| alle Länder | Homepage | |||||||||
| Landesüberblick | Staat & Politik | Wirtsch. & EZ | Gesellsch. & Kultur | Praktisches |
Costa RicaSeite 3: Wirtschaft & Entwicklung |
||||||||||||||||||||||
|
Wirtschaft
©
SE
Das
Angebot von im Land
produziertem Obst und Gemüse ist, wie hier
im Zentralmarkt, sehr vielfältig.
![]() ©
SE
Die
Angebote für TouristInnen
- inzwischen der Devisenbringer Nr.
1 des Landes - ist manchmal etwas unübersichtlich, wie hier in
Monteverde, eine der Hochburgen oder Mekkas des Ökotourismuses.
©
SE
Im Durchschnitt brauchen
die Costarricaner schon jetzt mehr als das Land hergibt. Aber die
Ressourcen sind sehr ungleich verteilt.
|
Bis
Anfang der 1930er Jahre erwirtschafteten Kaffee und Bananen 90% der
Deviseneinnahmen. Zwar ist Costa Rica immer noch stark
landwirtschaftlich geprägt, aber der Anteil an Industrie- und
Elektronikprodukten (Mikrochips, Textilien, medizinische und
pharmazeutische Produkte) hat stark zugenommen. Tourismus
ist inzwischen der
Devisenbringer Nummer eins des Landes. Der touristische Sektor
beschäftigt direkt und indirekt ca. 600.000 Arbeiter/-innen
und
produziert ca. 9% des BIP. Landwirtschaftliche
Produkte der generell exportorientierten Marktwirtschaft sind
für
die Beschäftigung und den Export immer noch sehr wichtig. Eine
Diversifizierung der Produktpalette konnte in den letzten Jahren auch
im landwirtschaftlichen Bereich erzielt werden. Neben Kaffee (noch
Rohkaffee: 2,8%
der Exporteinnahmen) und
Bananen kommen vor allem Ananas (2006 schon 5,3% der
Exporteinnahmen), Pflanzen für den
internationalen Blumenmarkt, Melonen und Zucker hinzu. Der Artikel über das Paradies für Agrarmulties setzt sich kritisch mit der Produktion von
gentechnisch manipuliertem Saatgut auseinander. Wie gefährlich der
weit verbreitete Einsatz von Herbiziden sein kann
wurde in einem Beitrag von plusminus sehr deutlich.Auf Grund der politischen Stabilität und einem hohen Bildungsstandard sind die Auslandsinvestitionen sehr hoch. Seit 1998 produziert intel Mikrochips in Costa Rica und erzielte in seiner Spitze 2000 über 27% aller Exporterlöse (der Artikel Riese im Zwergenstaat
fasst diese Entwicklungen zusammen). Viele
ausländische Firmen, insbesondere aus den USA, lassen sich
in den Freihandelszonen
nieder. Eine Übersicht über die Situation in den
maquilas der
Freihandelszonen gibt die zentralamerikanische NGO ASEPROLA .Produktionsverteilung (% des BIP)
Export von tradtionellen (Kaffee, Bananen, Zucker, Rindfleisch) und nicht-traditionellen Produkten
Einige wichtige wirtschaftliche Eckdaten:
bietet
aktuelle Zahlen.Übersichten über wirtschaftliche Daten und Entwicklungen finden Sie z.B. bei der costaricanischen Bank BCCR ,
dem deutschen Auswärtigen
Amt ,
den Human
Development Reports der UNDP, der interamerikanischen
Entwicklungsbank IDB ,
der Weltbank
oder
im CIA factbook
.Eine Steuerreform, die das Haushaltsdefizit und den Schuldenberg abtragen soll, wird seit zwei Jahren im Parlament beraten. Die Schere der internen Ungleichverteilung wird größer. So lag der Gini-Koeffizient, als Maß für die personelle Einkommensverteilung eines Landes, (der GK liegt zwischen 0, völlige Gleichverteilung, und 1, ganz ungleiche Verteilung) in 2001 schon bei 0,49. Die 20% Ärmsten des Landes verfügen nur über 3,9% des gesamten Einkommens, während den Reichsten 20% über 54,8% zukommt. Eine Zusammenstellung wichtiger ökonomischer und Umweltindikatoren finden Sie bei Earthtrend .
