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Ecuador
Seite 1: Landesüberblick & Naturraum

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Politische Karte
Reliefkarte
Bodennutzung
Vegetation

Lage und Größe

Ecuador verdankt seinen Namen der Äquatorlinie, die etwa 15 Kilometer nördlich der Hauptstadt Quito verläuft und 1736 von einer französischen Expedition dort vermessen worden war. Aufgrund dieser geographischen Besonderheit befindet sich Ecuador "en la mitad del mundo", in der "Mitte der Welt". 13,6 Millionen Menschen leben auf einer Fläche von 283.560 Quadratkilometern, womit Ecuador etwas größer als Großbritannien ist. Der Staat erstreckt sich von der Pazifikküste 600 Kilometer landeinwärts bis zu den Amazonasnebenflüssen Rio Napo und Rio Putumayo. Zum Staatsterritorium gehören auch die weltbekannten Galapagos-Inseln, die dem Festland 965 Kilometer vorgelagert sind und sich über eine Fläche von 8.000 km² erstrecken.

Links: Der inaktive Vulkan Chimborazo ist mit 6310 Meter Höhe über dem Meeresspiegel der höchste Berg in Ecuador (hier fotografiert auf einem Flug von Quito nach Cuenca - um diese Aussicht zu geniessen, empfielt es sich auf dieser Strecke nach einem Fensterplatz auf der linken Flugzeugseite zu fragen). Rechts: Pazifikküste nahe Salinas © A.L. Salinas-Dosch

Impressionen

Die wohl umfangreichste Sammlung von mehreren hundert kommentierten Fotos der Flora, Fauna, Bauwerke und Menschen Ecuadors bietet die neue website ecuador-pictures. Sie wollen mehr Bilder von Ecuador sehen? Videoclips im Internet über Ecuador sind rar, einige interessante gibt es zu verschiedenen Themen aus der Provinz Otavalo.

Grunddaten

Staatsform

Präsidialrepublik

Einwohner 13,8 Mio
Bevölkerung

Indigene 20% (nach Angaben der Indigena-Organisation CONAIE bis zu 50%),
Mestizen 35%,
europäischer Abstammung: 25%,
Mulatten 15%,
Afroamerikaner 5%

Bruttoinlands-produkt  (BIP)

44,5 Mrd USD (laufende Preise)

98,3 Mrd. USD (Purchasing Power Parity/PPP)

Prokopf-BIP

3200 USD (laufende Preise)

7100 USD (PPP)

Datenstand 2007, Quelle: World Factbook Ecuador

Sollten Sie handfeste und übersichtlich geordnete Fakten und Zahlen zu Ecuador benötigen, schlagen Sie besser das World Factbook auf. Und wenn Sie über reine Daten hinaus an gut zusammengestellten und aktuellen Informationen zu Geographie, Wirtschaft, Kultur, Medien, Tourismus etc. interessiert sind, schauen Sie bei Exploring Ecuador nach. Einen tabellarische Aufstellung aktueller Daten zu Ecuador bietet die Deutsch-Ecuadorianische Industrie- und Handelskammer . Kurz gehaltene, aber vielseitige Informationen jeglicher Art finden Sie im Ecuador Explorer. Gut sind auch der Ecuador-Steckbrief (u.a. zu Geographie, Politik, Geschichte und Wirtschaft) von Ecuador-Line und das country profile der BBC. Interessante Links zu NROs, Entwicklungsprojekten und anderen Seiten mit Ecaudor-Bezug bietet exite. Für eine kompakte Länderanalyse (vor allem hinsichtlich Politik und Wirtschaft) siehe eine Kurzstudie der BayernLB.

Wichtige Angaben zu Zusammensetzung der Bevölkerung erhalten Sie vom Statistischen Nationalen Institut INEC. Dort gibt es auch statistische Erhebungen zur Wirtschaft, Daten zur aktueller Preisentwicklung, zu den Lebensbedingungen und zu sozialen Themen sowie Angabe zum Gesundheitssektor und zur internationale Migration.

