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Seite 3:Wirtschaft & EntwicklungJemen
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Eine erste Übersicht über die Volkswirtschaft des Jemen finden Sie
auf der Homepage des Auswärtigen Amtes,
mit zahlreichen Links zu diesem Thema, darunter den Länderinformationen der
Bundesagentur für Außenwirtschaft (bfai).
Mehr Details erfahren Sie von der Jemenseite der Weltbank sowie deren Country Update von 2006, der auch Vergleiche möglich macht, da die Daten aus den Jahren vorher (bis 2000) gleichfalls einzusehen sind. Eine gut informierende Quelle für die jemenitische Volkswirtschaft ist die Website des Internationalen Währungsfonds (IWF). Als jemenitische Quellen können das Ministry for Industry and Trade und die Yemen Bank for Reconstruction and Development genannt werden. Umfangreiche Informationen, u. a. zur volkswirtschaftlichen Entwicklung, sind über die Central Statistic Organisation zu erhalten, darunter sogar zu den einzelnen Provinzen. |
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Der Stand der Dinge Terrassenfelder (Foto: © Heiner Walther) |
Bis zur Vereinigung der beiden jemenitischen Staaten am 22. Mai 1990 existierten
zwei Volkswirtschaften, eine auf marktwirtschaftlichen Prinzipien beruhend im Norden und
die andere eingebunden in die planwirtschaftliche Entwicklung des Südens.
Dementsprechend bestanden enge Beziehungen zu den jeweiligen Weltwirtschaftssystemen.
Nach vollzogener Einheit waren die Erwartungen gerade im wirtschaftlichen Bereich hoch. Mit Fremdkapital, insbesondere aus Saudi-Arabien, sollte die Volkswirtschaft einen gewaltigen Impuls erhalten. Im Vordergrund standen Projekte zur Förderung von Erdöl und Erdgas, den Ausbau Adens zur Wirtschaftshauptstadt sowie die Einrichtung eines Freihafens in Aden und die rasche Entwicklung des Tourismus. Differenzen innerhalb der politischen Führung des Landes über die Umsetzung der Vorhaben und vor allem die Irak-freundliche Haltung des Landes im Golfkrieg 1990/1991 führten zu einem jähen Ende der wirtschaftlichen Erwartungen, da die finanziellen Zuwendungen aus den arabischen Nachbarstaaten (Saudi-Arabien, Golfstaaten) schlagartig eingestellt wurden. Die Wirtschaft trat eine rasante Talfahrt an. Hohe jährliche Inflationsraten von 50 bis 70%, begleitet vom Verfall der Währung und einer starken Zunahme der Armut unter der Bevölkerung, waren die Folge. Nach dem Ende des Bürgerkrieges 1994 ging es aufgrund erneut fließender Finanzen aus arabischen Ländern und dem Abbau von Subventionen für Grundnahrungsmittel langsam wieder aufwärts. Die Inflationsrate konnte auf unter 15% (Prognose 2006: 14,8% lt. IWF) gesenkt werden. Andererseits ist die Arbeitslosigkeit nach wie vor hoch und liegt real bei 30 bis 40% (offiziell 2005: 11,5%). Die Verarmung von Teilen der Bevölkerung nimmt weiter zu. Inzwischen leben mehr als 30% (n. a. A. 42%) unter der Armutsgrenze. Gerade im öffentlichen Sektor machen sich Bestechung und Korruption breit. Ohne Bakschisch läuft kaum noch etwas. Eines der größten Probleme des Landes ist die zunehmende Wasserknappheit, besonders in den Großstädten und deren Umgebung, allen voran Sanaa. Eine der Hauptursachen ist das hohe jährliche Bevölkerungswachstum von 3,4% (2004 - wobei die Angaben variieren) und damit eine Übernutzung der Trinkwasserreserven.
Qat-Sträucher (Foto: © Heiner Walther) Ein weiterer Faktor, der die Wassersituation noch prekärer werden lässt, sind der wasserintensive Anbau und Genuss von Qat. Andererseits ist er inzwischen zu einer wichtigen finanziellen Einkommensquelle vieler Bauernfamilien geworden. Im Rahmen der deutschen EZ sind auch in den kommenden Jahren wieder Gelder zur Verbesserung der Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung zur Verfügung gestellt worden. Die Weltbank ist ebenfalls auf diesem Gebiet seit Jahren im Jemen aktiv und hat (u.a. dafür) von 2002 - 2007 Anleihen und Zuschüsse in Höhe von 2,3 Mrd. US$ zugesagt. Über weitere volkswirtschaftliche Aktivitäten, insbesondere auf dem Erdöl- und Erdgassektor, gibt die Seite des Ministry for Oil and Minerals Auskunft.
Erdölraffinerie, Aden (Foto: © Heiner Walther) |
Entwicklungspolitische
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Weltbank und IWF gelten als die wichtigsten multilateralen Geber. Auf der
bilateralen Ebene sind es Deutschland, die Niederlande und - neuerdings - auch
die USA. Im Rahmen der langjährigen entwicklungspolitischen Zusammenarbeit seit
1978 gewährte Deutschland der jemenitischen Seite (als Schwerpunktland) bis Ende 2005
insgesamt ca. 870 Mio. Euro Entwicklungshilfe, davon ca. 555 Mio. Euro in der Finanziellen
Zusammenarbeit (FZ) und knapp 315 Mio. Euro in der Technischen Zusammenarbeit (TZ). Bei den
letzten Verhandlungen im Oktober 2005 wurden Jemen für den Zeitraum 2005 - 2006 73 Mio.
Euro zugesagt (TZ: 20 Mio. und FZ: 53 Mio.).
Um das übergreifende Hauptziel in der Entwicklungszusammenarbeit, die Armutshalbierung bis 2015 (MDG), zu erreichen, werden diese Summen auch weiterhin vor allem in den Schwerpunktbereichen: u.a. Gesundheit und Familienplanung, Grundbildung, Wasser/Abwasser und Wirtschaftsreform / Aufbau der Marktwirtschaft sowie Good governance eingesetzt. Für tiefgehende Informationen dazu sind die Seiten des Auswärtigen Amtes und des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zu empfehlen. Realisiert wird die bilaterale Entwicklungszusammenarbeit durch LangzeitexpertInnen der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ). Sie ist die größte durchführende Institution innerhalb der deutschen EZ und seit 1969 im Auftrag des BMZ im Jemen tätig. Der Deutsche Entwicklungsdienst (DED) engagiert sich ebenfalls seit vielen Jahren mit zahlreichen Projekten, wie bereits erwähnt. Weitere im Jemen arbeitende Institutionen sind u.a. die KfW Entwicklungsbank (Finanzierung!) und das Zentrum für Internationale Migration und Entwicklung (CIM). Über die Aktivitäten der Europäischen Union im Jemen können Sie sich zunächst auf den Seiten des Auswärtigen Amtes, vor allem aber denen der EU informieren. Auf der letzteren finden Sie u. a. das "Länderstrategiepapier Jemen 2007-2013". |