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VR China
Seite 2: Geschichte, Staat & Politik

Die politische Welt des 20. Jahrhunderts


Flagge


Mao Zedong, bekannt als Revolutionsführer und Diktator, stellt die beherrschende politische Persönlichkeit der Volksrepublik China dar. Zu seinen Lebzeiten galt er beim chinesischen Volk als gottgleich und wurde dementsprechend verehrt. Eng mit ihm verbunden ist die Geschichte der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh), die im Jahr 2001 ihr 80-jähriges Bestehen gefeiert hat, und die der Roten Armee/Volksbefreiungsarmee (VBA), die zusammen mit dem Staatsapparat und der KPCh eine der drei Säulen des chinesischen Regimes darstellt. Die KPCh ist die regierende Partei in China. Sie ist zentralistisch aufgebaut und besitzt Organisationen auf staatlicher und auf den verschiedenen lokalen Ebenen. Die Zentrale Militärkommission ist das höchste staatliche Führungsorgan.

Die VBA zeichnet neben den äußeren Sicherungsaufgaben noch für Aufgaben verantwortlich, die die innere Sicherheit und die allgemeine Aufbauhilfe des Landes betreffen. Dieser erweiterte Aufgabenbereich des Militärs, der nicht am Katastrophenschutz Halt macht, sondern wesentliche Komponenten der Infrastrukturentwicklung mit einschließt, bedingt, dass das chinesische Militär stärker mit der zivilen Wirtschaft als Streitkräfte anderer Länder verflochten ist. Für militärische Zwecke werden von der VBA Güter (Waffen, Munition usw.) aus inländischer Produktion gedeckt, aber seit 1994 wird mehr und mehr sichtbar, dass die Nachfrage nach ausländischen Waffensystemen steigt. Im Jahr 1997 rückte China auf Platz 3 der weltweit größten Waffenimporteure - nur übertroffen von Taiwan und Saudi-Arabien.

Mao Zedongs Werke finden Sie hier in chronologischer Reihenfolge. All die politischen, sozialen und wirtschaftlichen Bewegungen und Entwicklungen, die seit Gründung der VR China 1949 ins Leben gerufen wurden, haben ihren Niederschlag unter anderem in Propagandapostern gefunden. Die sogenannte Propaganda-Kunst hat bei vielen Kampagnen eine herausragende Rolle zur Mobilisierung der Massen gespielt.


Deng Xiaoping

Ein anderer entscheidender Akteur auf der politischen Bühne der letzten Jahrzehnte stellt der 1997 verstorbene Deng Xiaoping dar. Er hat als Vertreter der pragmatischen Linie innerhalb der KPCh die Glanzleistung vollbracht, China wirtschaftlich wieder auf die Beine zu stellen und international zu einer anerkannten Wirtschaftsmacht zu machen. Der einzig schwarze Fleck auf seiner Weste ist die militärische Niederschlagung der Protestbewegung 1989 auf dem Platz des Himmlischen Friedens.
Aber da auch nach seinem Tod der politische und wirtschaftliche Kurs, den er Ende der 70er Jahre nach der "Großen Proletarischen Kulturrevolution" eingeschlagen hat, weitergeführt wird, ist es auch weiterhin wichtig, sich mit seinem Lebenswerk vertraut zu machen.

Eine Einführung in die politische Geschichte und die politischen Strukturen und Organe, die Verfassung sowie die Akteure wird Ihnen von Professor Yang Fengchun (Fakultät für Politologie und Verwaltung der Peking-Universität) geboten. Diese Seite stellt das politische System Chinas, seine Gesetze, Strukturen, Verordnungen und Vorschriften, die seit Gründung der Volksrepublik 1949 auf dem Festland gültig sind, dar. Dennoch ist es notwendig hinter die äußeren Fassaden zu blicken und zu erkennen, daß diese formalen Strukturen keinesfalls unbedingt die reale Machtverteilung widerspiegeln.


Internationale Politik

Vor dem Hintergrund der Wirtschaftsreformen und dem Ende des Ost-West Konflikts ist die Frage, welche Rolle und Positionen die VR China in der internationalen Politik einnehmen wird, ins Blickfeld der Öffentlichkeit geraten. China als Weltmacht des 21. Jahrhunderts, das Verhältnis zu den USA, zum Nahen Osten, die Beziehungen der VR zu den unmittelbaren Nachbarn in Asien, der Umgang mit SARS und der Vogelgrippe zählen zu den  Themen in der chinesischen Regierung mit höchstem Stellenwert.  Grosse wirtschaftspolitische Veränderungen hat auch der Beitritt Chinas in die World Trade Organization (WTO) mit sich gebracht.