Naturraum

 

 

Geographie

Im Norden wird Ecuador von Kolumbien, im Süden und Osten von Peru und im Westen vom Pazifik begrenzt. Die lange umstrittene politische Zugehörigkeit großer Teile des südöstlichen Amazonasregenwaldes an der Grenze zu Peru ist seit Oktober 1998 durch die Unterzeichnung eines Friedensvertrages zwischen beiden Ländern endgültig geregelt. Die Anden teilen das Land in drei verschiedene Regionen: die Küstenebene (Costa), die Hochgebirgskette der Anden (Sierra) und das Amazonasgebiet (Oriente). Diese Gebiete lassen sich durch Klima, Landschaftsformen, Produktionsart, Landbesitz und Besiedlung unterscheiden. Höchste Erhebung des Landes bildet der 6310 Meter hohe Chimborazo. Zu Ecuador gehören außerdem die Galapagos-Inseln, die dem Festland etwa 1000 Kilometer in westlicher Richtung vorgelagert sind. Berühmt sind sie durch die einzigartige Mannigfaltigkeit seltener Tierarten. So beeindruckend die geographische Vielfalt des Landes einerseits ist, so erschwert sie andererseits die ökonomische und politische Integration der ecuadorianischen Nation. Das Straßennetz zwischen den großen Städten z.B. entstand in seiner heutigen Form erst seit den 1960er Jahren.

Klima

Es herrscht warmes, tropisches bzw. subtropisches Klima mit großen Unterschieden zwischen der Andenregion und der Küste. In den Gebirgstälern der Sierra kommt es zu starken Temperaturschwankungen während des Tagesverlaufs. An einem Tag kann die Temperatur zwischen 7 bis 22 Grad Celsius schwanken. An der Küste nehmen die Regenmengen von Norden nach Süden ab. Die trockenste Zeit ist von Juni bis November. Die Tagestemperaturen an der Costa liegen bei 27-30 Grad Celsius, nachts kühlt es auf etwa 20 Grad Celsius ab. Tagestemperaturen Im Amazonasbecken und im nördlichen Küstentiefland ist es feuchtheiß. Meeresströmungen sind verantwortlich für die zwei Jahreszeiten auf den Galpagos-Inseln; in der ersten Jahreshälfte ist es meist sonnig, die Wassertemperatur beträgt ca. 23 Grad, doch gelegentlich gehen schwere tropische Regenschauer nieder. Diesig ist es während der Trockenzeit in der zweiten Jahreshälfte, die Wassertemperatur ist bedingt durch den Humboldtstrom kälter. Anfang 2008 erlebte Ecuador die schwerwiegensten Überschwemmungen seit zwei Jahrzehnten. Allein im Februar kamen nach heftigen Regenfällen und Erdrutschen mindestens 23 Menschen ums Leben. Unter den zehntausenden Flutopfern verbreitete sich das Dengue-Fieber. Die Regierung rief einen landesweiten Notstand aus.

El Niño und Vulkane

In unregelmäßigen Abständen taucht eine warme Meeresströmung an der pazifischen Küste auf, was zu extremen klimatischen Veränderungen in den betroffenen Regionen führt. Das stärkste bisher beobachtete El Niño-Ereignis der Jahre 82/83 löste in Ecuador nach tagelang anhaltenden Niederschlägen Überschwemmungen und Erdrutsche aus. Die Folgen des Niño-Stromes im Jahr 1998 waren ebenfalls verheerend. Eine latente Bedrohung für Mensch und Umwelt bilden die aktiven Vulkane Ecuadors, wie zuletzt im Falle des Asche speienden Tungurahua. Nach dem jüngsten Ausbruch des Vulkans im Februar 2008 schleuderte der Tungurahua mehrere Millionen Kubikmeter heißer Asche und Gestein in die Luft. Mehr als 20,000 Hektar mit Mais, Kartoffeln, Gemüse und Getreide bepflanzte Äcker sowie alle Weideflächen waren von einer dicken Ascheschicht bedeckt. Mindestens fünf Menschen kamen bei der Eruption ums Leben (Video des vorherigen Vulkanausbruchs, August 2006).

Über die geographische Lage Ecuadors und seine Eigenheiten ist in A guide to Andean countries näheres zu erfahren.

