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VR China
Seite 3: Wirtschaft & Entwicklung

Sozialistische Marktwirtschaft


Flagge
Seit Gründung der VR China im Jahre 1949 wurde das Wirtschaftssystem der VR China zweimal grundlegend verändert. In den 50er Jahren waren nach dem Vorbild der Sowjetunion zunächst die Industrie verstaatlicht und die Landwirtschaft kollektiviert, Märkte und Preise weitgehend durch ein Planungssystem ersetzt und eine vom Weltmarkt unabhängige Entwicklungsstrategie verfolgt worden. Erst mit dem Wechsel der politischen Führung nach Ende der Kulturrevolution konnte ab 1978 eine Wirtschaftsreform durchgeführt werden und Ziele wie die Erhöhung der wirtschaftlichen Effizienz, die Steigerung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit und des Lebensstandards der Bevölkerung in Angriff genommen werden.

Der schrittweise Übergang zu einer immer stärkeren marktwirtschaftlichen Orientierung hat große Wachstumskräfte in China freigesetzt. Mit Beginn der Wirtschaftsreformen wurden bestimmte Regionen durch gezielte Maßnahmen in ihrer Entwicklung gefördert. Die regionalen Disparitäten sind anschaulich auf der Seite "Provinzprofile" der Hongkong Trade and Development nachzuvollziehen. Nachdem seit der Öffnung Chinas hauptsächlich die Küstenprovinzen wirtschaftlich profitiert haben, soll nun der noch stark unterentwickelte Westen Chinas gefördert werden.


Die Weltbank liefert allgemeine Wirtschaftsdaten zur VR China und eine Darstellung der zentralen Engpässe in der wirtschaftlichen Entwicklung. Für Informationen rund um das chinesische Wirtschafts- und Finanzsystem sorgt unter anderem die China-Seite des Asia-Observer, über die man auch bequem zu den Seiten von "China Daily", "People's Daily" und "South China Morning Post" gelangen kann.

Die Reform der Staatsbetriebe und die des Bankensystems kann als eines der drängendsten wirtschaftlichen Herausforderungen und Probleme in der VR China angesehen werden. Drastische Maßnahmen sind erforderlich, damit chinesische Banken für die nächste Finanzkrise gerüstet sind und im internationalen Vergleich, besonders nach dem Beitritt Chinas zur WTO besser abschneiden.

Die Seite der Beijing Rundschau bietet aktuelle Nachrichten zu den Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zwischen China und Deutschland. Über das Verhältnis zwischen der VR China und der EU auf wirtschaftlicher Ebene können Sie auf der Seite von Chinafokus nachlesen. Informationen zu Produkten/Herstellern, Ausstellungen/Messen, Recht/Gesetz, Börse/Finanzen, Investment, Organisationen, Wirtschaftsdaten, Medien und Reiseformalitäten hat die Universität Leipzig zusammengestellt.

Aber trotz aller Annäherung an wirtschaftspolitische Ziele des Westens will die chinesische Regierung nicht auf die Schlüsselrolle des Staates im Wirtschaftsleben verzichten. So war der Wechselkurs vor Beginn der Aussenwirtschaftsreform nur ein Buchhaltungskonzept ohne wirtschaftliche Bedeutung. Es galt strenge Wechselkurskontrolle. Im Jahre 1994 wurde der bis dahin in einen internen und offiziellen Umtauschkurs gespaltene Wechselkurs vereinheitlicht, indem die für Ausländer getrennte Sonderwährung (Foreign Exchange Certificate) abgeschafft wurde. Seit 1996 besteht eine Teilkonvertibilität der Währung, die sich auf Außenhandelstransaktionen beschränkt. Der Schwarzmarktkurs, der Anfang der 80er Jahre um ca. 50% höher als der offizielle Wechselkurs war, liegt inzwischen bei höchstens 10%.

Die Entwicklung des inländischen und internationalen Tourismus und die Steigerung der damit verbundenen Deviseneinnahmen ist ebenfalls ein Ziel der Regierung in Beijing.

