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Kamerun
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4.1 Makrosoziale Struktur |
4.1.1 Stabilität durch InstabilitätIn diesem vielfältigen Land 4.1.2 Regionalismus, EthnizitätTrotz offiziell propagierter Zweisprachigkeit ist die Unterscheidung in französisch- und englischsprachige Kameruner die augenfälligste Trennlinie, die die kamerunische Gesellschaft durchzieht. Französischsprachige Kameruner oientieren sich verstärkt an Frankreich und der FrankophonieTrotzdem handelt es sich bei den Anglophonen und Frankophonen um keine homogenen Blöcke, sondern innerhalb dieser Gruppen existieren mannigfache interethnische Konflikte. Beispiele hierfür sind die Spannungen zwischen den anglophonen Nordwestlern und Südwestlern Interessenskonflikte, z.B. um Landnutzungsrechte oder Grundbesitz, aber auch Versorgungsnotlagen, wie z.B. Wassermangel, oder aber parteipolitische Auseinandersetzungen werden häufig ethnisiert oder ethnisch instrumentalisiert. Bei der Besetzung öffentlicher Ämter wird zwar streng auf ethnischen Proporz geachtet, trotzdem stellt es kein Tabu dar, ethnische Konflikte parteipolitisch zu nutzen. Bisher kam es aber nur vereinzelt zu lokal eng begrenzten ethnischen Zusammenstößen. Die Identifizierung mit der eigenen Ethnie ist stark ausgeprägt. Ob Kirdigruppe aus den Mandarabergen 4.1.3 Soziale Lage und soziale KlassenDie sozialen Gegensätze werden in Kamerun vor allem in den großen Städten augenfällig, wo Arm und Reich direkt aufeinandertreffen. Eine gesellschaftliche Mittelschicht ist nur schwach entwickelt.Statussymbole wie Luxusautos, teure Villen, exklusive Clubmitgliedschaften und der Konsum von Importwaren gehören zum Lebensstil der kamerunischen Eliten. Oder, wie es augenzwinkernd heißt: "Les "V-s": Voiture, villa et ventre", wobei inzwischen auch vidéo und virement hinzugezählt werden. Andrerseits steht jeder reiche Kameruner unter genauer Beobachtung sowohl durch seine (Groß-) Familie, als auch durch sein Heimatdorf und seiner ethnischen Gruppe,- und dem sozialen Druck zur "Streuung" des Reichtums ist nur schwer auszuweichen. 4.1.4 Stadt-Land-VerhältnisTrotz der hohen Verstädterungsrate ist für jeden Kameruner "au village" der "Mutterschoß", in den auch der Städter in regelmäßigen Abständen zurückkehrt.Einerseits wartet die Stadt mit Möglichkeiten und Verheißungen auf, die vor allem auf junge Leute eine große Anziehungskraft ausüben. Andererseits bot das Dorf für viele Kameruner angesichts der zunehmenden ökonomischen Krise wieder eine Lebensgrundlage 4.1.5 GeschlechterverhältnisNach wie vor besteht in Kamerun eine deutliche Diskrepanz zwischen bestehenden GleichstellungsrechtenFrauen sind in Kamerun zu einem sehr hohen Anteil erwerbstätig. Die große Mehrheit ist Bäuerin Trotzdem sind sie in Entscheidungspositionen unterrepräsentiert Der UNDP-"Gender-Related Development Index (GDI)" gibt Auskunft über den Unterschied in der Lebensqualität (Lebenserwartung, Alphabetisierung, reale Kaufkraft) von Männern und Frauen. Er beträgt für Kamerun 125 (v. 156; 2007/2008). Beim zweiten "gender sensitive" Index, dem "Gender Empowerment Measure (GEM)", der eine Aussage über die Beteiligung der Frauen an politischen und ökonomischen Entscheidungen macht, belegte Kamerun den 83. Platz (v. 102; 1998). Es gibt inzwischen viele kamerunische Nichtregierungsorganisa- tionen Weitere Themen, die ausschließlich oder schwerpunktmäßig die Rechte von Frauen und Mädchen betreffen sind Prostitution |