Die einzigartige Mangroveninsel Isla Corazón nahe Bahia de Caraquez in der Küstenprovinz Manabí © A.L. Salinas-Dosch

Ökologische Probleme

Schutz von Flora und Fauna

Obwohl Ecuador ein vergleichsweise kleines Land ist, zählt es zu den Staaten mit der weltweit artenreichsten Flora und Fauna. So finden sich in Ecuador z.B. mehr als 20.000 Pflanzenarten (im Vergleich zu 17.000 in ganz Nordamerika) und etwa 1500 Vogelarten (und damit doppelt so viele wie auf dem europäischen Kontinent). Ein Grund für Ecuadors ausgeprägte Biodiversivität ist die große Anzahl unterschiedlicher Habitate, die sich vom tropischen Regenwald über die Hochregionen der Anden bis zur Küstenzone erstrecken. Um die einzigartigen Ökosysteme zu schützen, wurden mehrere Nationalparks und Naturreservate eingerichtet, die zusammen etwa 10% der Landesfläche Ecuadors ausmachen. Die Nationalparks (Nationalpark Sangay, Ökotourismus-Projekt "Camino hasta el mar") besitzen praktisch keine touristische Infrastruktur; Hotels oder Campingplätze sind meist ebensowenig vorhanden wie Museen oder Informationszentren.

Ökotourismus

Der Ökotourismus, der die Besucher Ecuadors auf behutsame Weise mit der natürlichen Vielfalt des Landes vertraut machen möchte, hat sich zu einer erfolgreichen Strategie und wichtigen Einnahmequelle der ecuadorianischen Volkswirtschaft entwickelt. Trotz einiger positiver Ansätze des Umweltschutzes ist jedoch auch Ecuador weit von einer 'heilen Welt' entfernt. Die taz hält das durchaus erfolgreiche Konzept . für eine Mogelpackung: "Ökotourismus ist in Ecuador "in" - aber oft ist es nicht mehr als Verpackung. Ein Fünftel des Landes ist formal Naturschutzgebiet. Aber die Betonung liegt zumeist nur auf dem Wort "formal". Nicht einmal die Deklaration zum Naturschutzgebiet verhindert die Abholzung. 1996 wurden der Nebelwald um den Illinizavulkan in den Anden zum Naturschutzgebiet erklärt - seitdem hat die Rodung erst richtig begonnen".

Opfer des wirtschaftlichen Wachstums

Die Verlockung, ökonomisches Wachstum durch kurzfristige rentable Investitionen zu erzielen, ist so stark, dass der Blick für die langfristigen ökologischen, wie auch ökonomischen und sozialen Folgen getrübt wird (die Zerstörung der Mangrovenwälder durch die Garnelenindustrie bildet ein prägnantes Beispiel). Es wird weiterhin eine Intensivierung der Nutzung des Amazonastieflandes sowohl für die Erdöl- und Holzwirtschaft als auch für die Fischerei gefördert. Durch den damit verbundenen Regenwaldverlust wird einer Verarmung und Unfruchtbarkeit der Böden, sowie einer Dezimierung von Flora und Fauna in großem Maßstab mit entsprechenden globalen klimatischen Folgen Vorschub geleistet. Die Ausweitung der Erdölwirtschaft, beispielsweise, hat erheblich zur Dezimierung der im Regenwald lebenden Indianer geführt. Der Verlust ihrer kulturellen Identität, sowie Verfolgung, Krankheit und Tod bestimmen seitdem das Leben der indigenen Völker im Regenwald.

Die NRO Amazonwatch unterhält einen informative newsroom mit aktuellen Berichten zur Umweltproblematik Ölpipeline, Zerstörung der Mangrovenwälder durch die Garnelen-Industrie, Solarenergie, alternative Transporte, usw.). Zum Thema Auswirkungen der Erdölförderung in tropischen Länder ist ferner die Site von Oilwatch aufschlussreich. Siehe zur Erdölpolitikproblematik auch die websites "Erdöl und Widerstand in Ecuador" und "Regenwaldmenschen".