Entwicklungs-

zusammenarbeit

Die Volksrepublik China und die Bundesrepublik Deutschland haben 1972 diplomatische Beziehungen aufgenommen. Heute ist China Deutschlands wichtigster Wirtschaftspartner in Asien und Deutschland ist Chinas wichtigster Handelspartner in Europa.

In China geht es nicht um traditionelle Entwicklungspolitik bei der "Entwicklungshilfe" geleistet wird, sondern vielmehr um wirtschaftliche Zusammenarbeit in beiderseitigem Interesse.

Die Volksrepublik China und die Bundesrepublik arbeiten seit 1981 zusammen. Seitdem hat sich das Land stark verändert. Dennoch hat China weiterhin strukturelle Probleme, die nicht kurzfristig gelöst werden können. Dazu gehören zum Beispiel die weit verbreitete Armut, Korruption und Umweltverschmutzung.

Die heutige Zusammenarbeit mit China hat vor allem das Ziel, Anstöße für den chinesischen Reformprozess zu geben. Besondere Schwerpunkte des deutschen Engagements sind darum der Umweltschutz einschließlich des Themenkomplexes Energie und die nachhaltige Wirtschaftsentwicklung, zu der auch die Beratung im Rechtsbereich zählt.

Die allgemeinen Ziele der deutschen Entwicklungspolitik, definiert vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sind bezogen auf die VR China wie folgt:


1. Bekämpfung der Armut

Die VR China unternimmt alleine und in Zusammenarbeit mit der BRD Anstrengungen die Armut im Lande, besonders in den ländlichen und westlichen Teilen des Landes, zu verringern.
Seit vielen Jahren stellt dieses Problem, wie auch die Armutsbekämpfung, eine große Herausforderung in der bilateralen deutsch-chinesischen Entwicklungszusammenarbeit dar.

Obwohl seit der wirtschaftlichen Öffnung des Landes sehr große Fortschritte erzielt worden sind, ist Armut noch immer ein zentrales Problem der Volksrepublik. Während die Küstenprovinzen seit Jahren vom starken Wachstum der chinesischen Wirtschaft profitieren, sind viele ländliche Regionen von Armut geprägt. Laut dem Index der menschlichen Entwicklung (HDI) für 2005 leben 16,6 Prozent der Bevölkerung in China in absoluter Armut: Mehr als 200 Millionen Menschen müssen dort mit weniger als einem US-Dollar am Tag auskommen. Auf dem Index nimmt China Rang 85 von 177 Ländern ein.
Die Einkommensunterschiede zwischen der städtischen und der ländlichen Bevölkerung und zwischen den Küsten- und Binnenprovinzen nehmen immer weiter zu. Das gefährdet die innere Stabilität des Landes und hat dazu geführt, dass etwa 150 Millionen Menschen in die Küstenprovinzen gezogen sind, um dort Arbeit zu finden

2. Frieden sichern

Wachsende Arbeitslosigkeit und Mängel der sozialen Sicherungssysteme sind weitere Probleme. Noch immer arbeitet ein großer Teil der Staatsbetriebe im Verlustbereich. Viele dieser Betriebe werden jedoch durch Kredite weiterfinanziert, um die Arbeitsplätze nicht zu gefährden. Diese Politik belastet den Finanzsektor. Auch die unzureichende Infrastruktur im Verkehrsbereich wirkt sich negativ auf die Wirtschaft aus. Chinas Wirtschaftswachstum ist vor allem vom Privatsektor abhängig.


3. Entschuldung vorantreiben

Die Weltbank hat ihre Prognose für Chinas Wirtschaftswachstum in diesem Jahr erhöht. Die Bank rechnet laut ihrem Vierteljahresbericht zur wirtschaftlichen Entwicklung in China mit einem Wirtschaftswachstum von 10,4%.

In einem Bericht heißt es, im ersten Quartal 2007 sei Chinas Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum Vorjahr um über 11% gestiegen. Für das Wachstum seien vor allem die Steigerung des Außenhandels und die Zunahme der Investitionen verantwortlich.

