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Malawi
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Südostafrikanisches ArmenhausMalawi gehört nicht zu den allgemein bekannten afrikanischen Staaten. Das liegt nicht nur an der - positiven - Tatsache, dass es bisher nicht mit Schreckensmeldungen über verheerende Naturkatastrophen oder Bürgerkriege aufwarten konnte, sondern auch an seiner geringen Größe und Armut. Malawi ist ein Schwerpunktland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit und war dies schon traditionell seit Mitte der 1960er Jahre, als es diese Kategorie noch gar nicht gab. Über 90% der ca. 13,2 Millionen Einwohner (2005) Malawis leben direkt oder indirekt von der Landwirtschaft, da das Land über keine nennenswerten mineralischen Bodenschätze verfügt. Das Wirtschaftswachstum wird von der Quantität und Qualität der erzeugten landwirtschaftlichen Produkte bestimmt und ist abhängig von den labilen klimatischen Bedingungen. Malawi zählt traditionell zu den ärmsten Ländern der Welt. Im jährlichen Human Development Index des UNDP rangiert das Land auf Rang 164 (von 177). |
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1.1
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Malawi auf einen Blick bietet auch die UN. Das Land verfügt über eine Reihe kleinerer Nationalparks. Auch kleine Ortschaften und Dörfer lassen sich auf der interaktiven Karte des World Atlas von MSN Encarta über Zoom auffinden. Eine Karte für den schnellen Überblick findet sich bei UNDP. Die White Fathers bieten eine deutlich differenzierte Ansicht. Zudem gibt es einen Stadtplan der Hauptstadt Lilongwe. |
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1.2
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Malawi ist ein Binnenland und liegt am drittgrößten See Afrikas, dem Lake Malawi. Es ist knapp 120.000km² groß, wovon ca. 24.000km² Wasserfläche sind. Der südliche Teil des Landes ist von Mosambik umgeben, während es im Westen an Zambia und im Norden an Tansania grenzt. Während die Grenze zu Mosambik in der Mitte des Lake Malawi verläuft und die beiden besiedelten malawischen Inseln Likoma und Chidzumulu zu Exklaven macht, verläuft die offizielle Staatsgrenze zu Tansania entlang des tansanischen Ufers. Diese Binnenlage ohne Zugang zum Meer stellt ein großes Handelshemmnis dar, da die Transportkosten deutlich verteuert werden. |
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1.3
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Eine ansprechende Fotodokumentation über Land und Leute hält Paul Hofmann bereit. Aussagekräftige Aufnahmen von Alltag, Schule und dem Leben der Landbevölkerung bieten Ein Land in Afrika und die Virtuelle Akademie, aber auch das Expeditions-Blog von Charly Julier und Sylvia Vogel.
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1.4
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Einen guten Einstieg in das Land bieten die Tourismusbehörde Malawis, die neben einem kurzen Überblick über Land und Leute auch Touristenziele, Hotels und Unterkünfte sowie Safariangebote enthält. Leider wird die Seite nicht regelmäßig aktualisiert. Den neuesten Stand kann man indes bei Lonely Planet abrufen. Ebenso für den Einstieg geeignet sind der landeskundliche Überblick des Auswärtigen Amtes, die Homepage der malawischen Botschaft in London, das CIA-Factbook, sowie die freie Enzyklopädie Wikipedia. Umfangreiche Statistiken hält auch das National Statistical Office in Zomba bereit. Obwohl das Land nicht von besonderen Heimsuchungen (Kriege, große Naturkatastrophen) betroffen war und obwohl es seit der Unabhängigkeit von Großbritannien 1964 relativ großzügig mit westlicher Entwicklungshilfe versorgt wurde, gehört Malawi noch immer zu den ärmsten Ländern der Welt. Die Lebenserwartung ist vor allem auf Grund von HIV/AIDS signifikant zurückgegangen, während es bei der Kinder- und Kleinkindersterblichkeit zwar zu Verbesserungen kam, diese aber international noch immer auf hohem Niveau verharren. Ein Arzt kommt statistisch gesehen auf über 50.000 Einwohner. In Großbritannien leben und arbeiten mehr malawische Mediziner als in Malawi, was auf die äußerst unattraktive Bezahlung in ihrer Heimat zurückzuführen ist. Verbesserungen sind auf dem Feld der Alphabetisierung zu verzeichnen. Dafür mitverantwortlich sind die Abschaffung der Schulgebühren für Primarschulen und der Verzicht auf Schuluniformen (seit dem Schuljahr 1994/95). Die weibliche Alphabetenrate liegt bei 54% (2005), und weist eine deutliche Diskrepanz zur männlichen (74,9%) auf. Diese und weitere Daten sind im Detail bei UNDP nachzulesen. Indikatoren für menschliche Entwicklung in Malawi
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1.5
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Malawi zählt zu den äußeren Tropen. Ein Fünftel des Staatsgebietes besteht aus Wasserfläche. Der Nyasagraben als südlichster Teil des ostafrikanischen Grabens durchzieht das Land der Länge nach. Malawi läßt sich in drei Zonen unterteilen: Im Nordosten liegt der Malawisee; südlich des Sees befindet sich der von Bergen und Hochplateus umgebene Shiregraben. Das Hochland verläuft im Westen mit dem Nyika-Plateu und den Viphyabergen. Ein Großteil des Landes liegt über 1.000 Meter &auuml;ber dem Meeresspiegel. Der Malawisee ist bis zu 600 Meter tief und gehört damit zu den vier tiefsten Seen der Welt. Es gibt drei kleinere, flachere Seen im Süden. Der größte Fluß Shire ist der einzige Abfluß des Sees. Er fließt durch den Süden des Landes und mündet schließlich in Mosambik in den Sambesi. Im Südosten (Mulanje) befindet sich der Mount Mulanje, der mit 3000 Metern höchste Berg Südafrikas. Der Boden ist für die Landwirtschaft geeignet. Das Klima weißt erhebliche regionale Unterschiede auf. Der Norden erhät deutlich mehr Regen als der Süden. Die große Wasserfläche des Sees sorgt für regelmäßige Niederschläge. Die Regenzeit dauert von Dezember bis April. Von Mai bis August ist es kühl, während die heiße Jahreszeit von September bis November andauert. Einen Überblick über die Durchschnittstemperatur bietet die FAO. Einen generellen Überblick bietet die Klimatabelle. Neben Informationen über die Flora und Fauna hält die FAO auch Fakten zu den Anbauperioden der wichtigsten landwirtschaftlichen Produkte bereit.