Die
Verfassung garantiert jedem Arbeiter und jeder Arbeiterin einen
Mindestlohn, der immer
wieder den aktuellen Entwicklungen angepasst wird. So lag er z.B. im
zweiten Halbjahr 2003 für nicht qualifizierte ArbeiterInnen
bei 240 US$ monatlich und für Hochschulprofessoren
bei 547
US$.Das Naturparadies Costa Rica lebt schon jetzt über seinen
Verhältnissen: Der ökologische
Fußabdruck |
|||||||||||||||||||||
|
|
||||||||||||||||||||||
| Freihandels- abkommen Material der costaricanischen attac-Gruppe Karte Costa Ricas nach 25 Jahren Freihandelsabkommen |
CAFTA, die
mittelamerikanische Freihandelszone Nach dem Vorbild des nordamerikanischen Freihandelsabkommens NAFTA (North American Free Trade Agreement) zwischen Kanada, USA und Mexiko wurde in den letzten Jahren das zentralamerikanische Freihandelsabkommen CAFTA (Central American Free Trade Agreement) zwischen den USA, den Staaten Mittelamerikas und der Dominikanischen Republik verhandelt. Der Vertrag ist seit Anfang 2004 ausgehandelt. Costa Rica ist das einzige Land, das diesen Freihandelsvertrag noch nicht von seinem Parlament ratifiziert hat. Die letzten Anhörungen im Parlament haben im Oktober 2006 stattgefunden. Offiziell muss das Abkommen spätestens bis zum 01. März 2008 ratifiziert werden. Am 07. Oktober 2007 fand das erste Referendum in der Geschichte Costa Ricas statt: eine knappe Mehrheit von 51,6% der Bevölkerung hat sich für das Wirtschaftsabkommen entschieden (bei einer Wahlbeteiligung von 60%). Ein paar Pressestimmen: Costa Rica sagt "Si" zur Freihandelszone mit den USA (welt online ) und Ja zur Freihandelszone (taz )Kurz vor dem Referendum weitete sich der Skandal über die Beeinflussung der öffentlichen Meinung durch die Regierung stark aus.Schwerpunkte des Abkommens sind Investitionsschutz, freier Verkehr von Waren und Kapital, Homogenisierung von Normen, Gesetzen und Import/Export, Beschaffungswesen und Eigentumsrechte. In dem Abkommen ist die Aufhebung der costaricanischen staatlichen Monopole im Bereich der Versicherungen und Telekommunikation vorgesehen. Dies bot in den letzten Jahren immer wieder Anlass für Proteste und Streiks im ganzen Land, war wichtiges Wahlkampfthema und mobilisierte viele Menschen im Vorfeld des Referendums.
Viele gesellschaftliche Gruppierungen sehen durch das Freihandelsabkommen eine Gefahr für die Länder Mittelamerikas, da wohl eher die großen (us-amerikanischen) Firmen profitieren würden und lokale Klein(st)betriebe keine Chance mehr hätten. Sie fürchten z.B. auch um Arbeiter/-innenrechte, Umweltschutz und Sozialleistungen. Verschiedenste Gruppen informieren über den Stand des Abkommens und deren mögliche Konsequenzen:
|
|||||||||||||||||||||
|
|
||||||||||||||||||||||
Kaffee und Bananen![]() © SE Kaffeekirschen ![]() © SE Bananenblüte |
Das nationale Kaffeeinstitut ICAFE bietet
ein vielfältiges Angebot an Informationen rund um den Kaffee
in
Costa Rica.Die Kooperative COOCAFE vertritt
etwa 3.500 costaricanische Kaffeekleinbauern und -bäuerinnen
und
vermarktet über den Fairen Handel auch nach Deutschland.Die nachhaltige Kaffeeerzeugung ist in den
letzten Jahren enorm gewachsen.
Das Foro Emaus
in
Costa Rica setzt sich stark
für die Rechte der
Arbeiter/-innen
und
der Umwelt in den Bananenplantagen ein. Dort finden Sie z.B. auch das
Buch 'Bananos
para el Mundo, y el dano para Costa Rica' . Auch Banafair bietet
Hintergrundmaterial rund um die Banane.Die Rainforest Alliance hat Standards für die Bananenproduktion
entwickelt und zertifiziert auch verschiedene Plantagen in Costa Rica . |
|||||||||||||||||||||
|
|
||||||||||||||||||||||
Entwicklung und
Entwicklungspolitik![]() © SE Ziele und Inhalte der Zusammenarbeit werden gemeinsam definiert. ![]() © SE Aus- und Fortbildungen des heimischen Personals sind wichtige Instrumente in der Entwicklungszusammenarbeit |
Auch
wenn viele Entwicklungen als Erfolgsgeschichte gelten so hängt
die
zukünftige Entwicklung doch stark von den großen
Herausforderungen ab die sich vor allem im Bereich der
Wettbewerbsfähigkeit, der immer
größer werdenden
Einkommensschere und der Armutsbekämpfung abzeichnen. Die
jetzige
Regierung legt den Schwerpunkt vor allem auf den Bildungsbereich, und
dort
auf die Sekundarstufen, um dort bessere Ergebnisse zu erzielen und
somit diesen Herausforderungen entgegentreten zu können. Auf der makro-ökonomischen Ebene sind es vor allem die hohe Auslandsverschuldung, die Dollarisierung und die Inflation die das Wachstum behindern. Notwendige Reformen im Sozialwesen und im Finanzbereich wurden bisher nicht durchgreifend angegangen. Neben den staatlichen Institutionen gibt es in Costa Rica eine große Anzahl an Nichtregierungsorganisationen, die sich sowohl im sozialen Bereich als auch für Themen des Umwelt- und Naturschutzes engagieren. Costa Rica zählt zu den Schwellenländern oder "medium developed countries", weshalb auch nicht mehr viele Geber in diesem Land aktiv sind. Den stärksten Einfluss auf die Wirtschafts- und Entwicklungspolitik haben der IWF, US-AID und die Weltbank. In Bezug auf die acht Milleniums-Entwicklungsziele
(MDGs )
- auf die
sich die Weltgemeinschaft angesichts der drängenden Probleme
zur
Jahrtausendwende verständigt haben - steht Costa Rica relativ
gut
da. Allerdings muss dies zum einen in Relation zu anderen
Ländern
und zum anderen in den Landeskontext gesetzt werden.
