Mexiko
 |
Seite 4: Gesellschaft; Kultur; Religion
|
Bevölkerungs-
struktur |
Das sinkende
jährliche Bevölkerungswachstum der Mexikaner liegt
offiziellen Angaben zufolge bei ca. 1,58 %, inoffiziell wird es höher
liegen. Mexikos Bevölkerung ist jung, was auch die demographische
Pyramide deutlich zeigt.

Offizielle Landessprache ist Spanisch. Es gibt außerdem über 80
Indiosprachen .
Die wichtigsten sind Náhuatl: 24 %, Maya: 13 % und Mixteco: 7,2 %.
Neben einem großen Bevölkerungsanteil von Mestizen (80%) leben noch
heute 62 ethnische Gruppen, die etwa einen Anteil von 8-9% an der
Gesamtbevölkerung bilden.Es leben außerdem 4-5 Millionen Weiße in
Mexiko und ein sehr geringer Anteil der Bevölkerung sind Nachkommen von
ehemaligen Negersklaven
.
88% der Mexikaner bekennen sich zum römisch-katholischen Glauben.
Ausdruck des synkretistischen Glaubens ist bis heute die
leidenschaftliche Verehrung der
Virgen de Guadalupe .
7,5% der Mexikaner sind Protestanten, Mormonen, Zeugen Jehovas oder
gehören evangelikalen Glaubensgemeinschaften an, deren Einfluss vor
allem in peri-urbanen und ländlichen Gegenden stark ansteigt.
Das
soziale Gefälle und die Diskrepanz zwischen den Lebensformen der Stadt-
und Landbevölkerung sind sehr hoch. Während die urbanen Zentren
weitgehend an westliche technische Standards angepasst sind, lebt der
überwiegende Teil der ländlichen Bevölkerung als einfache Bauern. Als
solche tradieren sie
volkskulturelle Elemente weiter,
die in erheblichem Maße den Lebensalltag der Menschen bestimmen. |
|
|
Soziale Differenzen
| Mexikos Gesellschaft
zeichnet sich durch ein starkes soziales Gefälle aus, welches sich in gesundheitlichen Indikatoren und starken Einkommens- und
Bildungsunterschieden
ausdrückt. 10 % der Bevölkerung sind Analphabeten. Unter der indigenen
Bevölkerung steigt der Anteil der Analphabeten auf 40 %, bei den Frauen
auf 70 %. Trotz einer allgemeinen Schulpflicht absolvieren nur 70% der
Kinder die ersten 6 Grundschuljahre. Höhere Bildungschancen scheitern
an oft unzureichenden organisatorischen und materiellen Bedingungen im
staatlichen Universitätssystem. Teure und an nordamerikanischen
Modellen orientierte Privatuniversitäten wachsen. Studierende der UNAM erstreiken sich ihre Rechte .
Die
bildungsmäßigen und sozialen Differenzen manifestieren sich zwischen
Stadt- und Landbevölkerung sowie der indigenen Bevölkerung und der
Mehrheitsgesellschaft. Der Staat und verschiedene NRO versuchen mit
Erwachsenenbildungsprogrammen die Chancen auf Arbeit für Viele zu
verbessern.
Mehr Daten und Fakten zum Thema
Gesundheit
gibt die Weltgesundheitsorganisation.
Die Anti-Aids Organisation der Vereinten Nationen, UNA
IDS , engagiert
sich in Mexiko seit Jahren im Kampf gegen die
Immunschwächekrankheit. |
| |
Frauen |
In
einer stark durch männliche Loyalitätsbeziehungen gestützten
politischen Kultur beherrschen Frauen die familiären und
verwandtschaftlichen Räume. Die Frau ist traditionell für den
Zusammenhalt der
Familie
, die tragende Säule
der mexikanischen Gesellschaft, zuständig. Den
Frauen in Mexiko wurde das politische Mitbestimmungsrecht lange
verweigert. Das Wahlrecht wurde ihnen erst 1953 zugesprochen.