Als größtes Risiko für die chinesische Wirtschaft bezeichnete die Weltbank den rasanten Anstieg der Investitionen. Die Wirtschaftsstruktur müsse weiter reformiert werden, um die Wirtschaft auszubalancieren.

Das chinesische Finanzministerium sieht die Entschuldung der staatlichen chinesischen Banken als eines ihrer herausragendsten Ziele an. So plant sie zum Beispiel eine Geldspritze in die Agricultural Bank of China (ABC), um damit der ABC zu helfen, einen Teil ihrer notleidenden Kredite abzuschreiben. Außerdem wird das Ministerium Aktionär von Chinas größter Bank gemessen am Einlagengeschäft.

Die ABC wird gegenwärtig von notleidenden Krediten in Höhe von rund 95 Mrd. USD belastet. Eine Entschuldung zur Sicherstellung der von der chinesischen Zentralbank auf 8% festgelegten minimalen angemessenen Kapitalausstattung der Bank, könnte Investitionen durch die Regierung von über 140 Mrd. USD erfordern. Die chinesische Regierung wolle die ABC, nachdem das Unternehmen seit 2000 rund 24.000 Filialen geschlossen und 170.000 Arbeitsstellen eingespart hat, auf Grund ihrer Dienstleistungen für rund 800 Mio. Bauern unterstützen, hatte der stellvertretende Präsident der Bank, Han Zhongqi, am 1. Februar bekannt gegeben.

Hauptaufgabe der 1979 gegründeten Bank war die Kreditvergabe an Bauern. Im Januar 2007 machte die Anzahl der Filialen der ABC 18% aller Bankfilialen des Landes aus. Die hohe Anzahl an Filialen der Bank erklärt sich aus ihrer starken Präsenz in den Dörfern in Zentral- und Westchina.

Gleichzeitig entstand in jüngster Zeit ein weiteres Problem: Nach einer teilweisen Entschuldung der ärmsten und höchstverschuldeten Länder dieser Erde gibt es jetzt dringenden Handlungsbedarf, um deren Neuverschuldung bei Gläubigerstaaten wie China oder Indien zu verhindern. China tritt zur Zeit angesichts seiner Rohstoffinteressen in großem Stil als Kreditgeber auf, besonders in afrikanischen Ländern. Es importiert etwa ein Drittel seines Öls aus Afrika. In Simbabwe, das nahezu keine anderen Beziehungen mehr pflegt, funktioniert die Zusammenarbeit so: China hat dem umstrittenen Präsidenten Robert Mugabe Kredite gegeben und im Austausch Platin-Lizenzen bekommen.



4. Umwelt und Ressourcen bewahren

In China beginnt man zu begreifen, dass man sich auf der Stufe zur Entwicklung zu einer Industrie-Nation befindet. Üblicherweise überwiegt zu Beginn einer solchen Entwicklung die Begeisterung über die erreichten wirtschaftlichen Erfolge. Alles was diesem Fortschritt im Wege steht, wird als schädlich betrachtet - auch Umweltschutz, oder gerade Umweltschutz, weil "falsche" Rücksichtnahmen, "unnötige" Aufwendungen für Umweltschutz scheinbar den hoffnungsvollen Aufschwung behindern würden.

Luftverpestung, verschmutzte Gewässer, Abfallberge: Die ökologische Lage in China ist desolat. Doch langsam entdeckt Peking den Umweltschutz und macht ihn zur Chefsache.

Wie sehr gerade Fragen der Umweltzerstörung (3-Schluchten-Staudamm, Überflutungen usw.) mit denen der Armut zusammenhängen und insofern für den Einzelnen oft Fragen des Überlebens darstellen, ist in den letzten Jahren immer deutlicher geworden. Vor dem Hintergrund ist es ein wichtiges Anliegen, die ländliche Entwicklung voranzubringen. Die Maßnahmen von UNDP, die seit 1979 mit einem Büro in China vertreten sind, sind gerade auch in diesem Bereich angesiedelt.