So ist
z.B. der Anteil der Bevölkerung, die von weniger als 1 US $
pro
Tag Leben müssen von 5,2% 1990 auf 3,3% in 2003 gefallen.
Allerdings sind auch die Lebenshaltungskosten in Costa Rica sehr hoch
verglichen mit anderen Entwicklungsländern. Unterhalb der
nationalen Armutsgrenze leben beispielsweise 22%. Daten zu den
verschiedenen Indikatoren bietet
die
UN-Seite der MDGs. Auf Grund seines relativ hohen Entwicklungsstands, im Vergleich zu anderen Ländern der Region, ist Costa Rica häufig kein Schwerpunkt der Entwicklungszusammenarbeit mehr für viele Länder. Allerdings ist es oft durch die vielen überregionalen Vorhaben in Zentralamerika eingebunden. Im Jahr 2004 sind 13,8 (2000: 11,8; 2003: 28,3) Mio. US$ an offizieller staatlicher Entwicklungshilfe (ODA) ins Land geflossen. Dies entsprach 3,2 US$ pro Einwohner/-in. Im gleichen Jahr wurden 3,7% des BIP - oder 6,5% der Exporte - für Schuldentilgung aufgebracht. Neben den guten politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zählt Costa Rica auch zu den Partnerländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Das BMZ-Konzept für
die
entwicklungspolitische Zusammenarbeit mit den Ländern
Lateinamerikas steht im Netz zur Verfügung, ebenso das Konzept zur Entwicklungszusammenarbeit mit den
indigenen Völkern in Lateinamerika und der Karibik . Die deutsche
Entwicklungszusammenarbeit mit Costa Rica begann 1965 und lag lange im
Bereich des "grünen" Umweltschutzes und der agroforstlichen
Entwicklung. Seit 2002 liegt der Schwerpunkt der deutschen
Kooperation im städtisch-industriellen Umweltschutz
(insbesondere Abfallwirtschaft und Abwasserentsorgung), der durch den
Bereich der partizipativen ländlichen Entwicklung
ergänzt
wird. Neben der technischen und finanziellen Zusammenarbeit durch GTZ
und KfW
wird
ein Teil der deutschen Entwicklungszusammenarbeit über
integriertes Fachpersonal, das im Rahmen des CIM-Programms
vermittelt
wird, geleistet. InWEnt
zieht Costa Rica
insbesondere über die
regionalen Projekte und Weiterbildungsangebote mit ein. Ebenso entsendet der Evangelische Entwicklungsdienst eed
Fachkräfte nach Costa Rica. Das Projekt Fußball
für das Leben
von Brot
für die Welt,
über das
Jugendlichen in den Armenvierteln
von San José neue Perspektiven eröffnet werden
sollen, hat
insbesondere durch das Eröffnungsspiel Deutschlands gegen
Costa
Rica während der Fußballweltmeisterschaft im Sommer
2006,
neue Aufmerksamkeit bekommen.Darüber hinaus fördert auch die Deutsche Botschaft in Costa Rica
jährlich
über zahlreiche Kleinprojekte vor
allem sozial schwache Gruppen, Fraueninitiativen und
Umweltschutzmaßnahmen. Von den politischen Stiftungen Deutschlands sind sowohl die Friedrich-Ebert-Stiftung als
auch die Konrad-Adenauer-Stiftung
im
Land vertreten. Die Heinrich-Böll-Stiftung
, die
Friedrich-Naumann-Stiftung
und
die Rosa-Luxemburg-Stiftung
beziehen Costa
Rica über ihre regionalen Projekte mit ein. Der Deutsche Akademische Austausch Dienst DAAD hat
sein
Zentralamerika-Büro in Costa Rica. Landesspezifische Aktivitäten weiterer relevanter Institutionen und Organisationen:
|
|||||||||||||||||||||
|
|
||||||||||||||||||||||
zurück
zur
vorigen Seite
|
weiter
zur nächsten Seite

| alle Länder | Homepage | |||||||||
| Landesüberblick | Staat & Politik | Wirtsch. & EZ | Gesellsch. & Kultur | Praktisches |