Hinsichtlich der Geschlechterrollen befindet sich Mexiko jedoch heute
im Wandel. Die Lebenserwartung der Frauen hat in den letzten 3
Jahrzehnten stark zugenommen, ebenso wie das Bildungsniveau und ihr
Anteil auf dem Arbeitsmarkt. Über die Situation der Frauen in Mexiko
informiert das
Instituto Nacional de las Mujeres
.
Den
Machos
ist das erstarkte Selbstbestimmungsrecht ein Dorn im
Auge.
LANIC bietet weitere Informationen zu Frauenorganisationen des
Landes und der Region. |
| |
Indígene Bevölkerung |
ethnische Gruppen
(für eine größere Ansicht ins Bild
klicken)
Mexiko ist ein Vielvölkerstaat. Die
ethnische Vielfalt
drückt sich in allen gesellschaftlichen Bereichen aus, den
verschiedenen kulturellen und religiösen Traditionen, Essgewohnheiten,
Festen etc. Die 62 verschiedenen ethnischen Gruppen leben in relativer
Armut zur Mehrheitsgesellschaft. Zur Verbesserung der Situation der
indigenen Bevölkerung haben sich in den letzten Jahrzehnten zahlreiche
Interessensvertretungen gegründet. Die
Comisión Nacional
para el Desarrollo de los Pueblos Indígenas
gibt einen Einblick in die Arbeit
zur Erhaltung der indigenen Kultur auf nationaler Ebene.
Die Arbeit der nationalen Vertretungen ist häufig umstritten, weil sie die
Absicht verfolgen, die indianische Bevölkerung in die Mehrheitsgesellschaft zu
integrieren. Verschiedene autonome
indigene Interessensvertretungen ,
die seit den 80er Jahren entstehen, lassen der Bevölkerung erstmalig eine
aktive Rolle im Demokratisierungsprozess zukommen.
Schulz beschreibt den langwierigen Kampf um die
Durchsetzung indigener Rechte .
Mehr Informationen über die
Situation der indigenen Bevölkerung
finden Sie hier.
Infos zu den
religiösen Gruppen finden Sie
im Mexico-Info.
|
Mexikos Kultur und Kunstschaffende |
„22
Stätten sind in Mexiko von der UNESCO als Weltkulturerbe registriert.
Dabei handelt es sich um präkolumbianische, aber auch um
kolonialspanische Anlagen. Die Bemühungen des Nationalinstituts für
Anthropologie und Geschichte INAH
um die Erforschung und Bewahrung des mexikanischen geschichtlichen
Erbes sind vorbildlich. Mexikanische Museen und archäologische Anlagen
sind in aller Regel einen Besuch wert.“ (AA) |
Diego Rivera -
Sueño de una tarde dominical en la Alameda Central, 1947 |
|
Der Reisende wird neben den offensichtlichen historischen
Schätzen auch hinsichtlich der zeitgenössischen mexikanischen
Literatur und
Kunst
nicht enttäuscht sein.
Über das Lebenswerk des Malers
Diego Rivera können Sie sich selbst
informieren.
Carlos Monsivaís gibt uns
einen Eindruck vom Leben in einer der größten Metropolen der Welt.
Das Leben und Werk des
Juan Rulfo spiegelt das moderne Mexiko wieder.
Mexiko
hat berühmte und interessante Künstlerinnen hervorgebracht, deren Leben
und Werk bis heute vielen Mädchen und Frauen nicht nur in Lateinamerika
ein Vorbild sind. Die drei hier gewählten Beispiele sind lediglich als
Anregung für weitere Recherchen zu verstehen,
Frida Kahlo ,
Tina Modotti und
Nahui Ohlin .
Auch der
mexikanische
Film genießt mittlerweile
internationales Ansehen.
Mexikanische Musik
ist jenseits der Corridos, Rancheras und
Mariachis weltweit beliebt. Pop und
Rock
aller Art ist auf dem
Vormarsch. |