China ist derzeit nach den USA weltweit zweitgrößter Emittent von Kohlendioxid und größter Emittent von Schwefeldioxid und hat damit maßgeblichen Einfluss auf die globale Klimaentwicklung.

Die großen Wälder Chinas sind bedroht. Um sie zu erhalten, sind die Waldschutzgebiete ausgeweitet worden. Die Menschen, die in diesen Gebieten leben, dürfen den Wald nicht weiter abholzen oder roden, um Ackerflächen zu gewinnen. Doch viele sind auf den Wald als Einkommensquelle angewiesen. Die chinesisch-deutsche Entwicklungszusammenarbeit versucht deshalb, die negativen Folgen der Umweltschutzmaßnahmen für die Bevölkerung zu mildern und Alternativen zu schaffen.


5. Bildung fördern

Die Schulpflicht bis zur 9. Klasse hat in der VR China schon sehr viel zur Anhebung des Bildungsniveaus beigetragen, wird aber noch nicht  überall in China eingehalten. Besonders in den armen und wirtschaftlich unterentwickelten Randzonen China können es sich viele Eltern finanziell nicht leisten ihren Nachwuchs länger als die ersten Klassen in die Schule zu schicken.

Die Reformen im Bereich des Bildungswesens und der Berufsbildung stellen eine entscheidende Voraussetzung für das weitere Gelingen des Modernisierungsprozesses dar. Der Reformdruck ist in diesem Sektor sehr groß.

Ab 2008 wird die chinesische Regierung laut Aussage des Bildungsministeriums bedürftige Studenten bei der Rückzahlung ihres Studiendarlehens unterstützen. Ziel dieser Maßnahme ist es, die entlegenen und unterentwickelten Regionen des Landes für Universitätsabsolventen attraktiver zu machen.

6. Ernährung sichern

Fast ein Drittel der Kinder unter fünf Jahren in Chinas Armutsgebieten ist unterernährt. Nach einer Erhebung sind 29 Prozent in den armen Gebieten der Provinzen Guizhou, Yunnan und Qinghai betroffen.

Eine Studie des Pekinger Instituts für Ernährung hat landesweit rund 200.000 Menschen, darunter 23.400 Kinder, erfasst. Das Ernährungsproblem beginnt meist, wenn die Mütter aufhörten, ihre Kinder zu stillen. Im Gegensatz zur Unterernährung in den armen Regionen Chinas sind 30 Prozent der Bevölkerung in den reichen Städten übergewichtig.



7. Menschenrechte wahren und Demokratie fördern

China hat 1998 den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte zwar unterzeichnet, diesen aber bis heute noch nicht ratifiziert. 2004 wurden die Achtung und der Schutz der Menschenrechte als Staatsaufgabe in die chinesische Verfassung aufgenommen. Dennoch gibt die Lage der Menschenrechte in China weiterhin Anlass zur Besorgnis. Defizite bestehen insbesondere bei der Meinungs-, Informations-, Presse- und Versammlungsfreiheit. Freie Gewerkschaften gibt es nicht und auch die Religionsfreiheit ist nicht gewährleistet. Das Justizwesen ist wenig professionell und politisch nicht unabhängig. Der deutsch-chinesische Menschenrechtsdialog unter Federführung des Auswärtigen Amts zielt hier mittel- und langfristig auf strukturelle Verbesserungen. Ein weiteres Problem ist die Korruption. Seit 2001 hat die Korruption kontinuierlich zugenommen. Auf dem Korruptionsindex von Transparency International 2005 belegte China Rang 78 von 159 Ländern.

Schätzungen von Amnesty International zufolge werden jedes Jahr rund 1800 Menschen in China hingerichtet. Internationalen Menschenrechtsorganisationen zufolge spiegeln diese Zahlen jedoch wahrscheinlich nur die Spitze des Eisberges wider. Denn obwohl Hinrichtungen oftmals öffentlich in Sportstadien oder auf Marktplätzen stattfinden und auch Lokalzeitungen darüber berichten, unterliegen offizielle Statistiken nach wie vor strengster Geheimhaltung.

