscht in fast allen Bereichen eine sehr weite Kluft. Besonders augenfällig ist das sozio-ökonomische Gefälle. Beim Zugang zu Trinkwasser, Bildung und Gesundheitsversorgung sind die Landbewohner stark benachteiligt. Die Analphabetenquote liegt in manchen ländlichen Gebieten weit über 90%. MIKROSOZIALE STRUKTURDorfgemeinden, Clans und FamilieWie im übrigen Sudanraum existieren innerhalb der einzelnen Ethnien sozio-professionelle Gruppen, die spezifische Aufgaben erfüllen: wie z.B. die Schmiede, die Griots Die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Familie (damit auch zu einer ethnischen Gruppe mit ihren traditionellen Werten) ist in Burkina Faso für das Selbstverständnis jedes Einzelnen sehr entscheidend. Dies ist auch deshalb von Bedeutung, weil die Bindung an das Heimatdorf und die Familie für die in die Stadt abgewanderten Familienmitglieder bestehen bleibt und zu einem Austausch zwischen Stadt und Land führt. Letztlich kann sich keiner den Verpflichtungen gegenüber der Familie entziehen. HierarchieDie traditionellen Hierarchien Eherecht und Stellung der FrauLaut Verfassung sind Männer und Frauen gleichberechtigt. Auch das Arbeitsrecht und die Gesetze zum Grundbesitz nehmen Bezug auf die Gleichbehandlung der Geschlechter. Im Eherecht ist die Monogamie die Normalform; wird eine spätere Polygamie gewünscht, müssen dem beide Ehepartner zustimmen. Monogam verheiratete Frauen können somit die Annullierung einer zweiten Ehe ihres Ehemannes erzwingen. Vergewaltigung ist strafbar. Die weibliche Genitalverstümmelung ist ebenfalls strafbar und muss von Zeugen angezeigt werden. Im Alltag, insbesondere im ländlichen Raum, sind diese Gesetze aber nicht durchgesetzt und Frauen bleiben benachteiligt. Zu bedenken ist hierbei, dass viele Landfrauen weder über die nötige Bildung noch die Mittel verfügen, um ihre Rechte durchzusetzen. Beim Zugang zur Grundbildung werden die Mädchen noch immer benachteiligt. Demgegenüber ist die Wahrnehmung der Fähigkeiten und Rechte der Frau in der Öffentlichkeit seit Anfang der neunziger Jahre stark gewachsen. Die gemeinsame Aktion der Frauen hat in Burkina Faso Tradition. Zahlreiche nationale und internationale NRO unterstützen die lokalen Basisorganisationen der Frauen. Sie sind in Netzwerken zusammengeschlossen, die auch über die spezifischen Frauenthemen hinaus aktiv sind. Das panafrikanische Netzwerk der Organisationen für Frauenrechte und Entwicklung WiLDAF/FeDAFF |
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Bildung |
SCHULAUSBILDUNGDie Schulbildung ist kostenlos und offiziell besteht eine Schulpflicht von 10 Jahren. Das Ausbildungssystem ist dreigliedrig: Grundschule, weiterführende Schule und Universität. Die Grundschule dauert 6 Jahre und schließt mit einem Diplom (C.E.P.E.). Eine Aufnahmeprüfung berechtigt zum Besuch der weiterführenden Schule (Lyceum, allgemeines Kollegium und technisches Kollegium). Das Baccalauréat (Abitur nach französischem Muster) berechtigt zum Universitätsstudium. In der Grundschulbildung hält Burkina Faso einen traurigen Weltrekord. Die durchschnittliche Schülerzahl je Klasse liegt bei 60, wobei auch Werte über 100 erreicht werden. Ein Hauptproblem, vor allem im ländlichen Raum, ist der notorische Lehrermangel. Insgesamt sind die Grundschulen wenig effektiv, auch wenn sich der Anteil der Schüler, der die nächste Stufe erreicht, wesentlich verbessert hat: 2006 erreichten nur 40 % der Eingeschulten die letzte Grundschulklasse. Als Resultat des immer noch schlechten Grundbildungsangebots bleibt die Analphabetenrate hoch. Im Jahr 2004 konnten laut UNESCO nur etwa 29,4% der Erwachsenen (älter als 15 Jahre) lesen und schreiben. In der überwiegenden Mehrheit der Grundschulen ist die Unterrichtssprache Französisch. Doch seit einiger Zeit wird die "école bilingue FACH- UND HOCHSCHULAUSBILDUNGInzwischen gibt es in Burkina Faso drei staatliche Universitäten (die Université de Ouagadougou NON-FORMALE BILDUNGDie non-formale Bildung umfasst im Wesentlichen das Alphabetisierungsprogramm |
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Gesundheit und Sozialwesen |
