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Kamerun
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2.1 GeschichteDie Fotos lassen sich durch Anklicken vergrößern: ![]() no © Ahmadou Ahidjo, 1960-1982 kamerunischer Präsident no © Paul Biya,1982-???? kamerunischer Präsident ![]() no © |
2.1.1 BesonderheitenWie die meisten afrikanischen Länder hat auch Kamerun eine koloniale Vergangenheit. Die Geschichte des LandesEine Besonderheit ergab sich nach dem Ende der deutschen Kolonialherrschaft: 1919 wurde Kamerun Mandatsgebiet des Völkerbunds, der das Land in ein britisch (1/5 des Landes) und ein französisch (4/5 des Landes) verwaltetes Gebiet aufteilte. Diese Teilung wurde erst im Jahre 1961 durch ein UNO-Referendum zumindest teilweise wieder aufgehoben, indem sich der südliche Teil Britisch-Kameruns für die Vereinigung mit dem inzwischen unabhängig gewordenen "französischen" Teil aussprach. 40 Jahre getrennte Geschichte unter zwei verschiedenen "Herren", sowie die Umstände und Nachwirkungen dieser "Vereinigung" hinterließen Spuren bis in die Gegenwart. Die offizielle Zweisprachigkeit, unterschiedliche Schul- und Gerichtssysteme und eine Separatistenbewegung sind die augenfälligsten Zeugnisse. 2.1.2 Geschichte und Entwicklung zum modernen StaatAuf dem Gebiet des heutigen Kamerun hatten sich bis zum 15. Jahrhundert zahlreiche Kleinkönigtümer herausgebildet. Nach Ankunft der Portugiesen an der Mündung des Wouri 1492 wurde die Küste im 16. Jahrhundert Zentrum des Handels - auch des Sklavenhandels. Zugleich eroberten die Fulbe das Gebiet von Norden her und gründeten islamische Fürstentümer; bis ins 19. Jahrhundert dehnten sie ihre Herrschaft bis ins Zentrum des heutigen Kamerun aus.Mit dem Abschluss eines Schutzvertrages zwischen den Douala-"Königen" und dem deutschen Kaiserreich im Jahre 1884 begann die deutsche Kolonialherrschaft in Kamerun. Unter dem Gouverneur Jesko von Puttkamer erweiterte das deutsche Kaiserreich seine Kolonialherrschaft gewaltsam in Richtung Norden, abgesichert durch Bündnisse mit einem Teil der einheimischen Herrscher und Verträge mit Großbritannien und Frankreich. Aufstände wurden blutig niedergeschlagen und mit Zwangsarbeit Infrastruktur geschaffen: Plantagen
© Copyright 2006 unimaps.com, used with permission Im ersten Weltkrieg unterlag die deutsche Kolonialarmee 1916 den alliierten Truppen. Danach wurde Kamerun geteilt und Frankreich und Großbritannien bekamen die jeweiligen Mandatsgebiete vom Völkerbund übertragen. In den 50er Jahren entwickelte sich in Kamerun eine Unabhängigkeitbewegung, deren Führer Ruben Um Nyobe (Biographie)Die Vereinigung des nicht gleichberechtigten anglophonen mit dem frankophonen Teil Kameruns spielt in der Politik des Landes immer wieder eine wichtige Rolle. |
2.2 Staat |
2.2.1 StaatsformKamerun ist eine Präsidialrepublik.Zwar kann die Staatsform als semipräsidentiell bezeichnet werden, d.h. es gibt neben dem Präsidenten 2.2.2 VerfassungDie jetzt gültige Verfassung ist die 3. seit dem Erlangen der Unabhängigkeit im Jahr 1960.Die erste Verfassung Seit der Verfassungsänderung 1996 gilt Kamerun als dezentralisierter (!) Einheitsstaat. Allerdings ist es der Präsident, der den Premierminister, die Kabinettsmitglieder, die Gouverneure, Präfekten etc. ernennt und entlässt. Es ist der Präsident, der das Parlament auflösen kann, der den Streitkräften vorsteht und der die nationale Politik bestimmt. Die Legislative Über die Verfassung soll zukünftig der Verfassungsrat 2.2.3 Formaler Staatsaufbau, DezentralisierungAdministrativ gliedert sich Kamerun in10 Provinzen (HAUPTSTADT): Extrême-Nord/Extreme North (MAROUA) Nord/North (GAROUA) Adamaoua/Adamawa (NGAOUNDERE) Centre (YAOUNDE) Est/East (BERTOUA) Sud/South (EBOLOWA) Littoral (DOUALA) Ouest/West (BAFOUSSAM) Nord-Ouest/Northwest (BAMENDA) Sud-Ouest/Southwest (BUEA) Jeder Provinz Hauptakteure der Dezentralisierung 2.2.4 Recht, Ordnung und staatliche SicherheitJustizsystemModerne Gerichte gibt es auf Arrondissementsebene (tribunal de première instance) und Departementsebene (tribunal de grande instance), Berufungsgerichte auf Provinzebene (cour d´appel). Probleme Die 'Gendarmerie Nationale' |
2.3 Innenpolitik |