Mittlerweile können 68 Vergehen in China mit der Todesstrafe geahndet werden, darunter längst nicht nur grausame Gewaltverbrechen. Zuhälterei, Korruption, Steuerhinterziehung, Diebstahl oder der Besitz von größeren Mengen Drogen genügen der chinesischen Justiz, um den Genickschuss oder den Tod durch Spritze zu fordern. Bei 19 der insgesamt 68 Strafrechtsbestände handelt es sich um reine Wirtschaftsdelikte.

8. Gleichberechtigung der Geschlechter

Die Gleichstellung der Frau im privaten und öffentlichen Leben ist besonders auf dem Land noch nicht in Sicht, obwohl es in den chinesischen Metropolen wie Beijing, Shanghai und Guangzhou schon sehr viele gut ausgebildete Frauen in Verwaltungs- und Firmenpositionen gibt. Auch der Anteil der selbständigen Frauen, die eigene Firmen gründen, ist sehr im Steigen begriffen. Die BRD beteiligt sich hier mit Projekten zur Wiedereingliederung der Frauen ins Berufsleben.



9. Leben retten und Gesundheit fördern

Während die Zahl der zu versorgenden alten Menschen steigt, geht der Anteil der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter, die einen Großteil der Kosten des Gesundheitswesens trägt, zurück. So wird das Verhältnis zwischen Erwachsenen im erwerbsfähigen Alter (zwischen 15 und 64 Jahre) und alten Menschen (65 Jahre und älter) voraussichtlich stark abfallen und bis zum Jahr 2050 von 9 Personen auf 2,5 Personen sinken. Der demografische Wandel ist für ein Gesundheitssystem, das ohnehin mit zahlreichen Herausforderungen — insbesondere mit dem raschen Anstieg der Gesamtkosten und der privaten Zuzahlungen für Gesundheitsleistungen — zu kämpfen hat, alles andere als förderlich. Das chinesische Gesundheitswesen galt früher als exemplarisch für einkommensschwache Agrargesellschaften; es basierte vornehmlich auf staatlicher Bezuschussung und bot gleichberechtigten Zugang zur medizinischen Grundversorgung. Seit Anfang der 1980er Jahre, also seit Beginn des Kostenanstiegs, hat sich die Gesundheitsversorgung für die Bevölkerung verschlechtert: Es ist ein marktorientiertes System geworden, das stark auf private Beteiligung baut und sich durch überhöhte Gebühren auszeichnet. Steigende Selbstbeteiligungskosten haben mittlerweile dazu geführt, dass Arztbesuche von vielen Chinesen hinausgezögert werden und besonders zwischen städtischen und ländlichen Gebieten ein großes Ungleichgewicht beim Zugang zur ärztlichen Versorgung besteht. Besorgniserregend sind diese Entwicklungen besonders für alte Menschen, die voraussichtlich einen höheren Bedarf an medizinischer Betreuung haben und gleichzeitig über weniger finanzielle Mittel verfügen. Hinzu kommt, dass gerade in den ländlichen Gebieten, dort wo die Gesundheitsversorgung schlechter ist, der Anteil älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung besonders groß ist.

Ein weiterer Ansatzpunkt für zukünftige Projekte der Zusammenarbeit wird der Bereich AIDS sein. Der chinesische Gesundheitsminister ließ im Oktober 2001 offiziell verlauten, dass 600.000 Chinesen mit dem HIV-Virus (e) infiziert sind.


10. Globalisierung gestalten
China Radio International verfügt über eine deutsche Seite zu Politik, Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft, auf der auch Aktuelles zur deutsch-chinesischen Entwicklungspolitik zu finden ist, wie auch NGO-ONLINE.

China ist wegen seiner großen wirtschaftlichen, regionalen und internationalen Bedeutung eines der so genannten Ankerländer. Diese Länder spielen eine Schlüsselrolle bei der Sicherung von Frieden und Stabilität, bei der Bekämpfung der Armut und auch bei der Umsetzung der weiteren Millenniumsentwicklungsziele.