TRADITIONELLE MEDIZINTrotz aller internationalen und nationalen Subventionen sind Medikamente und Arzneimittel in den Apotheken für die meisten Burkinabè immer noch zu teuer. Über 95 % der Burkinabè nutzen die traditionelle Medizin für ihre Gesundheitsversorgung. Die traditionelle Medizin ist wesentlicher Bestandteil des Gesundheitssystems geworden. Sie ist in Burkina Faso seit 1994 gesetzlich anerkannt. Im Jahre 2004 hat Burkina Faso dieser Medizin einen bezeichnenden Impuls gegeben. So ist eine nationale Politik MODERNE MEDIZIN UND BESONDERE GESUNDHEITSPROBLEMEDie Gesundheitsversorgung
Zu den größten Gesundheitssproblemen in Burkina Faso gehört HIV/AIDS INSTITUTIONEN UND ORGANISATIONEN IM SOZIALBEREICHIn allen Bereichen des Lebens verfügt Burkina Faso über eine Vielzahl von Nichtregierungsorganisationen. So auch im sozialen Bereich. Die Anzahl der Basisorganisationen auf der lokalen Ebene ist beträchtlich. Die Vernetzung und Koordination dieser NRO wird durch eine Reihe von Dachorganisationen, wie beispielsweise das Sekretariat der NRO (SPONG) gesichert. |
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Kultur |
KULTURELLE IDENTITÄTENIn der multiethnischen burkinischen Nation sehen Sozialhistoriker zwei grobe regionale Identitäten. Diese regionalen Identitäten seien zum einen durch die sehr unterschiedlichen traditionellen gesellschaftspolitischen Systeme gekennzeichnet: Die nördlichen, östlichen und zentralen Regionen vereine eine Vergangenheit von Königtümern und Emiraten. Die westlichen und südlichen Landesteile zeichneten sich durch politisch wenig zentralisierte Systeme aus. Außerdem manifestierten sich die beiden Identitäten im Gebrauch zweier unterschiedlicher Verkehrssprachen (Moore im Zentrum und Dioula im Westen). Diese letzte Aussage lässt sich jedoch relativieren, da in einigen ethnischen Räumen die jeweilige ethnische Sprache als Verkehrssprache vorherrscht. Im allgemeinen spielen ethnische Unterschiede in Burkina Faso jedoch eine weitaus kleinere Rolle als der kulturelle Austauch. Das hat der burkinische Staat selbst längst erkannt und versucht, den aus der ethnischen Vielfalt resultierenden kulturellen Reichtum als nationale Besonderheit bzw. als wensentliches Merkmal der burkinischen Nation durch integrative kulturelle Ereignisse auf Landesebene zu fördern. Nicht zuletzt das aus zwei Sprachen zusammengesetzte Kunstwort burkinabè, das als offizielle Bezeichnung für die Staatsangehörigkeit dient, symbolisiert diesen Willen, diese besondere nationale Identität zu festigen. EVENTSBurkina Faso hat sich in den letzten drei Dekaden regelrecht zur Kulturhauptstadt Westafrikas positioniert. Das Land pflegt verschiedene kulturelle Großereignisse. Am bekanntesten sind die Filmfestspiele, Festival Panafricain du Cinéma et de la Télévision de Ouagadougou - FESPACO Alternierend zur FESPACO werden die Semaine Nationale de la Culture (SNC Seit 1988 findet jedes zweite Jahr im Oktober/November die internationale Handwerksmesse, SIAO, in Ouagadougou statt und zeigt auf fast 10.000m² Ausstellungsfläche Produkte aus ganz Afrika. Das reichhaltige Angebot an burkinischem Kunsthandwerk zeugt von der handwerklichen Tradition. Als wichtigste Handelswaren sind Bronzestatuetten, die mit der Technik der verlorenen Form hergestellten werden, Holzarbeiten, wie Masken und Statuetten, aber auch Musikinstrumente (Djembé, Balaphone etc.), Lederwaren, Flechtwaren, Baumwolldecken und traditionelle Stoffe, sowie mit unterschiedlichen Batiktechniken eingefärbte und bemalte Stoffe und Bilder zu nennen. Nicht nur vom Staat wird die Kulturszene animiert, sondern auch von privaten und professionellen Kulturinstitutionen. Im folgenden eine Liste einiger international bekannter unabhängiger Veranstaltungen:
Ouaga-ca-bouge.net bietet aktuelle Informationen über bald in Ouagadougou (aber auch an anderen Orten des Landes) stattfindende kulturelle Veranstaltungen an. KUNSTWenn Burkina Faso sich durch die Veranstaltung von Kulturevents einmalig auszeichnet und sich auch in den Bereichen Film, Tanz und Theater international einen Namen gemacht hat, so bleibt die Entwicklung der Literatur, der Musik und der darstellenden und bildenden Kunst ein Sorgenkind im Vergleich zu der Entwicklung dieser speziellen Bereiche der Kunst in anderen afrikanischen Ländern. Dennoch sind die Anstrengungen des Kultur- und Tourismus-Ministeriums, diese Bereiche zu fördern, und die traditionelle Kunst der einzelnen Volksgruppen (Mossi, Gurunsi, Lobi, Senufo, usw.) zu bewahren, nicht zu verkennen. |
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Religion |
Etwa 43% der Burkinabè sind Muslime |
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