2.3.1 Machthaber und MachtgruppenTrotz MehrparteiensystemsAber auch die Oppositionsparteien sind stark personalisiert und klientelistisch geprägt. Viele Kameruner reagieren darauf, indem sie zumindest zwei Parteimitgliedsausweise besitzen. 2.3.2 WahlenKommunal-, Parlaments- oder Präsidentschaftswahlen sind immer wieder von Fälschungsvorwürfen begleitet - zu schwerwiegenden politischen Auseinandersetzungen ist es jedoch seit Anfang der 90er Jahre nicht mehr gekommen, da die Politik bemüht ist, alle ethnischen Gruppen über Einbindung der Eliten sowie legale und extralegale Verteilungsmechanismen zumindest notdürftig zufriedenzustellen. Die momentane Regierung Präsidentschaftswahlen2004Mitte Oktober1997Im Oktober 1997Parlamentswahlen, KommunalwahlenParlaments- und Kommunalwahlen werden gleichzeitig abgehalten. 2007Am 22.Juli 200720022002Wiederholt kam es zu Unregelmäßigkeiten bei den Wahlen, was immer wieder zu Wahlboykotten durch die beiden Hauptoppositionsparteien SDF Ein "außerparlamentarischer" Oppositioneller ist Kardinal Tumi 2.3.3 Wichtige politische EntscheidungenBereits erwähnt wurde die Verfassungsreform 1996 (2.2.2) und das Forstgesetz von 1994 (1.6.1)Ein seltenes Beispiel für eine Änderung von Gesetzesbestimmungen durch erfolgreichen Druck von Seiten der Zivilgesellschaft bietet die Initiative von ACDIC (Association Citoyenne de Défense des Intérêts Collectifs). Auf Grund intensiver Öffentlichkeitsarbeit, die einher ging mit der Gründung von Filialen des Vereins in vielen kamerunischen Städten, beschloss die Regierung die Importe gefrorener Hähnchenteile 2.3.4 Politische Auseinandersetzungen und MachtkämpfePolitische Auseinandersetzungen finden kaum im parlamentarischen Rahmen statt, da die Assemblée Nationale/National Assembly inzwischen weitgehend von der RDPC/CPDM beherrscht wird.Außerparlamentarisch werden von staatlicher Seite alle Register gezogen, um Versammlungen oder Aktionen der englischsprachigen Separatistenbewegung (Southern Cameroons National Council – SCNC Aber auch bei politischen Flügelkämpfen innerhalb der gespaltenen Oppositionspartei SDF waren Opfer 2005 und 2006 kam es an den Universitäten zu Studentenprotesten. Die Studenten forderten allgemein bessere Studienbedingungen, anglophone Studenten protestierten gegen die Diskriminierung englischsprachiger Studierender. Beim Einsatz von Polizei und Militär wurden in Buea mindestens 2 Studenten getötet Ende Februar 2008 kam es in Kamerun zu schweren Unruhen 2.3.5 Presse und andere öffentliche MedienKameruns Presse- und Medienlandschaft MUTATION LA NOUVELLE EXPRESSION THE GUARDIAN, POST NEWSPAPER THE HERALD (anglophon) L´EFFORT CAMEROUNAIS OUEST ECHOS L'OEIL DU SAHEL (regional) Das französischsprachige Magazin "L´Intelligent" (ehemals:"Jeune Afrique") bringt regelmäßig Reportagen und Berichte aus Kamerun. Die Pressezensur Im Jahresbericht 2007 von Reporter ohne Grenzen Die NRO IFEX (International Freedom of Expression and eXchange) Fernsehen wird in den Städten immer wichtiger. Neben dem staatlichen Sender CRTV online Online Nachrichtendienste:
All Africa Africatime Social Justice in Africa cameroonnews Oneworld Africa Africa.no Index Afrol.com Kamerun 21 Ein interessanter Beitrag zur kommerziellen Nutzung des Internets: "Internet business in Cameroon" Wichtigstes Medium für die Verbreitung von Nachrichten ist in Kamerun nach wie vor das Radio. Neben dem staatlichen Rundfunk, der auch über regionale Programme verfügt, gibt es inzwischen auch viele Privatradiosender.
2.3.6 MenschenrechteIm Amnesty International Jahresbericht 2007 KamerunKamerun verfügt seit 1990 über ein staatliches Menschenrechtskommitee, das Comité National des Droits de l´Homme et des Libertés (CNDHL). Human Rights Watch gibt hierzu seine Einschätzung In einem Bericht der kamerunischen Menschenrechtorganisation ACAT (Action des Chrétiens pour l´Abolition de la Torture) Die Internationale Konföderation Freier Gewerkschaften (ICFTU) gibt eine Übersicht zur Situation der Gewerkschaften in Kamerun sowie den Jahresbericht 2006 zur Verletzung von Gewerkschaftsrechten 2.3.7 KorruptionSeit Ende der 90-er Jahre erscheint Kamerun immer wieder an prominenter Stelle in Berichten von Transparency InternationalDie neue Regierung hat 2006 zum wiederholten Male eine Kampagne gegen Korruption |
2.4 Außenpolitische ThemenPaul Biya, 2006 bei der Eröffnung der neuen US-Botschaft no © |
Das Land im regionalen und internationalen Kontext
Kameruns Außenpolitik Flüchtlingssituation:Seit 2005 gibt es in Kamerun Lager für Flüchtlinge aus der Zentralafrikanischen RepublikNachdem es Anfang Februar 2008 in der tschadischen Hauptstadt N´Djamena zu Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Rebellen gekommen war, setzte sich ein Flüchtlingsstrom Richtung Kamerun |
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