Schwerpunkte der deutschen Zusammenarbeit mit der VR China














1.    Umweltpolitik, Schutz und nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen























2.    Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung













3.    Transport (öffentlicher Transport, Modernisierung Schienenverkehr)













Umweltpolitik, Schutz und nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen
















Der wachsenden wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit Chinas trägt die deutsche Zusammenarbeit dadurch Rechnung, dass die deutschen Beiträge reduziert und die Konditionen marktnäher gestaltet werden. Lagen die Zusagen im Jahr 1998 bei 135 Millionen Euro betrugen sie für 2005 noch 68 Millionen Euro; davon 50 Millionen Euro für Finanzielle und 18 Millionen für Technische Zusammenarbeit. Im Rahmen der Finanziellen Zusammenarbeit werden Zuschüsse zukünftig nur noch für besondere Pilotvorhaben in ausgewählten Bereichen gewährt.
Bei den letzten Regierungsverhandlungen zwischen der Volksrepublik China und der Bundesrepublik Deutschland wurde vereinbart, die Anzahl der Schwerpunkte der Zusammenarbeit von vier auf drei zu reduzieren. In Zukunft wird sich die gemeinsame entwicklungspolitische Arbeit vor allem auf folgende Bereiche konzentrieren:



Die schnelle wirtschaftliche Entwicklung Chinas hat für die Umwelt negative Folgen: Die Volksrepublik ist weltweit der zweitgrößte Emittent von klimaschädigenden Gasen, und China ist der größte Importeur von Tropenholz, oft aus illegalem Einschlag. China ist nach den USA der zweitgrößte Stromverbraucher der Welt, wobei fast 80 Prozent des Stroms in meist wenig effizienten Kohlekraftwerken erzeugt wird. Die knappen Wasserressourcen werden durch ungeklärte Abwässer, Mülldeponien und eine intensive Landwirtschaft belastet. Ziel des deutschen Engagements ist, die Umweltbelastungen zu verringern - zum Beispiel durch die Förderung sauberer Kohlekraftwerkstechnologie, Energie-Effizienz und Kraft-Wärme-Kopplung sowie erneuerbare Energien wie Sonnenenergie, Wind- und Wasserkraft.
Erste Erfolge sind zu verzeichnen. 2006 trat das Gesetz für erneuerbare Energien in Kraft. China beabsichtigt, den Anteil erneuerbarer Energien bis 2010 von derzeit unter einem auf zehn Prozent der landesweiten Stromerzeugung zu erhöhen.
Weil es in China sehr große Waldflächen gibt, die Bedeutung für das globale Klima haben, sind auch die Nachhaltigkeit der Waldwirtschaft und die Bekämpfung der Wüstenausbreitung wichtige Themen der Zusammenarbeit. Weitere Themen sind Umweltpolitik, das Management natürlicher Ressourcen sowie nachhaltige und umweltschonende Stadtentwicklung einschließlich umweltfreundlicher Transportsysteme.


Ziel der chinesisch-deutschen Zusammenarbeit ist der Aufbau einer sozial orientierten und nachhaltigen Marktwirtschaft. Die Förderung konzentriert sich dabei auf kleine und mittlere Unternehmen, die Reform des Finanzsektors und Politikberatung. Die Umgestaltung von der Plan- zur Marktwirtschaft erfordert neue rechtliche Rahmenbedingungen.
Deshalb haben 1999 der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder und der frühere chinesische Premierminister Zhu Rongji den deutsch-chinesischen Rechtsstaatsdialog vereinbart. Unter diesem Dach werden im Rahmen von zweijährigen Programmen gemeinsame Rechtsberatungsvorhaben durchgeführt. Auch der bereits erwähnte Menschenrechtsdialog ist Teil dieses Dialogs.


Eine Voraussetzung für Wirtschaftswachstum ist eine geeignete Infrastruktur. Die Bundesrepublik unterstützt China bei einer effizienten und umweltgerechten Entwicklung ihres Verkehrssystems. Die Zusammenarbeit konzentriert sich dabei auf den Schienenverkehr sowohl im urbanen Bereich wie im Überlandverkehr. Die Wettbewerbs- und Leistungsfähigkeit des umweltfreundlichen Massentransportmittels soll gestärkt werden.