4.2 Bildung |
4.2.1 SchuleDie Geschichte der formalen Schulbildung KamerunsZuständig für die Bildung ist der Staat Schlecht bezahlte, unmotivierte Lehrer, unangepaßte Lehrinhalte, überfüllte Klassen, hohe Abbruch- und Wiederholungsraten sowie Korruption sind nur einige der vielen Probleme in Kameruns Schulen. Schulbildung für Mädchen 4.2.2 HochschulbildungUniversitätenStaatliche Universitäten bestehen in Yaoundé (Yaoundé I und II), Douala, Dschang, Ngaoundéré und Buea; letztere ist die einzige anglophone Universität Kameruns. Es gibt auch mehrere private Universitäten und Hochschulen. Seit Jahren befinden sich die Hochschulen Kameruns in einer permanenten Krise: "brain drain" |
4.3 Gesundheit und Sozialwesen |
4.3.1 Medizin und GesundheitsversorgungSeit den 90-er Jahren befindet sich das staatliche Gesundheits- systemAbsoluter Ärztemangel aufgrund mangelnder Ausbildungsplätze HIV/AIDS |
4.5 Kultur |
4.5.1 Kulturelle IdentitätenLaut der Klassifizierung nach Kulturdimensionen (nach Geert Hofstede), kennzeichnet sich die kamerunische Gesellschaft durch eine ausgeprägte Machtdistanz (Hierarchien sind erwünscht, ja notwendig), einen deutlichen Trend zu kollektiven Verhaltensmustern (das "Wir" ist wichtiger als das "Ich"), bei mittlerer bis schwacher Unsicherheitsvermeidung (Ungewissheit ist normal). Die Kultur ist eher feminin (Beziehungen sind wichtig) und kurzzeitorientiert.Selbstverständlich liefert diese Einteilung nur einen groben Rahmen. Die Feinheiten ergeben sich durch die unterschiedlichen Regionen wie Nord- oder Südkamerun, die verschiedenen ethnischen Komponenten, den Stadt-Land-Gegensatz, die soziale Stellung, den Bildungsstand und vieles andere mehr. 4.5.2 KunstMusik Musik rangiert in Kamerun auf der Beliebtheitsskala gleich hinter Fußball. Ob traditionelle Musik auf dem Land, die unzähligen Kirchenchöre oder moderne Musik, wie Pop, Rock oder Jazz,- jedwede Musikform Kamerunische Musikstars auf der internationalen Szene sind Manu Dibango Der Musiker und Poet Francis Bebey LiteraturWährend in der Musik häufig in den Landessprachen gesungen wird, ist die Literatur Calixthe Beyala Die Revue Noire, eine Zeitschrift für afrikanische Kunst beschäftigt sich immer wieder mit kamerunischen Künstlern AllgemeinHochburgen des Kunstgewerbes sind die Städte Foumban im Westen und Maroua im Norden, sowie die grassfields Region |
4.6 Religion |
4.6.1 Offizielle ReligionenHinsichtlich der Religionszugehörigkeit zählen sich 40% der Kameruner den christlichen Kirchen zugehörig, 40% den traditionellen Religionen und 20% dem Islam. Letztendlich sind diese Zahlen aber mit Vorsicht zu genießen, da religiöse "Mischformen" weit verbreitet sind.Das afrikanische Phänomen des zunehmende Sekten(un)wesens 4.6.2 Politische und gesellschaftliche Bedeutung von ReligionIn Kamerun gibt es keine Staatsreligion. Die kamerunische Verfassung garantiert ihren Bürgern ReligionsfreiheitDas Verhältnis der Religionen untereinander ist im Allgemeinen gut. Zwar werden Anhänger traditioneller Religionen im muslimischen Norden oft verächtlich angesehen, auch wurde vereinzelt von kleineren Konflikten zwischen Christen und Moslems berichtet, aber im Großen und Ganzen ist der Umgang der Religionen untereinander (noch?) von gegenseitigem Respekt und Toleranz geprägt. |
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