Galapagos Inseln

Das besondere Augenmerk der nationalen und internationalen Öffentlichkeit richtete sich stets auf die Galapagos-Inseln. Obwohl die Inselgruppe 1934 zum Nationalpark und 1979 von der UNESCO zum "Erbe der Menschheit" erklärt wurde, ist die weltweit einzigartige Tierwelt des Archipels doch latent bedroht - zuletzt im Januar 2001 durch einen Tankerunfall Ausführliche Informationen, neueste Nachrichten und mehr als 200 Publikationen - zumeist wissenschaftliche Artikel - über die Inselgruppe finden Sie auf den Seiten der Charles Darwin-Stiftung. Die KfW und Regierung Ecuadors einen Finanzierungsvertrag zur Umstellung der Energieversorgung auf "saubere" Erneuerbare Energien für die Galapagos Inseln. Mit Hilfe der Mittel sollen unter anderem Photovoltaikanlagen installiert werden, die die Inseln mit Solarstrom versorgen. Parallel wird die Bevölkerung durch Informations- und Aufklärungskampagnen sensibilisiert. Alle Aktivitäten werden eng mit anderen Gebern abgestimmt. So will die UN beispielsweise auf den Inseln zusätzlich Windkraftanlagen errichten und der WWF Fahrzeuge mit Wasserstoffantrieb zur Verfügung stellen. Bedroht wird das einzigartige Naturparadiese auch vom Tourismus: Die Galapagos-Inseln leiden unter dem wachsenden Angebot an Kreuzfahrten.

Shrimps

Zu den ökologischen Folgen von Shrimp-Aquakulturen, durch die Ecuador etwa 50 Prozent seiner Mangrovenwälder und der damit verbundenen Ökosysteme verloren hat, lesen Sie eine Publikation der Friedrich Ebert Stiftung. Ecuador hat eine lange Shrimp-Tradition - die ersten Zuchtbecken wurden 1968 gebaut. Aber wirklich spürbar wurde die Krabbenindustrie erst Ende der 70er Jahre und gipfelte Mitte der 80er Jahre im „Krabbenboom“. Zur Zeit ist Ecuador der größte Krabbenexporteur in der westlichen Hemisphäre und der zweitgrößte Produzent weltweit.

Río Chone, Provinz Manabí © A.L. Salinas-Dosch

Sozialraum

Administrativ ist das Land in 24 Provinzen aufgeteilt, von denen viele nach Bergen (Pichincha und Chimborazo) oder nach Flüssen (Guayas, Napo) benannt sind. Die Provinzen unterteilen sich in Bezirke (Cantones), die ihrerseits aus Munizipien (Parroquias urbanes y rurales) bestehen. Die jüngsten Provinzen sind Santa Elena und Santo Domingo de los Tsáchilas, die Ende 2007 gebildet wurden. Die drei größten Städte sind Guayaquil (ca. 2 Millionen Einwohner), das ökonomische Zentrum des Landes, die Hauptstadt Quito (ca. 1 Mio. Einw.) als politischer Mittelpunkt und Cuenca (knapp 500.000 Einw.), das häufig als kulturelles Herz bezeichnet wird. Der urbane Anteil an der Gesamtbevölkerung beträgt 58,4 Prozent.

Karte der Provinzen (Mitte 2007), GNU-Lizenz für freie Dokumentation

Nationale Symbole


Die Farben der Flagge Ecuadors symbolisieren: Gold für den Reichtum Ecuadors; Blau für die Schönheit der Natur Ecuadors, den Himmel und das Meer; Rot für die republikanische Freiheit und Unabhängigkeit und das Blut, das dafür vergossen wurde.

Das Wappen Ecuadors (offizieller Name: Escudo de armas del Ecuador) wurde in seiner heutigen Form im Jahr 1900 festgelegt, geht aber größententeils auf die Version von 1845 zurück. Das Wappenschild zeigt im Hintergrund den Vulkan Chimborazo, der daraus entspringende Fluss stellt den Rio Guayas - die beiden Symbole für die Schönheit und den Reichtum der Sierra bzw. Costa. Das im Fluss schwimmende Dampfschiff trägt ebenfalls den Namen Guayas , es wurde 1841 als erstes seetüchtiges Dampfschiff der Südamerikanischen Westküste in Guayaquil gebaut. Der über dem Wappenschild sitzende Kondor streckt seine Flügel als Symbol für Macht, Größe und Stärke von Ecuador.

"Salve, Oh Patria!" (Wir grüssen Dich, unser Heimatland!) ist die Nationalhymne  Ecuadors. Der Autor der Worte, Juan Leon Mera, war lange Zeit Präsident des equadorianischen Senats. Das Lied wurde von Antonio Neumane komponiert und 1886 als Hymne übernommen (weitere Infos zur Nationalhyme und englische Übersetzung)


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