Neben diesen Schwerpunkten wird weiterhin im Gesundheitsbereich zusammengearbeitet.

Die Zusammenarbeit im Gesundheitssektor konzentriert sich vor allem auf bestehende oder drohende Pandemien wie HIV/AIDS, SARS oder Vogelgrippe. Die Ausbreitung des HI-Virus in China ist ein ernstzunehmendes Problem, etwa 650.000 Menschen sind infiziert.

Die Umweltprobleme mit denen sich China heute konfrontiert sieht, umfassen zum einen Ressourcenzerstörungen, die aus vorindustrieller Übernutzung resultieren, wie Entwaldung, Landverlust, Verwüstung und Bodenerosion und zum anderen Umweltbelastungen, die von Schadstoffemissionen aus Industrieproduktion und Konsum herrühren. Das heisst, Probleme, die in den entwickelten Industrienationen nacheinander folgten, hat China nun gleichzeitig zu bewältigen. Hinzu kommt die Knappheit des Landes an natürlichen Ressourcen wie Wald- und Ackerflächen, Grasland und Wasser. (Statistik zum Thema Umweltschutz: 1995-1999).

Eines der größten Probleme Chinas ist die Wasserknappheit. Der rasch ansteigende Lebensstandard, der massenhafte Bau neuer Wohnungen und der zunehmende Gebrauch von Waschmaschinen haben den Mangel verschärft. Hinzu kommt eine hohe Belastung des Wassers: Ein Viertel der chinesischen Bevölkerung verfügt nicht über den Zugang zu hygienisch einwandfreiem Trinkwasser. In den städtischen Ballungsgebieten liegt bei 78% des Frischwassers die Schadstoffbelastung über den zulässigen Werten; 50% der Grundwasserressourcen in den Städten gelten als verschmutzt, und 40% der Trinkwasserquellen werden als hoch gesundheitsgefährdend eingestuft.

Die gewaltigen Überschwemmungen und Dürren der vergangenen Jahre sind ebenfalls in Zusammenhang mit diesen Veränderungen zu sehen.

Offiziellen Meldungen zufolge initiiert und verstärkt die chinesische Regierung mit Unterstützung chinesischer Umweltschutzorganisationen verschiedenste Umweltprojekte, die Wiedergewinnung recycelbarer Güter, fördert die Entwicklung alternativer Fahrzeugantriebe und kann grundsätzlich schon Erfolge in der Umweltverschmutzungsbekämpfung verzeichnen.

Die Seite des Landesinstitutes für Schule und Weiterbildung bietet allgemeine Daten, Statistiken und Infografiken zu: Weltmarkt, Seuchen, Entwicklungsprojekte, Auslandsschulden der Entwicklungsländer, Korruptionsgrad, Armut, Struktur der WTO usw.

International Rivers Network verbindet Menschenrechte und Umweltschutz.

Projekte des  WWF China und Greenpeace China spielen sich in den Bereichen Klima, Energie, Ausbildung, Wald und Frischwasser ab.

Der Drei-Schluchten-Staudamm wird nach seiner kompletten Fertigstellung (voraussichtlich 2009) zu den größten Talsperren der Welt gehören. Das Projekt liegt in der Provinz Hubei und der regierungsunmittelbaren Stadt Chongqing. Der Stausee entsteht im Bereich der berühmten 3 Schluchten: Qutang, Wuxia und Xiling.

Die Gesamtkosten des Dammbaus betragen schätzungsweise 75 Mrd. US$. Finanziert wird der Staudamm durch das chinesische Volk, das mit einer Sondersteuer belastet wird, sowie zu 65 % durch Kredite der staatlich chinesischen Entwicklungsbank. Auch ausländische Investoren sind an dem Projekt beteiligt, von denen als wichtigste die Investmentbank Morgan Stanley sowie die kanadische Regierung zu nennen sind. Auch die deutsche Bundesregierung tritt als Bürge für den Milliardenauftrag bei Siemens ein.

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