Menschenrechte

Die Diskussion um die Menschenrechte in China wird sehr kontrovers geführt. Die chinesische Regierung weist dabei die westliche Kritik stets zurück, weil sie meint, daß diese allein auf einem westlichen Konzept der Menschenrechte beruhen würde.

Informationen bietet der Jahresbericht und die Länderberichte von Amnesty International.

Um eine Einschätzung der politischen Situation im Land treffen zu können, ist es selbstverständlich, verschiedene Blickwinkel zu Wort kommen zu lassen. Auf der Seite "Olympicwatch" finden Sie Informationen zu Themen wie Demokratie, Menschenrechte, Dissidenten, Zensur und der (Internet-)polizei in der VR China. Verschiedene andere Websites zum Thema Menschenrechte, wie die der "China Society of Human Rights Studies" sind derzeit nicht online. Auf der von "China-in-the-News" kann man Nachrichten über Gerichtsverfahren wegen Menschenrechtsverletzungen, wie zum Beispiel Sklavenarbeit oder Menschenhandel, nachlesen.

Tibetfrage

Die Autonome Region Tibet wird von Beijing mit harter Hand regiert, härter als die tibetischen Siedlungsgebiete in anderen Provinzen, wie in Qinghai, Sichuan und Yunnan.

Die Religionsausübung unterliegt ständiger Kontrolle und Gängelung, die im Dezember 1995 in der eigenmächtigen Einsetzung des 11. Panchen Lama durch die Zentralregierung in Beijing einen vorläufigen Höhepunkt fand.

War Tibet schon immer ein Teil Chinas? Diese Frage bejaht die Zentralregierung in Beijing vehement - dagegen jedoch wird sie von allen vertriebenen Tibetern in der Welt und insbesondere durch die Exilregierung des Dalai Lama im indischen Dharamsala verneint.


Dalai Lama
Dalai Lama


Recht und Gesetz


Die chinesische Rechtskultur befindet sich seit etwa einem Jahrhundert auf dem Wege von einer über mehr als 2000 Jahre lang ausgebildeten und aufrechterhaltenen "traditionellen" in eine "moderne" Existenz. Aktuell erhält sie viele neue Impulse im Zuge des durch die Wirtschaftsreform stattfindenden sozioökonomischen-administrativen Wandels.

Die unterschiedlichen Denkweisen zwischen China und Deutschland spiegeln sich auch in den Rechtssystemen beider Länder wider.

Nach 1949 erlebte die Rechtspflege in der VR China zwei unterschiedliche  Phasen:

1. während 1949-78 kam sie unter Mao Zedong insbesondere während der Kulturrevolution (1966-76) praktisch komplett zum Erliegen.

2.  ab 1978 begann sie unter Deng Xiaoping, der den Wirtschaftsaufbau zur Hauptaufgabe des chinesischen Volkes erhob, zum Erblühen.

In den letzten Jahren läßt sich in der VR China eine starke Tendenz zur Verrechtlichung beobachten. Trotz dieses Prozesses ist jedoch bisher keinesfalls eine umfassende Rechtssicherheit gewährleistet. Dieser Zustand wird besonders sichtbar bei der gegenwärtig ausufernden Produktpiraterie, bei der nicht nur Patent- und Urheberrechte verletzt, sondern auch skrupellos Menschenleben in Gefahr gebracht werden.

Verbindet man die Verfassung des Landes und mit beispielsweise jenen Informationen, die im Link bei Amnesty International zu finden sind, so ist eine Annäherung an das Thema möglich.

Die mit der Straf- und Zivilrechtspflege befassten Organe sind die dem Ministerium für öffentliche Sicherheit unterstehenden Behörden für die öffentliche Sicherheit bzw. Volkspolizei, die Volksgerichte und die Volksstaatsanwaltschaften.

Das Wort "Volk" (renmin) ist dabei nicht im westlich-liberalen, alle Staatsbürger umfassenden Sinn zu verstehen, sondern bezeichnet den regimetreuen Chinesen, im Gegensatz zu den "Feinden".


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