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1.6
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Der Umweltschutz spiegelt sich bisher eher in der modernen Umweltgesetzgebung wider als in der Realität. Die größten Umweltprobleme werden durch Abholzung verursacht. Da diese vor allem auf den Brennholzbedarf der armen Landbevölkerung zurückzuführen ist, ist sie vom Staat kaum durch Gesetze zu verhindern. Formal gibt es eine relativ moderne Umweltgesetzgebung, die aber in der Realität keine wichtige Rolle spielt, zumal Umweltkatastrophen oder größere Umweltschäden bisher weitgehend ausgeblieben sind. Im Environmental Performance Index (PDF-Format) der Yale University nimmt das Land Rang 91 ein und zählt damit zum oberen Drittel der subsaharischen Staaten. Über Umweltpolitik, Umweltschutz und -projekte finden Sie Informationen auf der Homepage vom SNDP als auch beim NGO CURE. |
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1.7
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Bevölkerung, Stadtentwicklung und Verkehrswesen83% der Bevölkerung Malawis lebt auf dem Lande, zumeist in Dörfern, von denen es knapp 15.600 gibt. Die urbane Bevölkerung siedelt im Wesentlichen in vier Städten: Die Handelsmetrople Blantyre (Südregion) hat ca. 680.000 Einwohner, gefolgt von dem 1976 zur Hauptstadt ausgebauten Lilongwe (633.000 Einwohner), der Metrope der Nordregion, Mzuzu (127.000 Einwohner) und der ehemaligen Haupt- und heutigen Universitätsstadt Zomba (96.000 Einwohner). Lilongwe wurde in der ersten Hälfte der 1970er Jahre vom autoritären Banda-Regime neben der gleichnamigen Siedlung als Retortenstadt errichtet. Mitlerweile sind die sogenannte Old Town und die Capital City zusammengewachsen. Stadtteile wurden als Areas numerisch berzeichnet. Nach dem Umzug des Staatspräsidenten von Blantyre nach Lilongwe (2004) boomt die Stadt. Sie konnte Blantyre aber bisher nicht den Rang als Geschäfts- und Handelsmetropole streitig machen. Die regionale Verteilung der Bevölkerung variiert. Die Südregion ist am dichtesten besiedelt, gefolgt von der Zentralregion, während die Nordregion nur eine dünne Besiedelung aufweist. Staatssprache ist Englisch. Chichewa und fünf weitere größere afrikanische Sprachen werden gesprochen. Das Vorhandensein der Nationalsprache Chichewa hat sich als Vorteil für den Aufbau eines modernen Staates und als Integrationsbrücke zwischen den Ethnien erwiesen. Die Tatsache, dass sich Malawier aller Ethnien untereinander verständigen können, steigert die Integrationschancen. Die seit 1994 praktizierte Politik, auch die anderen Sprachen als Unterrichtssprachen in den jeweiligen Franca" nicht, da der Chichewa-Unterricht ab der ersten Grundschulklasse verpflichtend ist. Malawi verfügt über ein kleines, aber relativ gutes Netz von befestigten Straßen, sowohl auf der Nord-Süd-Achse, als auch zwischen den wichtigen Tabak-, Tee- und Zuckeranbaugebieten und den Städten. Große Hoffnung wird auf den Ausbau der Eisenbahnverbindung von Malawi nach Nacala an der mosambikanischen Küste gelegt. Damit könnten die Transportwege deutlich abgekürzt und verbilligt werden. Das Bahnnetz Malawis umfaßt nur 800 Kilometer und reicht von Nchinji an der zambischen Grenze über Salima bis nach Mosambik. Es wird nur für den Güterverkehr genutzt. Auf dem See verbindet das Motorschiff Ilala zahlreiche Küstenorte miteinander und die Inseln Chitsumulo und Likoma mit dem Festland. Sie faßt ca. 400 Passagiere und 100 Tonnen Fracht. Internationale Flughäfen bieten Lilongwe und Blantyre. Darüber hinaus gibt es einen nationalen Airport in Mzuzu und eine Reihe von Landepisten.
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1.8
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Die Nationalflagge gibt es seit der Unabhängigkeit 1964. Die Farbe schwarz steht für Afrika, rot für das für die Unabhängigkeit vergossene Blut und grün für die Felder und Wälder Malawis. Die aufgehende rote Sonne symbolisiert die Unabhängigkeit und die Hoffnung auf eine prosperierende Entwicklung. Nähere Informationen, auch zum Landeswappen, hät das Flaggenlexikon bereit. Die Nationalhymne können Sie hier in Chichewa und Englisch lesen und auch hören. |
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